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Unterstützungsangebote für Ihre Umsetzung der Wärmeplanung

Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen?

Was kommt jetzt auf Sie als Kommune oder kommunales Stadtwerk zu?

Nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung steht die Umsetzung bevor. Unabhängig davon, welche Szenarien oder Maßnahmen sich in Ihrer Wärmeplanung ergeben haben, sollten Sie den Plan jetzt keineswegs in der Schublade verschwinden lassen. Warum nicht? Sie haben die Öffentlichkeit bereits in den Prozess involviert und darüber informiert, welche Wärmeversorgung in den nächsten Jahrzehnten in Ihrer Kommune potenziell geplant ist. Lassen Sie diese Kommunikation jetzt nicht abreißen.

Hier  erfahren Sie, welche Unterstützungsangebote die LEA Hessen Ihnen bietet, um zielgerichtet in die Umsetzung zu gehen und damit den Startschuss für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Ihrer Kommune zu geben.

Finden Sie untenstehend Umsetzungsbeispiele und Hinweise zur Fördermöglichkeiten. 

Ein guter Wärmeplan ist ein Plan, der umgesetzt wird.

Aber wie kann diese Umsetzung der Wärmewende vor Ort gelingen? Dafür gibt es in Hessen bereits gute Beispiele. Hier können Sie gelungene Maßnahmen zur Wärmewende aus ganz Hessen kennenlernen. Vom solaren Wärmenetz in Bracht, über die Nutzung von Wärme aus Abwasser in Gießen über kluge Finanzierungsmodelle mittels Contracting bis hin zu vorbildlichen Energieeffizienzmaßnahmen – lassen Sie sich inspirieren!

Umsetzungsbeispiele

Interview mit Philipp Heinrichs und Markus Mengel
Case Eschwege - be brave, plan well - Wie aus einer Planung tatsächlich ein Wärmenetz entstehen kann
Transkript anzeigen

00:00:02:07 - 00:00:14:17

Also ich sag mal, die mutigste Entscheidung war, da muss ich die Stadtwerke angucken, war auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme-Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird.

00:00:14:19 - 00:00:30:18

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl, dass zu der Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen sollte am Ende.

00:00:30:20 - 00:00:59:18

Ich glaube, das Thema ist wirklich, ein großer Fehler, den man machen kann, ist von Anfang an sozusagen vom Ende her zu denken und nicht so sehr das Ziel und den Weg dahin. Das muss eigentlich die Leitschnur sein für so eine Planung.

00:00:59:20 - 00:01:08:00

Wir befinden uns in Eschwege, einer Kreisstadt in Nordhessen, die oft als Vorreiter

00:01:08:02 - 00:01:20:12

Also ich sag mal, die mutigste Entscheidung war, da muss ich die Stadtwerke angucken, war auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme-Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird.

00:01:20:14 - 00:01:36:13

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl, dass zu der Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen sollte am Ende.

00:01:36:15 - 00:02:05:13

Ich glaube, das Thema ist wirklich, ein großer Fehler, den man machen kann, ist von Anfang an sozusagen vom Ende her zu denken und nicht so sehr das Ziel und den Weg dahin. Das muss eigentlich die Leitschnur sein für so eine Planung.

00:02:05:15 - 00:02:29:19

Wir befinden uns in Eschwege, einer Kreisstadt in Nordhessen, die oft als Vorreiter der Wärmeplanung genannt wird. Und wir sprechen heute mit Markus Mengel von den Stadtwerken Eschwege und mit Philipp Heinrichs von der Stadt Eschwege. Ich würde direkt einmal starten mit der Frage, was denn euer ungewöhnlichster Moment in diesem Prozess war. Und das bitte in einem Satz.

00:02:29:24 - 00:02:46:04

Also mir fällt da ganz spontan ein, ich habe ja vor rund zweieinhalb Jahren bei der Stadt begonnen und eine der ersten Amtshandlungen des Bürgermeisters war, dass er mir ganz stolz einen Spiegelartikel gezeigt hat, dass die Stadt Eschwege ganz vorne in der Wärmeplanung sei.

00:02:46:06 - 00:02:49:11

Das würde ich ungewöhnlich nennen, aber ungewöhnlich im positiven Sinne.

00:02:49:13 - 00:03:06:23

Ich bin seit Mai 23 bei den Stadtwerken und ich bin nur für die Wärme eingestellt worden und habe das dann übernommen. Und es ist komplett meine Aufgabe, dieses Themengebiet von Anfang bis Ende durchzuplanen.

00:03:07:00 - 00:03:18:17

Ich würde sagen, der eine oder andere, der das jetzt hört, ist wahrscheinlich neidisch, dass Menschen bei euch gibt, die nur für dieses Thema eingestellt wurden. Wer von euch beiden war denn öfter der Bremser?

00:03:18:19 - 00:03:20:04

Da gucke ich den Bremser an.

00:03:20:06 - 00:03:45:02

Ich denke immer. Ja, wir können uns gegenseitig ausbremsen. Das können wir sehr gut oder auch nicht. Wenn es eine Bremse gibt bei unserem Projekt oder gab gab, es auch immer Beweggründe, warum die Bremse mit drin ist oder warum man Sachen gerade nicht in die Öffentlichkeit nimmt. Aber da sind dann die Interessen zwischen den Stadtwerken und der Stadt dann auch wieder komplett anders gelagert und Notwendigkeiten da.

00:03:45:04 - 00:03:57:11

Und ich denke Philipp, da stimmst du mir zu. Das, was ihr wollt oder was ihr braucht, das bearbeiten wir. Wir aber als Unternehmen müssen in dem Moment anders agieren oder haben halt leider nicht immer die Möglichkeit, alles sofort öffentlich zu machen.

00:03:57:16 - 00:04:15:08

Okay, also sowohl als auch auf beiden Seiten. Aber es hat ja immer seine Beweggründe. Okay, ja, wenn ihr die Reise, die ihr von damals bis heute bereits betreten habt, in drei kurzen Stationen erzählen müsstest, Start, Kipppunkt und heute? Wie würde diese Reise aussehen?

00:04:15:10 - 00:04:37:08

Der Startpunkt war sozusagen ja die Gewissheit, dass die Stadt sich auf den Weg gemacht hat, gemeinsam mit den Stadtwerken. Dass sie diese Werbeplanung jetzt voranbringen will, dass sie auch insofern ein Stückchen Vorreiterrolle hat und Vorreiterrolle hat, heißt ja auch immer, dass man auch schon Dinge tut, die man möglicherweise nicht tun würde, wenn man nicht so sicher wäre, dass man das auch will.

00:04:37:10 - 00:05:00:17

Das ist sozusagen der Startschuss gewesen, auch mit einer großen Veranstaltung in der Stadthalle, mit einer ganz großartigen Resonanz von der Bürgerschaft, viel Mitwirkung auch von anderen Beteiligten. Ja, und dann gab es ein Stückchen Sprachlosigkeit oder auch Stille, was das Thema Wärmeplanung angeht. Und ich denke, wir sind jetzt dieses Jahr dabei, sozusagen gut ins Rollen zu kommen.

00:05:00:19 - 00:06:03:05

Gut Start, ich war etwas früher dabei, als Philipp Heinrichs von der Stadt. Ich bin halt eingestellt worden. Ich bin damals zur Wärmeleitplanung dazugestoßen, als die gerade in der Umsetzung war und hatte das Projekt dann quer übernommen. Als Startpunkt kann man hier eigentlich sagen, dass es ursprünglich zwischen dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege Themen gab, noch vor dem Ukrainekrieg, dass man eigentlich das Gasnetz erweitern möchte und aus dem Gasnetz Erweiterung ist dann der Kipppunkt gekommen, das ist alles Käse, wenn man auf die Ukraine Situation dann eingeht und daraus hat man dann ein Energiesystem gefahren. Damals gab es das Thema kommunale Wärmeplanung so noch gar nicht. Baden-Württemberg hatte das als erstes aufgenommen. Wir haben nur unsere Förderanträge unter der Prämisse des Energie-Monitorings von Wiesbaden gestellt. Klima oder kommunale Wärmeplanung wurde es dann erst mit dem Start in 22 Dezember 22 gestellt und seitdem sind wir kontinuierlich dran.

00:06:03:07 - 00:06:14:24

Und ja, wir hatten zwischendurch auch mal Zeiten, wo ein bisschen Ruhe herrschte. Das hing aber nicht damit zusammen, dass wir nichts gemacht haben, sondern Daten sammeln und neu starten oder in dem Moment weiter vertiefen und besser aufbauen.

00:06:15:01 - 00:06:26:20

Was würdet ihr sagen, ist die eine Sache, die andere Kommunen bei euch anders spüren, wenn man euch jetzt noch mal so als Vorreiterrolle auch hervorstellt?

00:06:26:22 - 00:06:51:03

Ja, ich sag mal so die Erwartungen sind immer ganz groß. Also man hat da ein Bild von der Stadt Eschwege, dass wir sozusagen alles schon fertig hätten in der Schublade. Das ist ja nicht so, das ist ein Stückchen Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite kann man schon auch sagen, dass wir sozusagen Thema auch jetzt hier behandeln, was Neuland ist für uns, weil wir bisher keine Wärmeversorgung haben, jedenfalls keine zentrale.

00:06:51:05 - 00:07:02:15

Und dass sozusagen da auch keiner bisher uns da abbringen lässt von diesem Weg, das denke ich mal, ist etwas, was sozusagen auch interessant ist für andere Kommunen.

00:07:02:17 - 00:07:26:11

Als Vorreiter ist man nicht immer Vorreiter, denn das ist uns in manchen Bereichen und das merken wir jetzt erst in der vertiefenden Ausarbeitung auch auf die Füße gefallen. Wir haben gelernt mittlerweile, dass unsere Wärmeleitplanung auch einige Schwachstellen hat, die wir im Rahmen der vertiefenden Machbarkeitsstudie jetzt überhaupt erst ausmerzen. Aber auch, weil wir das jetzt in dem Moment machen.

00:07:26:13 - 00:08:04:06

Wir können anderen Kommunen auf jeden Fall eins mitgeben, wählt Büros, die das machen, sorgsam aus. Der Standard der kommunalen Wärmeplanung hat nicht alles drin, was man braucht, um später was daraus einfach mal schnell im Projekt auszugestalten. Und ich mache in meinen Vorträgen mittlerweile so den Hinweis eine kommunale Wärmeplanung ist wie ein Passagierflugzeug 10.000 Fuß Überflug. Um ein Projekt konkret umzusetzen, braucht man aber schon mal ein Segelflugzeug mindestens auf die Höhe runter zu kommen oder vielleicht sogar den Tiefflug kurz über die Häuser, weil erst dann kann ich wirklich sehen, was ist in dem Straßenzug los. Was funktioniert in den Häusern?

00:08:04:08 - 00:08:23:15

Also da würde ich gerne angreifen oder nachhaken, das Thema Vorreiter, das ist ja immer so ein, ich sag mal so, bei Kommunen ist das immer ganz elegant, wenn man immer eine Vorreiter Kommune hat. Da sagt man prima, die machen das, erst mal die können das mal ausprobieren, die sollen mal ihre Fehler machen. Und wenn sie das alle irgendwie, wenn die 100. Kommune, das gemacht hat, dann können wir uns auch dran trauen.

00:08:23:17 - 00:08:43:00

Das ist ja so ein beliebtes Spiel hier, das ist ja auch, hat ja auch seine Bewandtnis. Aber ich glaube, der Vorteil ist sozusagen, wir haben also die Anforderung für jedes Projekt ist trotzdem, das man es ja nicht übertragen kann. Also jeder muss das lernen, jeder muss sich darauf einstellen, dass er sich sozusagen einlässt auf ein Thema, von dem er nicht weiß am Anfang, wo er am Ende landen wird.

00:08:43:06 - 00:08:51:04

Und da helfen auch 25 Vorreiter Kommune nix, die einem sagen so und so haben wir es bei uns gemacht. Am Ende wird es dann trotzdem ein Stückchen anders sein.

00:08:51:06 - 00:09:07:21

Die können 75 % höchstens aus den Erfahrungen des Planens lernen, was wir gemacht haben. Wir müssen dann aber die 25 % vor Ort Situationen komplett mit einfließen lassen. Aber die 25 % ist der größere Part am Planen am Ende oder der größere Aufwand.

00:09:07:23 - 00:09:22:06

Das ist eine super Überleitung zu der nächsten Frage und ich fand's richtig gut, was ihr gerade gesagt habt. Was würdet ihr dann in diesem Zuge sagen, welche Entscheidung wirklich mutig war und warum?

00:09:22:08 - 00:09:45:00

Also ich sage mal, die mutigste Entscheidung war. Da muss ich die Stadtwerke angucken. War auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird. Einfach vor dem Hintergrund. Wir sind gewiss, dass wir das machen wollen. Wir sind gewiss, dass wir auch diesen Bereich in der Innenstadt versorgen wollen. Und wir wissen, dass die Stadt jetzt dort einen neuen Stadtplatz schafft.

00:09:45:00 - 00:10:17:24

Und sie möchte auf keinen Fall, dass der in drei Jahren wieder aufgerissen wird. Und da gehen wir in ein Risiko, auch in ein wirtschaftliches Risiko. Und da sind wir mutig, auch wenn wir nachher uns verantworten müssen. Warum steckt er so viel Geld darein und am Ende habt ihr da was verbuddelt und davon habt ihr dann nix. Das war wirklich mutig und das wünsche ich mir am Ende auch für viele andere Investitionsentscheidungen, dass man natürlich mit einer verlässlichen Perspektive, aber trotzdem mit einem gewissen Mut auch an solche Dinge herangeht und auch Geld in die Hand nimmt.

00:10:18:01 - 00:10:49:03

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen soll. Mutig war, dass die Stadtwerke gesagt haben, wir nehmen die Wirtschaftlichkeit in Geld in die Hand und schaffen erst mal eine Vollzeitstelle für einen Ingenieur und haben später dann sogar noch eine zweite Stelle, die das Projekt nur dieses Projekt bearbeiten.

00:10:49:05 - 00:11:15:14

Mutig war in dem Moment, dass die Geschäftsführung, der Bürgermeister, der Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt gesagt hat “Ja wohl, ihr macht eine Planung und die dürft ihr sogar vertiefend machen. Wie stellen dafür die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung.” Und wir sprechen nicht drüber, ein Standard-Netz zu planen, sucht euch 200 Abnehmer und baut das Thema, sondern mutig ist zu sagen, wir haben entschieden, wir wollen weiterhin allen Bürgern von Eschwege was bieten können.

00:11:15:16 - 00:11:38:19

Das heißt aber, dass die Planung etwas länger dauert. Die Planung wird umfangreicher und teurer und trotzdem haben wir das Geld in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob das am Ende alles so mal kommen wird in zehn, 20 Jahren. Und ja, wir haben auch zwischendurch schon mal Rohrleitungen gebaut, was auch eine mutige Entscheidung war, wo auch wieder die Gremien alle gesagt haben, dann macht es mit ein bisschen Gegenwind auch mal mit Diskussionen und dieses “Ja versenkt ihr Geld und was ist dann?”

00:11:38:21 - 00:11:46:17

Aber nur so sehen wir auch Perspektiven und sehen, dass wir dann zukünftig auch vernünftig arbeiten und aufgestellt sein können.

00:11:46:19 - 00:12:03:15

Also werdet ihr schon sagen, dass es hier auch ein gesundes Maß an, wer musste wen überzeugen, war?Wenn du sagst, es gab auch mal Gegenwind. Und ja, man muss das in den Gremien durchbringen, aber war es, sag ich mal ein gesundes Maß einfach.

00:12:03:17 - 00:12:24:13

Es war ein gesundes Maß und es war immer eine offene und faire Diskussion, egal in welchen Bereichen man das führen würde. Beide sind ja nun auch schon immer mal so ein bisschen, was wir schon eingangs hatten. Ja, manchmal brauchen wir einen Moment länger als Stadtwerke oder wir haben andere Beweggründe, dass wir was vielleicht nicht sofort rausbringen oder dass wir halt sagen, das dauert noch mal zwei, drei Monate länger.

00:12:24:15 - 00:12:36:07

Wir machen so viel Daseinsvorsorge als Stadtwerke als kommunales Unternehmen für die Stadt, dass wir aber auch darauf achten müssen Ist das alles für uns realisierbar, ohne dass wir in 20 Jahren irgendwo insolvent gehen

00:12:36:07 - 00:12:54:08

Ich sag mal so, Gegenwind habe ich da auch nicht erlebt. Aber es liegt natürlich auch daran, weil wir dann ja in der komfortablen Situation waren, dass andere das Geld ausgeben. Ähm, ich glaube, das war eine hohe Akzeptanz, dass man gesagt hat, also da wollen wir auch weiter vorangehen, damit wollen wir auch Ressourcen einsetzen. Ich glaube, das ist schon Konsens gewesen.

00:12:54:08 - 00:12:58:12

Insofern Gegenwind habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht wahrgenommen.

00:12:58:13 - 00:13:09:16

In der Sitzung bist du dann immer nicht so mit dabei. Das ist dann wieder bei uns eine andere, ganz andere Beweggründe. Wir sind Wirtschaftsunternehmen und wir müssen auch Geld verdienen, um das auch ausgeben zu können.

00:13:09:18 - 00:13:33:15

Wird vielleicht auch ein spannendes Thema. Wir von der LEA hören ja immer wieder aus den verschiedensten Kommunen. Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit, keine Kapazitäten, uns um die kommunale Wärmeplanung zu kümmern. Und doch gibt es dann eben euch, wo wir sehen, dass das auch funktioniert. Natürlich seid ihr wahrscheinlich viele bei euch in der Verwaltung sehr viel besser besetzt, als es in manch anderen Kommunen ist.

00:13:33:17 - 00:13:48:23

Aber wie gewährleistet ihr in eurem Arbeitsalltag, dass die kommunale Wärmeplanung und jetzt eben auch die Umsetzung eben nicht nur ein Projekt ist, sondern einfach eine Steuerung ist, die einfach sich durch euren Arbeitsalltag durchzieht?

00:13:49:00 - 00:14:12:21

Ja, also ich glaube, da ist schon ganz wichtig, dass man einfach weiß, dass das Stadtplanung und Stadtentwicklung ja immer auch Projekte kennt, also Projekte, die mal kommen und mal gehen und dann ja sozusagen auch ihre Wertigkeit und ihre Wichtigkeit haben. Und das ist, glaube ich, Handwerkszeug von Stadtplanern, dass die wissen, also dass sie auch sich auf etwas einstellen müssen und auch noch ein Stückchen auch dranbleiben müssen.

00:14:12:23 - 00:14:38:22

Ich verstehe kleinere Gemeinden, die vielleicht einen Verantwortlichen im Bauamt haben, im Planungsamt, der sozusagen dann noch neben dem Straßenbau und dem Hochbau dann gesagt wird, jetzt machst du noch ein bisschen kommunale Wärmeplanung. Da komm ich schnell an Grenzen, gar keine Frage. Ich glaube, da braucht man auch eine gewisse Ausstattung, also eine personelle Ausstattung von Mitarbeitern, die auch wissen, dass sie sich um solche Projekte dann auch mit einem Zeitbudget kümmern können.

00:14:38:24 - 00:15:08:22

Wir sind weit davon entfernt, jetzt zu sagen, wir haben einen Mitarbeiter, der kommunale Wärmeplanung betreut. Aber wir wissen natürlich, wir haben auch einige Stadtplaner, die auch mit gewisser unterschiedlicher Intensität verschiedene Projekte der Stadtentwicklung betreuen. Und wenn da so ein Bereich aufkommt, dann ist es natürlich auch eine Aufgabe, auch der Politik. Aber auch ich sag mal so auch als Aufgabe dann der sozusagen des Bürgermeisters oder des Magistrats dann zu kommunizieren, welche Wertigkeit so ein Projekt dann eben in der Durchführung haben muss.

00:15:09:01 - 00:15:15:11

Markus, was würdest du sagen, wer hat in dem Prozess bislang am häufigsten nachgehakt?

00:15:15:13 - 00:15:50:15

Bis vor kurzem noch der ehemalige amtierende Bürgermeister und der Geschäftsführer. Weil ich dort auch regelmäßig Rede und Antwort stehen musste und auch Stände geben musste oder auch Begründungen, warum mal drei vier Monate nichts kommt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich auch von meinem Geschäftsführer und auch vom ehemaligen Bürgermeister die Rückendeckung hatte. Das machen zu können oder halt in dem Moment zu sagen “Nein, ich mache das jetzt nicht so oder ich mache das jetzt, bring mich noch nicht in die Politik oder ich halte das noch zurück, weil es für mich Beweggründe gab und sehe momentan, dass es nicht verkehrt war.”

00:15:50:17 - 00:16:10:20

Ich hätte vielleicht bei dem einen oder anderen Thema ein Stück mutiger oder ein Stückchen schneller sein können, aber es hat auch nicht geschadet. Im Gesamtprojekt und in manchen Bereichen bin ich froh, dass wir die vertiefende Machbarkeitsstudie jetzt haben und erst jetzt mit konkreteren Plänen rausgehen. Es gab vor anderthalb Jahren schon konkretere Pläne und wir haben es jetzt noch mal nachgestuft.

00:16:10:22 - 00:16:33:12

Und da kommen wir auch zu unserem Plan to Heat Projekt jetzt hier. Wir hatten die Machbarkeitsstudie fertig als Stadtwerke für die Stadt mit einem Energieträger Werrawasser, also sprich Flusswasser, Wärmepumpe als Großanlage. Ich hatte damals gerade meinen Kollegen neu mit dazu bekommen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben uns mit der Planung beschäftigt und uns die Frage gestellt, funktioniert das für ein so großes Gebiet?

00:16:33:14 - 00:17:04:01

Ja, wir haben Beispiele in Deutschland. Es geht. Die Frage ist aber das wie. Also haben wir angefangen mal ein bisschen rumzuspinnen oder nice to have zu sagen, was wäre denn eigentlich noch richtig genial, wenn ich so ein Netz planen. Das haben wir mit aufgenommen und haben mit der Geschäftsführung gesprochen. Und auch da hatten wir wieder die Freiheit zu sagen, jawohl, dürft ihr, macht das noch. Verliert das Ziel nicht aus den Augen, aber nehmt auch mal eine Nice to have an, in 2045 oder in 2050.

00:17:04:01 - 00:17:19:19

Wie könnte das Netz da aussehen? Und dann kam Plane to Heat mit ins Spiel. Die Anfrage, ob wir mit nach Dänemark wollen und jetzt das Ganze anzuschauen. Und wir sind nach Dänemark gefahren und wir waren wirklich baff von den Anlagen, von dem, wie die Netze da oben laufen.

00:17:19:21 - 00:18:05:12

Mit verschiedenen Anlagen. Genau das, was wir also uns vorher gedacht haben, das kann so nicht ganz funktionieren. Was die Wärmeleitplanung ausgibt, hat es uns da gezeigt. Dänemark ist ein ganz um Jahrzehnte vor uns voraus. Das heißt, das können wir nicht sofort umsetzen. Das ist finanziell nicht ganz machbar, aber wir haben genau das in die Planung mit aufgenommen und haben jetzt so Netzausbau Schritte, was ist in den nächsten fünf Jahren, in den nächsten zehn Jahren und wo wollen wir in 2045/2050 mal hin mit dem Netz? Das war ein wahnsinns Wissenssprung und auch Überzeugungsarbeit, dann wieder, als wir zurückgekommen sind gegenüber der Geschäftsführung und dem Bürgermeister zu sagen, die stehen da, die stehen nicht ohne Grund da oder machen jetzt die und die Ausbau Schritte ohne Grund.

00:18:05:14 - 00:18:07:22

Dementsprechend hat uns das richtig was geholfen.

00:18:07:24 - 00:18:27:23

Es kann natürlich nicht jeder nach Dänemark fahren, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen, das ist immer hilfreich, sozusagen nicht mehr genau den vergleichbaren Prototyp zu nehmen oder sagen ich gucke mir einfach mal ein bisschen links und rechts, um quasi die Neugierde mitzubringen, Was haben andere schon gemacht? Vielleicht auch andere Länder sogar?

00:18:28:00 - 00:19:02:24

Ja, absolut. Natürlich. Es kann nicht jeder nach Dänemark fahren, aber man kann beispielsweise nach Eschwege fahren. Oder man kann nach Gießen fahren. Also man muss ja nicht in ein anderes Land fahren, sondern, wie du schon sagtest, Philipp, man kann sich auch einfach mal andere kommunale Projekte angucken. Und genau das Thema Wärmewende, das ist halt wirklich einfach ein Miteinander und kein Gegeneinander. Und ich denke, da ist einfach das Plan to Heat Projekt, einfach ein sehr schönes Projekt, was das auch noch mal zeigt und Markus du hast auch wieder einen super Überleitung eigentlich geboten.

00:19:02:24 - 00:19:14:21

Als würdet ihr wissen, was ich fragen will. Gruselig. Ähm, weil ich jetzt ganz gerne einmal die Gretchenfrage stellen wollen würde. Und zwar wo macht ein Netz denn Sinn und wo nicht?

00:19:14:22 - 00:19:57:20

Also da fange ich mal an, damit es nicht wirtschaftlich wird, weil das macht dann nachher der Markus Mengel, weil der muss nachher sagen, ich betreibe das und kann sogar ein bisschen Geld damit verdienen. Es macht da Sinn, wo die Nöte am größten sind, und zwar im Hinblick jetzt auch auf die Stadtentwicklung. Also wir sind seinerzeit gestartet, Sinn macht es da in der Innenstadt, weil wir die Innenstadt generell stärken wollen und weil wir davon ausgegangen sind, Wärmeversorgung als Angebot der Kommune stärkt auch Stadtquartiere. Und da ist die Innenstadt uns quasi am wichtigsten und am naheliegendsten. Und alles andere ergibt sich daraus, was am Ende sozusagen für einen, der es dann übernimmt, auch tatsächlich wirtschaftlich darstellbar ist.

00:19:57:22 - 00:20:29:19

Wir sind als kommunales Unternehmen unseren Bürgern verpflichtet, den Bürgern von Eschwege verpflichtet. Wir wollen zusehen, dass wir für alle was bieten können. Sinnig kann ein Netz über das gesamte Stadtgebiet sein. technisch ist es immer machbar, was zu bauen. Wir stoßen aber halt an die Grenzen des wirtschaftlichen und müssen schauen, wie wir das Ganze am Ende realisieren. Die Innenstadt, die die Stadt gerne sofort ausbauen würde, werden für uns so der zweite Baustepp erst sein.

00:20:29:19 - 00:20:53:04

Leider. Auf der einen Seite ist es notwendig, die Bürger haben in den Bereichen auch ganz wenig bis keine Alternativen. Irgendwann. Wir folgen der Vorgabe immer noch. Es heißt 45 sollen die Gasnetze abgeschaltet werden. Also muss ich den Bürgern irgendwas bieten können, zu dem Zeitpunkt und in der Innenstadt bei uns sind es 100 Fachwerkhäuser, haben wir keine Möglichkeit.

00:20:53:04 - 00:21:30:24

Es gibt keine Plätze, die können keine Wärmepumpe aufstellen. Und es ist auch in dem Thema Emissionsbetrachtung die Frage, jeder ein Holzofen wird auch nicht funktionieren an der Stelle, also Biomasseanlagen. Wasserstoff, den wir betrachten, sehen wir aktuell nicht. Oder dass es zu keinem Verkaufspreis für die Kunden angeboten werden kann. Es ist echt schwierig und klar, verfolgen wir das Ziel und wollen dort gerne bauen, aber wir müssen wirtschaftlich sehen, dass es sich am Ende auch wirklich für uns irgendwie darstellbar lässt und für den Endkunden auch ein Preis ist, den er bezahlen kann.

00:21:31:01 - 00:22:05:07

Ja, bezahlen, das ist noch ein Stichwort, weil das am Ende ja auch unser Anspruch ist als Stadtentwickler. Wir wollen natürlich auch nicht nur die 1000 Fachwerkhäuser die es in der Innenstadt gibt, wir würden natürlich gerne auch Bereiche etwas anbieten eine gute, bezahlbare Alternative, die genau in dem Bereich bezahlbarer Wohnraum sind. Also da sind wir in den Bereichen der Wohnquartiere, die vor allem mit dem Geschosswohnungsbau geprägt sind, wo wir natürlich wissen, dass sind ein hoher Anteil auch von Einkommensschwächeren.

00:22:05:09 - 00:22:31:19

Und für die wollen wir natürlich auch eine Alternative schaffen. Also wir wollen sozusagen da auch ein ausgewogenes Verhältnis schaffen. Ich glaube, für die Kommune ist schon immer als Prämisse, wenn sie sagt, für uns ist die Nummer eins, die das umsetzt, die Stadtwerke, die kommunalen Stadtwerke, das erst mal gesetzt, sozusagen als Grundlage. Dann wollen wir natürlich schon, dass auch Stadtentwicklungspolitische Zielsetzung auch sich in so einer Wärme-Netzstruktur abbilden.

00:22:31:21 - 00:22:58:05

Da habe ich diese zwei Punkte benannt, die uns wichtig sind. Gleichzeitig immer unter der Prämisse, es darf nicht dazu führen, dass nachher die Stadtwerke pleite gehen. Also davon haben wir nichts gehabt. Das ist für uns auch selbstredend. Das muss am Ende ein wirtschaftlicher Ausgleich sein, und der ist unverzichtbar, um überhaupt so etwas zu realisieren. Ich glaube, das war in der Vergangenheit ja auch so, also ich denke, das Thema Gasversorgung ist ja auch letztlich eine freiwillige Leistung gewesen und bis heute eine freiwillige Leistung.

00:22:58:05 - 00:23:10:11

Die machen wir ja nicht dann, um da Millionen zu versenken, sondern um einfach zu sagen, da ist ein Geschäftsfeld, auf dem wir uns auf Dauer wirtschaftlich solide bewegen können. Und so muss es am Ende bei der Wärmeversorgung auch sein.

00:23:10:13 - 00:23:17:14

Bildet ihr damit jetzt neben der reinen Wärmeversorgung und der Wirtschaftlichkeit auch das Sicherheitsthema ab?

00:23:17:16 - 00:23:34:06

Also für mich persönlich wäre das ein ganz neues Thema, also Sicherheit, also dass wir sozusagen der Staat sagt wir, das ist ja das dänische Modell, die sagen das Teil der Grundversorgung und egal, womit wir euch versorgen, wir stellen sicher, dass das das keiner in der kalten Wohnung sitzt. Das ist für mich neu, das ist tatsächlich, das haben wir bisher nicht.

00:23:34:06 - 00:23:57:01

Bisher sind wir immer davon ausgegangen. Jeder rettet sich und jeder versorgt sich je nachdem, was er hat. Und jeder hat auch die Möglichkeit dazu irgendetwas zu machen. Sei das Öl, Gas, Holzpellets, Photovoltaik oder einfach irgendwie den Heizungshahn zudrehen und ein bisschen kälter sozusagen zu wohnen. Also Sicherheit ist ein neuer Aspekt habe ich bisher noch nicht so gesehen.

00:23:57:03 - 00:24:20:10

Sicherheit ist für uns schon der Aspekt, denn genau darum geht es ja dieses jedem Bürger was bieten können am Ende. Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, dass es eine Grundversorgung ist. So sehen wir es aber, da wir irgendwann Gasnetz abschalten sollen, da wir wissen, dass es Gebäude gibt, die nicht funktionieren werden ohne Gas, richtig und dem Kunden am Ende eine Sicherheit zumindest in seinem Portemonnaie bieten zu können.

00:24:20:12 - 00:25:21:18

Das ist nicht über Maß nimmt und es gibt Erfahrungen und es gibt immer wieder Presseartikel, wo genau das aus dem Ruder läuft. Und das ist auch wieder ein Bestreben von uns, dass wir das am Ende auch alles so verträglich hinbekommen. Aber gerade das macht das ganze Projekt auch wieder sehr sportlich und wir müssen halt es gut beplanen und so viel Risiko wie wir gerne nehmen würden, ist es halt so,wollen nicht Deutschland gründlich bis ins letzte Detail planen, aber ich muss eine so große Planungstiefe für uns jetzt als Unternehmen schaffen, dass ich sagen kann, mit dem Risiko, was jetzt noch übrig bleibt, da fangen wir jetzt einfach an zu bauen, weil wir damit leben können und damit aber dann auch vorwärts kommen. Und das ist ein Stück Sicherheit am Ende auch für die Bürger, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so ganz sehen. Oder es ist auch wieder jeder seine eigene Ansichten. Das wird sich aber dann im Laufe der Jahre zeigen, wie sich das alles dann darstellt und wie sich das am Ende dann entwickelt.

00:25:21:20 - 00:25:48:07

Ja, ich glaube, das ist tatsächlich so ein bisschen Gedankensprung, wenn man das erweitern will. Das Thema Sicherheit, also das ist bisher haben wir das, kennen wir das nicht, wir kennen das nicht, das wir, das der Staat oder die Stadt für etwas verantwortlich ist, was das Thema Wärmeversorgung angeht. Das ist bisher einzeln individualorientiert. Es wäre sozusagen ein gedanklicher Sprung, wenn man das jetzt sozusagen als staatliches Projekt sehen würde.

00:25:48:08 - 00:26:11:15

Da glaube ich, da würde man viele Erwartungen wecken. Das ist, das ist ein Thema. Also was hat die Öffentlichkeit für eine Erwartung? Das haben wir ja auch erlebt als gewissen Widerspruch, dass Bürger sozusagen ganz viel erwarten. Wenn es heißt, der Startschuss für eine kommunale Wärme Planung ist erfolgt, dann wollen wir natürlich auch ganz schnell wissen, was ist denn das jetzt?

00:26:11:15 - 00:26:13:17

Was bedeutet das für mich konkret?

00:26:13:19 - 00:26:26:08

In dem gesamten Prozess habt ihr viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt. Welche Frage habt ihr dann am häufigsten gehört und welche hat uns, hat euch auch vielleicht ein bisschen genervt oder überrascht?

00:26:26:10 - 00:26:49:20

Eine der ersten Fragen und die häufigste Frage ist immer “Was kostet es?” Und dann ist immer das Thema genervt. Richtig viel ist ja, aber ich bezahl für mein Gas jetzt nur X cent und dann steht man jedes Mal wieder da und sagt jedes Mal Ja, Sie bezahlen für die Kilowattstunde X Cent. Haben Sie da schon den Grundpreis mit einberechnet, den Sie monatlich auch bezahlen müssen?

00:26:49:22 - 00:27:15:03

Haben Sie den Schornsteinfeger mit einberechnet, den Sie jährlich bezahlen müssen? Wissen Sie eigentlich, was Ihre Heizung im Monat an Abschreibung kostet? Was hat man noch? Ja, Wartung von Heizungsanlagen. Also das ist irgendwann was ein bisschen ein bisschen nervt, oder? Ja, weil man das oft mit Einzelbürger bespricht und die Bürger das nicht so wahrhaben wollen. Als Gegenfrage stelle ich dann immer schon an den Bürger, was kostet Ihr Auto im Monat oder im Jahr?

00:27:15:03 - 00:27:34:14

Was? Wie viel Verlust haben Sie am Auto? Das wissen fast alle Bürger. Was ihr Auto so im Monat oder im Jahr kostet. Will den sagen, aber das gleiche gilt für die Heizung auch das ist manchmal ein bisschen langwierig oder langatmig. Auf der anderen Seite, nein, wir machen es gerne. Dafür sind wir da zu erläutern dann, wie es weitergeht.

00:27:34:16 - 00:27:57:05

Die andere Frage, die wir häufig bekommen haben, ist, wann seid ihr bei mir? Wie schnell ist denn das Netz? Bzw. ihr hab doch alles fertig Leute, warum baut ihr denn jetzt nicht? Da waren so tolle Pläne. Ja, das ist ja schön, dass der Plan da war das aber eine Entwicklung in Detailplanung noch mal drei vier Jahren an Zeit verschlingt und die Gelder besorgen und alles was drumherum ist.

00:27:57:07 - 00:28:00:20

Nein, das haben die Leute leider nicht immer auf dem Schirm.

00:28:00:22 - 00:28:15:19

Also die beiden Fragen würde ich auf jeden Fall eins zu eins unterstützen. Vielleicht eine andere Reihenfolge bei uns. Bei uns haben sie vielleicht gefragt wann kommt es? Und erste zweite ist was kostet es für euch, wenn es erst mal was kostet und wann bin ich dabei? Okay, aber die beiden Fragen sind absolut identisch.

00:28:15:22 - 00:28:27:23

Und gab es einen Moment, an den ihr euch erinnern könnt, wo ihr Bürger und Bürgerinnen überzeugt habt oder wie vielleicht bei euch in irgendetwas überzeugt haben?

00:28:28:00 - 00:28:53:17

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit, glaube ich. Da gab es wenig Diskussion, das war immer gesetz, das es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich glaube es gab so Themen Energieerzeugungsanlagen, also was, woher kann man überhaupt Energie nehmen? Also Geothermie ist so ein Thema, was gerne so angesprochen worden ist. Dann natürlich auch skeptische Fragen Flusswärme, ach dann wird das irgendwie alles nicht funktionierend biologisch.

00:28:53:17 - 00:29:11:07

Und dann ist ja der Fluss oder die Fische sterben oder könnt ihr nicht das und das noch machen oder. Also ich glaube das waren eher so und so ein Thema, da will man sich dann doch eher einbringen und noch mal Themen platzieren, von denen man das Gefühl hat, dass sie vielleicht dann doch nicht so bisher berücksichtigt worden sind.

00:29:11:09 - 00:29:13:10

Markus, wie war das bei euch dann?

00:29:13:12 - 00:29:39:05

Ja, es gab Schock-Momente, es gab von denen, die komplett gar nichts davon halten und das ist alles Blödsinn, was wir hier machen, bis hin zu das Gas fließt eh nach fünf Jahren wieder aus dem Osten und es ist alles gut, haben wir ja alles dabei gehabt. Der Gro von Eschwege ist dafür, das ist so unsere Einschätzung, das Thema halt die Zeit, da sind Probleme.

00:29:39:07 - 00:30:04:10

Wir hatten Probleme bei der Entwicklung oder Übergangslösungen zu schaffen. Da sind wir noch dabei. Das ist leider auch nicht so schnell gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Ansonsten, es geht jeden Tag weiter und ich habe nicht vor, das Projekt morgen einzustampfen, sondern ich möchte eigentlich wirklich jetzt die ersten Zielsetzung, die wir uns mal in den Kalender geschrieben haben oder neben unsere Machbarkeitsstudie geschrieben haben, hoffen, dass ich die auch erreichen.

00:30:04:12 - 00:30:12:08

Und das ist zwar immer noch in drei, vier, fünf Jahren in Zukunft, aber es wird mittlerweile so konkret, dass wir was draus machen können.

00:30:12:10 - 00:30:27:22

Ihr habt jetzt beide jeweils 30 Sekunden Zeit, um eure drei nicht verhandelbaren Erfolgsfaktoren zu nennen. Zum Gelingen einer Wärmeplanung und dann in die Umsetzung zu kommen.

00:30:27:24 - 00:31:02:00

Also für mich wären drei nicht verhandelbare Erfolgsfaktoren. Erstens Wärmeplanung ist ein Teil der Stadtentwicklung und der Stadtplanung. Und damit verantwortet die Kommune auch über die Wärmeplanung ihre eigene Städtebaupolitik. Es muss ein Konsens geben, der Planungspartner, der später für die verantwortlich sein wird, für die Umsetzung. Und das dritte wäre für mich, dass die Stadtwerke für eine Kommune immer Ansprechpartner Nummer eins sind, wenn es um die federführende Betreuung, Planung, Vorbereitung und Umsetzung geht.

00:31:02:02 - 00:31:30:22

Und verhandelbar ist gar nichts. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das so schnelllebig ist, was wir hier gerade machen. Wir wissen im Grunde... Mein Ziel, mein Ziel ist unverhandelbar. Ich möchte als Stadtwerke die ersten Abschnitte Wärmeleitung bauen und auch betreiben. Das ist für uns unverhandelbar. Das Drumherum und das wie muss man immer sehen, wie die Gegebenheiten gerade sind.

00:31:30:24 - 00:31:39:02

Einmischung, Einmischung, die komplett daneben laufenden, aber auch die sind verhandelbar. Oder es gibt dann in dem Moment Situationen.

00:31:39:02 - 00:31:56:09

Was ich rauspicken. Vielleicht fällt es dir ja leichter zu sagen, was ein Fehler ist, den du bei anderen immer wieder siehst. Ich meine, du hast ja hast du ja schon häufiger andere Projekte in anderen Kommunen angeschaut, bist viel unterwegs. Was würdest du sagen?

00:31:56:11 - 00:32:20:08

Ihr beide. Fehler bzw wo man dringend darauf achten muss, man sich nicht drauf einlassen sollte, ist das Thema nur nach der Wirtschaftlichkeit zu planen. Das wird ganz häufig gemacht. Ganz häufig wird die erste Frage, wie viel habt ihr? 10 Millionen? Dann bauen wir für 10 Millionen Netz. Eine Planung danach ist auch billiger, aber sie ist nicht zukunftsträchtig, oder? Ich habe in der Zukunft ganz viel Probleme, das umzubauen.

00:32:20:10 - 00:32:42:02

Ich glaube, der größte Fehler war, dass man am Ende schon weiß, was ja tatsächlich am Ende rauskommt. Also wenn das sozusagen die Erwartung ist, da treffe ich das auch. Und wenn man sagt, ich habe, auch wenn ich das gar nicht definieren kann, ich habe ein bestimmtes Budget und das will ich ausgeben, ich habe gar keine, habe gar keine Zielvorgabe, dann hilft mir das nicht.

00:32:42:02 - 00:32:54:19

Das wäre tatsächlich ein großer Fehler. Also sich darauf sozusagen zu beschränken, vielleicht auch nachher zurückzugehen. Sagen, brauchen wir gar nicht, mit 3 Millionen werden wir das nicht schaffen, das sinnvoll ist. Oder wir brauchen 30 Millionen.

00:32:54:21 - 00:33:17:12

Ich hätte es wahrscheinlich nicht besser sagen können, ähm, wir kommen damit auch schon zum Abschluss und ich finde, bisher habt ihr euch wirklich sehr gut geschlagen. Jetzt wird es noch mal ein bisschen tricky. Sogenannte Quick Fire. Und zwar will ich von euch beiden jetzt gern einmal den mutigsten Moment in einem Wort hören.

00:33:17:14 - 00:33:20:09

Mit einem Wort werde ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

00:33:20:11 - 00:33:22:08

Du hast drei.

00:33:22:10 - 00:33:39:02

Also ähm, drei Wörter und der mutigste Moment für Stadt und Stadtwerke. Zusammengenommen ist das in dem Moment Start der Wärmeplanung vor den anderen, es sind doch fünf Wörter.

00:33:39:04 - 00:33:48:21

Also ich sage noch drei Worte Wirtschaftsminister in der Baugrube für Nahwärme-Anschluss. Das war mutig.

00:33:48:23 - 00:33:53:09

Okay, mutig auch von wegen, es hätte ja auch was passieren können.

00:33:53:11 - 00:33:57:08

Ganz genau.

00:33:57:10 - 00:34:00:01

Was war eure größte Überraschung?

00:34:00:03 - 00:34:15:22

Die größte Überraschung ist das Feedback, was wir aus vielen Bereichen bekommen. Nicht extremst groß oder nicht von ganz vielen. Aber die Feedbacks die wir bekommen überragend und genau an dem, was wir gerade machen richtig.

00:34:15:24 - 00:34:37:21

Ja, wir haben ganz handfeste Überraschung jetzt, wenn wir in der Erde buddeln, wir finden immer wieder archäologische Funde. Das ist etwas, was vielleicht vorher auch nicht so auf dem Schirm hatten. Wir sind gerade gebrannte Kinder vom Nikolai-Platz, weil wir da, äh, hunderttausende ausgeben für Grabungen. Aber gut, das gehört dann auch dazu.

00:34:37:23 - 00:34:45:18

Das war auch eine Überraschung. Vielleicht auch etwas, was man anderen Kommunen mitgeben kann, dass man das leider auch mit bedenken sollte.

00:34:45:22 - 00:34:54:01

Und möglicherweise, wenn man es nicht nur bedenkt, sondern auch berücksichtigt, dann wird es noch besser.

00:34:54:03 - 00:35:01:15

Ja, Markus, du hast es ja eigentlich gerade mehr oder weniger schon gesagt. Aber vielleicht gibt es noch etwas anderes auch von dir, Philipp, worauf seid ihr stolz.

00:35:01:17 - 00:35:03:21

Teil des Projektteams zu sein und dass ich das für die

00:35:03:21 - 00:35:11:17

Stadt Eschwege machen darf. Ja, Stolz, dass es ein wachsendes Projektes ist und dass es auch zunehmend Wissen gibt bei allen Beteiligten.

00:35:11:19 - 00:35:14:01

Sehr schön und was kommt als nächstes?

00:35:14:07 - 00:35:35:12

In einem Satz. Als nächstes intern kommen für uns die ersten Deatail-Hochrechnungen, mit denen wir dann irgendwann weiterarbeiten werden. Der nächste Meilenstein, der extern wird, wird leider erst im September stattfinden, mit einer Informationsveranstaltung, wo wir die gesamte Machbarkeitsstudie und die Details dann alle mit rausbringen in die Öffentlichkeit.

00:35:35:14 - 00:36:02:18

Ja, also für mich wäre der nächste Meilenstein tatsächlich eine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung, dass das jetzt die Grundlage ist für die weiteren Schritte. Und ich muss noh eine Sache ergänzen. Und zwar waren wir das ist ja sozusagen auch aus den Teil dieser Kooperation mit den Dänen gewesen, das Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, das ist auch etwas, das habe ich mir auch mal als Stichwort noch mal hier notiert.

00:36:02:20 - 00:36:30:17

Ich glaube, das Thema in der Öffentlichkeit mit dem Thema präsent zu sein und das kontinuierlich, das ist etwas auch ganz entscheidendes. Und da haben wir uns jetzt auch drauf verständigt mit den Stadtwerken zusammen, dass wir erstens das gemeinsam machen, dass also immer alle Projektpartner sozusagen von dem anderen wissen, was er kommuniziert gegenüber wem. Und das zweite auch, dass wir am Ball bleiben, dass wir auch zwischendurch mal scheinbare Pausen kommunizieren.

00:36:30:17 - 00:36:48:20

Also einfach sagen, wir arbeiten jetzt an dem Projekt oder da gibt es etwas Neues, da gibt es aber noch nichts Neues. Aber da gibt es eine Entwicklung. Ich glaube, das ist so in der Kommunikationsstrategie, die ja auch Wärmeplanung ja auch mit beinhalten sollte. Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt, der auch ein Erfolgsfaktor darstellen kann.

00:36:48:22 - 00:37:11:03

Gut, dass das noch mal gesagt hast. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Punkt, den wir natürlich auch in unserer Beratung in anderen Kommunen immer wieder miterleben, dass das einfach als nicht so wichtig erachtet wird oder eben eher als lästiger, lästiger Beigeschmack. Und ihr habt was vergessen. Was kommt als nächstes? Der Workshop in Dänemark.

00:37:11:05 - 00:37:38:22

Und damit auch unser letzter Workshop. Leider. Schauen wir mal, was wird. Ich bedanke mich. Es war wirklich großartig. Ich glaube sehr viele, die diesen Podcast sich anhören werden, werden vieles mitnehmen.

00:37:38:24 - 00:37:57:00

der Wärmeplanung genannt wird. Und wir sprechen heute mit Markus Mengel von den Stadtwerken Eschwege und mit Philipp Heinrichs von der Stadt Eschwege. Ich würde direkt einmal starten mit der Frage, was denn euer ungewöhnlichster Moment in diesem Prozess war. Und das bitte in einem Satz.

00:37:57:05 - 00:38:13:10

Also mir fällt da ganz spontan ein, ich habe ja vor rund zweieinhalb Jahren bei der Stadt begonnen und eine der ersten Amtshandlungen des Bürgermeisters war, dass er mir ganz stolz einen Spiegelartikel gezeigt hat, dass die Stadt Eschwege ganz vorne in der Wärmeplanung sei.

00:38:13:12 - 00:38:16:17

Das würde ich ungewöhnlich nennen, aber ungewöhnlich im positiven Sinne.

00:38:16:19 - 00:38:34:04

Ich bin seit Mai 23 bei den Stadtwerken und ich bin nur für die Wärme eingestellt worden und habe das dann übernommen. Und es ist komplett meine Aufgabe, dieses Themengebiet von Anfang bis Ende durchzuplanen.

00:38:34:06 - 00:38:45:23

Ich würde sagen, der eine oder andere, der das jetzt hört, ist wahrscheinlich neidisch, dass Menschen bei euch gibt, die nur für dieses Thema eingestellt wurden. Wer von euch beiden war denn öfter der Bremser?

00:38:46:00 - 00:38:47:10

Da gucke ich den Bremser an.

00:38:47:12 - 00:39:02:04

Ich denke immer. Ja, wir können uns gegenseitig ausbremsen. Das können wir sehr gut oder auch nicht. Wenn es eine Bremse gibt bei unserem Projekt oder gab gab, es auch immer Beweggründe,

00:39:02:06 - 00:39:14:16

Also ich sag mal, die mutigste Entscheidung war, da muss ich die Stadtwerke angucken, war auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme-Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird.

00:39:14:18 - 00:39:30:17

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl, dass zu der Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen sollte am Ende.

00:39:30:19 - 00:39:59:17

Ich glaube, das Thema ist wirklich, ein großer Fehler, den man machen kann, ist von Anfang an sozusagen vom Ende her zu denken und nicht so sehr das Ziel und den Weg dahin. Das muss eigentlich die Leitschnur sein für so eine Planung.

00:39:59:19 - 00:40:23:23

Wir befinden uns in Eschwege, einer Kreisstadt in Nordhessen, die oft als Vorreiter der Wärmeplanung genannt wird. Und wir sprechen heute mit Markus Mengel von den Stadtwerken Eschwege und mit Philipp Heinrichs von der Stadt Eschwege. Ich würde direkt einmal starten mit der Frage, was denn euer ungewöhnlichster Moment in diesem Prozess war. Und das bitte in einem Satz.

00:40:24:03 - 00:40:40:08

Also mir fällt da ganz spontan ein, ich habe ja vor rund zweieinhalb Jahren bei der Stadt begonnen und eine der ersten Amtshandlungen des Bürgermeisters war, dass er mir ganz stolz einen Spiegelartikel gezeigt hat, dass die Stadt Eschwege ganz vorne in der Wärmeplanung sei.

00:40:40:10 - 00:40:43:15

Das würde ich ungewöhnlich nennen, aber ungewöhnlich im positiven Sinne.

00:40:43:17 - 00:41:01:02

Ich bin seit Mai 23 bei den Stadtwerken und ich bin nur für die Wärme eingestellt worden und habe das dann übernommen. Und es ist komplett meine Aufgabe, dieses Themengebiet von Anfang bis Ende durchzuplanen.

00:41:01:04 - 00:41:12:21

Ich würde sagen, der eine oder andere, der das jetzt hört, ist wahrscheinlich neidisch, dass Menschen bei euch gibt, die nur für dieses Thema eingestellt wurden. Wer von euch beiden war denn öfter der Bremser?

00:41:12:23 - 00:41:14:08

Da gucke ich den Bremser an.

00:41:14:10 - 00:41:39:06

Ich denke immer. Ja, wir können uns gegenseitig ausbremsen. Das können wir sehr gut oder auch nicht. Wenn es eine Bremse gibt bei unserem Projekt oder gab gab, es auch immer Beweggründe, warum die Bremse mit drin ist oder warum man Sachen gerade nicht in die Öffentlichkeit nimmt. Aber da sind dann die Interessen zwischen den Stadtwerken und der Stadt dann auch wieder komplett anders gelagert und Notwendigkeiten da.

00:41:39:08 - 00:41:51:15

Und ich denke Philipp, da stimmst du mir zu. Das, was ihr wollt oder was ihr braucht, das bearbeiten wir. Wir aber als Unternehmen müssen in dem Moment anders agieren oder haben halt leider nicht immer die Möglichkeit, alles sofort öffentlich zu machen.

00:41:51:20 - 00:42:09:12

Okay, also sowohl als auch auf beiden Seiten. Aber es hat ja immer seine Beweggründe. Okay, ja, wenn ihr die Reise, die ihr von damals bis heute bereits betreten habt, in drei kurzen Stationen erzählen müsstest, Start, Kipppunkt und heute? Wie würde diese Reise aussehen?

00:42:09:14 - 00:42:31:12

Der Startpunkt war sozusagen ja die Gewissheit, dass die Stadt sich auf den Weg gemacht hat, gemeinsam mit den Stadtwerken. Dass sie diese Werbeplanung jetzt voranbringen will, dass sie auch insofern ein Stückchen Vorreiterrolle hat und Vorreiterrolle hat, heißt ja auch immer, dass man auch schon Dinge tut, die man möglicherweise nicht tun würde, wenn man nicht so sicher wäre, dass man das auch will.

00:42:31:14 - 00:42:54:21

Das ist sozusagen der Startschuss gewesen, auch mit einer großen Veranstaltung in der Stadthalle, mit einer ganz großartigen Resonanz von der Bürgerschaft, viel Mitwirkung auch von anderen Beteiligten. Ja, und dann gab es ein Stückchen Sprachlosigkeit oder auch Stille, was das Thema Wärmeplanung angeht. Und ich denke, wir sind jetzt dieses Jahr dabei, sozusagen gut ins Rollen zu kommen.

00:42:54:23 - 00:43:57:09

Gut Start, ich war etwas früher dabei, als Philipp Heinrichs von der Stadt. Ich bin halt eingestellt worden. Ich bin damals zur Wärmeleitplanung dazugestoßen, als die gerade in der Umsetzung war und hatte das Projekt dann quer übernommen. Als Startpunkt kann man hier eigentlich sagen, dass es ursprünglich zwischen dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege Themen gab, noch vor dem Ukrainekrieg, dass man eigentlich das Gasnetz erweitern möchte und aus dem Gasnetz Erweiterung ist dann der Kipppunkt gekommen, das ist alles Käse, wenn man auf die Ukraine Situation dann eingeht und daraus hat man dann ein Energiesystem gefahren. Damals gab es das Thema kommunale Wärmeplanung so noch gar nicht. Baden-Württemberg hatte das als erstes aufgenommen. Wir haben nur unsere Förderanträge unter der Prämisse des Energie-Monitorings von Wiesbaden gestellt. Klima oder kommunale Wärmeplanung wurde es dann erst mit dem Start in 22 Dezember 22 gestellt und seitdem sind wir kontinuierlich dran.

00:43:57:11 - 00:44:09:03

Und ja, wir hatten zwischendurch auch mal Zeiten, wo ein bisschen Ruhe herrschte. Das hing aber nicht damit zusammen, dass wir nichts gemacht haben, sondern Daten sammeln und neu starten oder in dem Moment weiter vertiefen und besser aufbauen.

00:44:09:05 - 00:44:20:24

Was würdet ihr sagen, ist die eine Sache, die andere Kommunen bei euch anders spüren, wenn man euch jetzt noch mal so als Vorreiterrolle auch hervorstellt?

00:44:21:01 - 00:44:45:07

Ja, ich sag mal so die Erwartungen sind immer ganz groß. Also man hat da ein Bild von der Stadt Eschwege, dass wir sozusagen alles schon fertig hätten in der Schublade. Das ist ja nicht so, das ist ein Stückchen Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite kann man schon auch sagen, dass wir sozusagen Thema auch jetzt hier behandeln, was Neuland ist für uns, weil wir bisher keine Wärmeversorgung haben, jedenfalls keine zentrale.

00:44:45:09 - 00:44:56:19

Und dass sozusagen da auch keiner bisher uns da abbringen lässt von diesem Weg, das denke ich mal, ist etwas, was sozusagen auch interessant ist für andere Kommunen.

00:44:56:21 - 00:45:20:15

Als Vorreiter ist man nicht immer Vorreiter, denn das ist uns in manchen Bereichen und das merken wir jetzt erst in der vertiefenden Ausarbeitung auch auf die Füße gefallen. Wir haben gelernt mittlerweile, dass unsere Wärmeleitplanung auch einige Schwachstellen hat, die wir im Rahmen der vertiefenden Machbarkeitsstudie jetzt überhaupt erst ausmerzen. Aber auch, weil wir das jetzt in dem Moment machen.

00:45:20:17 - 00:45:58:10

Wir können anderen Kommunen auf jeden Fall eins mitgeben, wählt Büros, die das machen, sorgsam aus. Der Standard der kommunalen Wärmeplanung hat nicht alles drin, was man braucht, um später was daraus einfach mal schnell im Projekt auszugestalten. Und ich mache in meinen Vorträgen mittlerweile so den Hinweis eine kommunale Wärmeplanung ist wie ein Passagierflugzeug 10.000 Fuß Überflug. Um ein Projekt konkret umzusetzen, braucht man aber schon mal ein Segelflugzeug mindestens auf die Höhe runter zu kommen oder vielleicht sogar den Tiefflug kurz über die Häuser, weil erst dann kann ich wirklich sehen, was ist in dem Straßenzug los. Was funktioniert in den Häusern?

00:45:58:12 - 00:46:17:19

Also da würde ich gerne angreifen oder nachhaken, das Thema Vorreiter, das ist ja immer so ein, ich sag mal so, bei Kommunen ist das immer ganz elegant, wenn man immer eine Vorreiter Kommune hat. Da sagt man prima, die machen das, erst mal die können das mal ausprobieren, die sollen mal ihre Fehler machen. Und wenn sie das alle irgendwie, wenn die 100. Kommune, das gemacht hat, dann können wir uns auch dran trauen.

00:46:17:21 - 00:46:37:04

Das ist ja so ein beliebtes Spiel hier, das ist ja auch, hat ja auch seine Bewandtnis. Aber ich glaube, der Vorteil ist sozusagen, wir haben also die Anforderung für jedes Projekt ist trotzdem, das man es ja nicht übertragen kann. Also jeder muss das lernen, jeder muss sich darauf einstellen, dass er sich sozusagen einlässt auf ein Thema, von dem er nicht weiß am Anfang, wo er am Ende landen wird.

00:46:37:10 - 00:46:45:08

Und da helfen auch 25 Vorreiter Kommune nix, die einem sagen so und so haben wir es bei uns gemacht. Am Ende wird es dann trotzdem ein Stückchen anders sein.

00:46:45:10 - 00:47:02:00

Die können 75 % höchstens aus den Erfahrungen des Planens lernen, was wir gemacht haben. Wir müssen dann aber die 25 % vor Ort Situationen komplett mit einfließen lassen. Aber die 25 % ist der größere Part am Planen am Ende oder der größere Aufwand.

00:47:02:02 - 00:47:16:10

Das ist eine super Überleitung zu der nächsten Frage und ich fand's richtig gut, was ihr gerade gesagt habt. Was würdet ihr dann in diesem Zuge sagen, welche Entscheidung wirklich mutig war und warum?

00:47:16:12 - 00:47:39:04

Also ich sage mal, die mutigste Entscheidung war. Da muss ich die Stadtwerke angucken. War auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird. Einfach vor dem Hintergrund. Wir sind gewiss, dass wir das machen wollen. Wir sind gewiss, dass wir auch diesen Bereich in der Innenstadt versorgen wollen. Und wir wissen, dass die Stadt jetzt dort einen neuen Stadtplatz schafft.

00:47:39:04 - 00:48:12:03

Und sie möchte auf keinen Fall, dass der in drei Jahren wieder aufgerissen wird. Und da gehen wir in ein Risiko, auch in ein wirtschaftliches Risiko. Und da sind wir mutig, auch wenn wir nachher uns verantworten müssen. Warum steckt er so viel Geld darein und am Ende habt ihr da was verbuddelt und davon habt ihr dann nix. Das war wirklich mutig und das wünsche ich mir am Ende auch für viele andere Investitionsentscheidungen, dass man natürlich mit einer verlässlichen Perspektive, aber trotzdem mit einem gewissen Mut auch an solche Dinge herangeht und auch Geld in die Hand nimmt.

00:48:12:05 - 00:48:43:07

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen soll. Mutig war, dass die Stadtwerke gesagt haben, wir nehmen die Wirtschaftlichkeit in Geld in die Hand und schaffen erst mal eine Vollzeitstelle für einen Ingenieur und haben später dann sogar noch eine zweite Stelle, die das Projekt nur dieses Projekt bearbeiten.

00:48:43:09 - 00:49:09:18

Mutig war in dem Moment, dass die Geschäftsführung, der Bürgermeister, der Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt gesagt hat “Ja wohl, ihr macht eine Planung und die dürft ihr sogar vertiefend machen. Wie stellen dafür die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung.” Und wir sprechen nicht drüber, ein Standard-Netz zu planen, sucht euch 200 Abnehmer und baut das Thema, sondern mutig ist zu sagen, wir haben entschieden, wir wollen weiterhin allen Bürgern von Eschwege was bieten können.

00:49:09:20 - 00:49:32:23

Das heißt aber, dass die Planung etwas länger dauert. Die Planung wird umfangreicher und teurer und trotzdem haben wir das Geld in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob das am Ende alles so mal kommen wird in zehn, 20 Jahren. Und ja, wir haben auch zwischendurch schon mal Rohrleitungen gebaut, was auch eine mutige Entscheidung war, wo auch wieder die Gremien alle gesagt haben, dann macht es mit ein bisschen Gegenwind auch mal mit Diskussionen und dieses “Ja versenkt ihr Geld und was ist dann?”

00:49:33:00 - 00:49:40:21

Aber nur so sehen wir auch Perspektiven und sehen, dass wir dann zukünftig auch vernünftig arbeiten und aufgestellt sein können.

00:49:40:23 - 00:49:57:19

Also werdet ihr schon sagen, dass es hier auch ein gesundes Maß an, wer musste wen überzeugen, war?Wenn du sagst, es gab auch mal Gegenwind. Und ja, man muss das in den Gremien durchbringen, aber war es, sag ich mal ein gesundes Maß einfach.

00:49:57:21 - 00:50:18:17

Es war ein gesundes Maß und es war immer eine offene und faire Diskussion, egal in welchen Bereichen man das führen würde. Beide sind ja nun auch schon immer mal so ein bisschen, was wir schon eingangs hatten. Ja, manchmal brauchen wir einen Moment länger als Stadtwerke oder wir haben andere Beweggründe, dass wir was vielleicht nicht sofort rausbringen oder dass wir halt sagen, das dauert noch mal zwei, drei Monate länger.

00:50:18:19 - 00:50:30:11

Wir machen so viel Daseinsvorsorge als Stadtwerke als kommunales Unternehmen für die Stadt, dass wir aber auch darauf achten müssen Ist das alles für uns realisierbar, ohne dass wir in 20 Jahren irgendwo insolvent gehen

00:50:30:11 - 00:50:48:12

Ich sag mal so, Gegenwind habe ich da auch nicht erlebt. Aber es liegt natürlich auch daran, weil wir dann ja in der komfortablen Situation waren, dass andere das Geld ausgeben. Ähm, ich glaube, das war eine hohe Akzeptanz, dass man gesagt hat, also da wollen wir auch weiter vorangehen, damit wollen wir auch Ressourcen einsetzen. Ich glaube, das ist schon Konsens gewesen.

00:50:48:12 - 00:50:52:16

Insofern Gegenwind habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht wahrgenommen.

00:50:52:17 - 00:51:03:20

In der Sitzung bist du dann immer nicht so mit dabei. Das ist dann wieder bei uns eine andere, ganz andere Beweggründe. Wir sind Wirtschaftsunternehmen und wir müssen auch Geld verdienen, um das auch ausgeben zu können.

00:51:03:22 - 00:51:27:19

Wird vielleicht auch ein spannendes Thema. Wir von der LEA hören ja immer wieder aus den verschiedensten Kommunen. Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit, keine Kapazitäten, uns um die kommunale Wärmeplanung zu kümmern. Und doch gibt es dann eben euch, wo wir sehen, dass das auch funktioniert. Natürlich seid ihr wahrscheinlich viele bei euch in der Verwaltung sehr viel besser besetzt, als es in manch anderen Kommunen ist.

00:51:27:21 - 00:51:43:02

Aber wie gewährleistet ihr in eurem Arbeitsalltag, dass die kommunale Wärmeplanung und jetzt eben auch die Umsetzung eben nicht nur ein Projekt ist, sondern einfach eine Steuerung ist, die einfach sich durch euren Arbeitsalltag durchzieht?

00:51:43:04 - 00:52:07:00

Ja, also ich glaube, da ist schon ganz wichtig, dass man einfach weiß, dass das Stadtplanung und Stadtentwicklung ja immer auch Projekte kennt, also Projekte, die mal kommen und mal gehen und dann ja sozusagen auch ihre Wertigkeit und ihre Wichtigkeit haben. Und das ist, glaube ich, Handwerkszeug von Stadtplanern, dass die wissen, also dass sie auch sich auf etwas einstellen müssen und auch noch ein Stückchen auch dranbleiben müssen.

00:52:07:02 - 00:52:33:01

Ich verstehe kleinere Gemeinden, die vielleicht einen Verantwortlichen im Bauamt haben, im Planungsamt, der sozusagen dann noch neben dem Straßenbau und dem Hochbau dann gesagt wird, jetzt machst du noch ein bisschen kommunale Wärmeplanung. Da komm ich schnell an Grenzen, gar keine Frage. Ich glaube, da braucht man auch eine gewisse Ausstattung, also eine personelle Ausstattung von Mitarbeitern, die auch wissen, dass sie sich um solche Projekte dann auch mit einem Zeitbudget kümmern können.

00:52:33:03 - 00:53:03:01

Wir sind weit davon entfernt, jetzt zu sagen, wir haben einen Mitarbeiter, der kommunale Wärmeplanung betreut. Aber wir wissen natürlich, wir haben auch einige Stadtplaner, die auch mit gewisser unterschiedlicher Intensität verschiedene Projekte der Stadtentwicklung betreuen. Und wenn da so ein Bereich aufkommt, dann ist es natürlich auch eine Aufgabe, auch der Politik. Aber auch ich sag mal so auch als Aufgabe dann der sozusagen des Bürgermeisters oder des Magistrats dann zu kommunizieren, welche Wertigkeit so ein Projekt dann eben in der Durchführung haben muss.

00:53:03:05 - 00:53:09:15

Markus, was würdest du sagen, wer hat in dem Prozess bislang am häufigsten nachgehakt?

00:53:09:17 - 00:53:44:19

Bis vor kurzem noch der ehemalige amtierende Bürgermeister und der Geschäftsführer. Weil ich dort auch regelmäßig Rede und Antwort stehen musste und auch Stände geben musste oder auch Begründungen, warum mal drei vier Monate nichts kommt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich auch von meinem Geschäftsführer und auch vom ehemaligen Bürgermeister die Rückendeckung hatte. Das machen zu können oder halt in dem Moment zu sagen “Nein, ich mache das jetzt nicht so oder ich mache das jetzt, bring mich noch nicht in die Politik oder ich halte das noch zurück, weil es für mich Beweggründe gab und sehe momentan, dass es nicht verkehrt war.”

00:53:44:21 - 00:54:04:24

Ich hätte vielleicht bei dem einen oder anderen Thema ein Stück mutiger oder ein Stückchen schneller sein können, aber es hat auch nicht geschadet. Im Gesamtprojekt und in manchen Bereichen bin ich froh, dass wir die vertiefende Machbarkeitsstudie jetzt haben und erst jetzt mit konkreteren Plänen rausgehen. Es gab vor anderthalb Jahren schon konkretere Pläne und wir haben es jetzt noch mal nachgestuft.

00:54:05:01 - 00:54:27:16

Und da kommen wir auch zu unserem Plan to Heat Projekt jetzt hier. Wir hatten die Machbarkeitsstudie fertig als Stadtwerke für die Stadt mit einem Energieträger Werrawasser, also sprich Flusswasser, Wärmepumpe als Großanlage. Ich hatte damals gerade meinen Kollegen neu mit dazu bekommen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben uns mit der Planung beschäftigt und uns die Frage gestellt, funktioniert das für ein so großes Gebiet?

00:54:27:18 - 00:54:58:05

Ja, wir haben Beispiele in Deutschland. Es geht. Die Frage ist aber das wie. Also haben wir angefangen mal ein bisschen rumzuspinnen oder nice to have zu sagen, was wäre denn eigentlich noch richtig genial, wenn ich so ein Netz planen. Das haben wir mit aufgenommen und haben mit der Geschäftsführung gesprochen. Und auch da hatten wir wieder die Freiheit zu sagen, jawohl, dürft ihr, macht das noch. Verliert das Ziel nicht aus den Augen, aber nehmt auch mal eine Nice to have an, in 2045 oder in 2050.

00:54:58:05 - 00:55:13:23

Wie könnte das Netz da aussehen? Und dann kam Plane to Heat mit ins Spiel. Die Anfrage, ob wir mit nach Dänemark wollen und jetzt das Ganze anzuschauen. Und wir sind nach Dänemark gefahren und wir waren wirklich baff von den Anlagen, von dem, wie die Netze da oben laufen.

00:55:14:00 - 00:55:59:16

Mit verschiedenen Anlagen. Genau das, was wir also uns vorher gedacht haben, das kann so nicht ganz funktionieren. Was die Wärmeleitplanung ausgibt, hat es uns da gezeigt. Dänemark ist ein ganz um Jahrzehnte vor uns voraus. Das heißt, das können wir nicht sofort umsetzen. Das ist finanziell nicht ganz machbar, aber wir haben genau das in die Planung mit aufgenommen und haben jetzt so Netzausbau Schritte, was ist in den nächsten fünf Jahren, in den nächsten zehn Jahren und wo wollen wir in 2045/2050 mal hin mit dem Netz? Das war ein wahnsinns Wissenssprung und auch Überzeugungsarbeit, dann wieder, als wir zurückgekommen sind gegenüber der Geschäftsführung und dem Bürgermeister zu sagen, die stehen da, die stehen nicht ohne Grund da oder machen jetzt die und die Ausbau Schritte ohne Grund.

00:55:59:18 - 00:56:02:01

Dementsprechend hat uns das richtig was geholfen.

00:56:02:03 - 00:56:22:02

Es kann natürlich nicht jeder nach Dänemark fahren, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen, das ist immer hilfreich, sozusagen nicht mehr genau den vergleichbaren Prototyp zu nehmen oder sagen ich gucke mir einfach mal ein bisschen links und rechts, um quasi die Neugierde mitzubringen, Was haben andere schon gemacht? Vielleicht auch andere Länder sogar?

00:56:22:04 - 00:56:57:03

Ja, absolut. Natürlich. Es kann nicht jeder nach Dänemark fahren, aber man kann beispielsweise nach Eschwege fahren. Oder man kann nach Gießen fahren. Also man muss ja nicht in ein anderes Land fahren, sondern, wie du schon sagtest, Philipp, man kann sich auch einfach mal andere kommunale Projekte angucken. Und genau das Thema Wärmewende, das ist halt wirklich einfach ein Miteinander und kein Gegeneinander. Und ich denke, da ist einfach das Plan to Heat Projekt, einfach ein sehr schönes Projekt, was das auch noch mal zeigt und Markus du hast auch wieder einen super Überleitung eigentlich geboten.

00:56:57:03 - 00:57:09:00

Als würdet ihr wissen, was ich fragen will. Gruselig. Ähm, weil ich jetzt ganz gerne einmal die Gretchenfrage stellen wollen würde. Und zwar wo macht ein Netz denn Sinn und wo nicht?

00:57:09:01 - 00:57:51:24

Also da fange ich mal an, damit es nicht wirtschaftlich wird, weil das macht dann nachher der Markus Mengel, weil der muss nachher sagen, ich betreibe das und kann sogar ein bisschen Geld damit verdienen. Es macht da Sinn, wo die Nöte am größten sind, und zwar im Hinblick jetzt auch auf die Stadtentwicklung. Also wir sind seinerzeit gestartet, Sinn macht es da in der Innenstadt, weil wir die Innenstadt generell stärken wollen und weil wir davon ausgegangen sind, Wärmeversorgung als Angebot der Kommune stärkt auch Stadtquartiere. Und da ist die Innenstadt uns quasi am wichtigsten und am naheliegendsten. Und alles andere ergibt sich daraus, was am Ende sozusagen für einen, der es dann übernimmt, auch tatsächlich wirtschaftlich darstellbar ist.

00:57:52:01 - 00:58:23:23

Wir sind als kommunales Unternehmen unseren Bürgern verpflichtet, den Bürgern von Eschwege verpflichtet. Wir wollen zusehen, dass wir für alle was bieten können. Sinnig kann ein Netz über das gesamte Stadtgebiet sein. technisch ist es immer machbar, was zu bauen. Wir stoßen aber halt an die Grenzen des wirtschaftlichen und müssen schauen, wie wir das Ganze am Ende realisieren. Die Innenstadt, die die Stadt gerne sofort ausbauen würde, werden für uns so der zweite Baustepp erst sein.

00:58:23:23 - 00:58:47:08

Leider. Auf der einen Seite ist es notwendig, die Bürger haben in den Bereichen auch ganz wenig bis keine Alternativen. Irgendwann. Wir folgen der Vorgabe immer noch. Es heißt 45 sollen die Gasnetze abgeschaltet werden. Also muss ich den Bürgern irgendwas bieten können, zu dem Zeitpunkt und in der Innenstadt bei uns sind es 100 Fachwerkhäuser, haben wir keine Möglichkeit.

00:58:47:08 - 00:59:25:03

Es gibt keine Plätze, die können keine Wärmepumpe aufstellen. Und es ist auch in dem Thema Emissionsbetrachtung die Frage, jeder ein Holzofen wird auch nicht funktionieren an der Stelle, also Biomasseanlagen. Wasserstoff, den wir betrachten, sehen wir aktuell nicht. Oder dass es zu keinem Verkaufspreis für die Kunden angeboten werden kann. Es ist echt schwierig und klar, verfolgen wir das Ziel und wollen dort gerne bauen, aber wir müssen wirtschaftlich sehen, dass es sich am Ende auch wirklich für uns irgendwie darstellbar lässt und für den Endkunden auch ein Preis ist, den er bezahlen kann.

00:59:25:05 - 00:59:59:11

Ja, bezahlen, das ist noch ein Stichwort, weil das am Ende ja auch unser Anspruch ist als Stadtentwickler. Wir wollen natürlich auch nicht nur die 1000 Fachwerkhäuser die es in der Innenstadt gibt, wir würden natürlich gerne auch Bereiche etwas anbieten eine gute, bezahlbare Alternative, die genau in dem Bereich bezahlbarer Wohnraum sind. Also da sind wir in den Bereichen der Wohnquartiere, die vor allem mit dem Geschosswohnungsbau geprägt sind, wo wir natürlich wissen, dass sind ein hoher Anteil auch von Einkommensschwächeren.

00:59:59:13 - 01:00:25:23

Und für die wollen wir natürlich auch eine Alternative schaffen. Also wir wollen sozusagen da auch ein ausgewogenes Verhältnis schaffen. Ich glaube, für die Kommune ist schon immer als Prämisse, wenn sie sagt, für uns ist die Nummer eins, die das umsetzt, die Stadtwerke, die kommunalen Stadtwerke, das erst mal gesetzt, sozusagen als Grundlage. Dann wollen wir natürlich schon, dass auch Stadtentwicklungspolitische Zielsetzung auch sich in so einer Wärme-Netzstruktur abbilden.

01:00:26:00 - 01:00:52:09

Da habe ich diese zwei Punkte benannt, die uns wichtig sind. Gleichzeitig immer unter der Prämisse, es darf nicht dazu führen, dass nachher die Stadtwerke pleite gehen. Also davon haben wir nichts gehabt. Das ist für uns auch selbstredend. Das muss am Ende ein wirtschaftlicher Ausgleich sein, und der ist unverzichtbar, um überhaupt so etwas zu realisieren. Ich glaube, das war in der Vergangenheit ja auch so, also ich denke, das Thema Gasversorgung ist ja auch letztlich eine freiwillige Leistung gewesen und bis heute eine freiwillige Leistung.

01:00:52:09 - 01:01:04:15

Die machen wir ja nicht dann, um da Millionen zu versenken, sondern um einfach zu sagen, da ist ein Geschäftsfeld, auf dem wir uns auf Dauer wirtschaftlich solide bewegen können. Und so muss es am Ende bei der Wärmeversorgung auch sein.

01:01:04:17 - 01:01:11:18

Bildet ihr damit jetzt neben der reinen Wärmeversorgung und der Wirtschaftlichkeit auch das Sicherheitsthema ab?

01:01:11:20 - 01:01:28:10

Also für mich persönlich wäre das ein ganz neues Thema, also Sicherheit, also dass wir sozusagen der Staat sagt wir, das ist ja das dänische Modell, die sagen das Teil der Grundversorgung und egal, womit wir euch versorgen, wir stellen sicher, dass das das keiner in der kalten Wohnung sitzt. Das ist für mich neu, das ist tatsächlich, das haben wir bisher nicht.

01:01:28:10 - 01:01:51:05

Bisher sind wir immer davon ausgegangen. Jeder rettet sich und jeder versorgt sich je nachdem, was er hat. Und jeder hat auch die Möglichkeit dazu irgendetwas zu machen. Sei das Öl, Gas, Holzpellets, Photovoltaik oder einfach irgendwie den Heizungshahn zudrehen und ein bisschen kälter sozusagen zu wohnen. Also Sicherheit ist ein neuer Aspekt habe ich bisher noch nicht so gesehen.

01:01:51:07 - 01:02:14:14

Sicherheit ist für uns schon der Aspekt, denn genau darum geht es ja dieses jedem Bürger was bieten können am Ende. Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, dass es eine Grundversorgung ist. So sehen wir es aber, da wir irgendwann Gasnetz abschalten sollen, da wir wissen, dass es Gebäude gibt, die nicht funktionieren werden ohne Gas, richtig und dem Kunden am Ende eine Sicherheit zumindest in seinem Portemonnaie bieten zu können.

01:02:14:16 - 01:03:15:22

Das ist nicht über Maß nimmt und es gibt Erfahrungen und es gibt immer wieder Presseartikel, wo genau das aus dem Ruder läuft. Und das ist auch wieder ein Bestreben von uns, dass wir das am Ende auch alles so verträglich hinbekommen. Aber gerade das macht das ganze Projekt auch wieder sehr sportlich und wir müssen halt es gut beplanen und so viel Risiko wie wir gerne nehmen würden, ist es halt so,wollen nicht Deutschland gründlich bis ins letzte Detail planen, aber ich muss eine so große Planungstiefe für uns jetzt als Unternehmen schaffen, dass ich sagen kann, mit dem Risiko, was jetzt noch übrig bleibt, da fangen wir jetzt einfach an zu bauen, weil wir damit leben können und damit aber dann auch vorwärts kommen. Und das ist ein Stück Sicherheit am Ende auch für die Bürger, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so ganz sehen. Oder es ist auch wieder jeder seine eigene Ansichten. Das wird sich aber dann im Laufe der Jahre zeigen, wie sich das alles dann darstellt und wie sich das am Ende dann entwickelt.

01:03:15:24 - 01:03:42:11

Ja, ich glaube, das ist tatsächlich so ein bisschen Gedankensprung, wenn man das erweitern will. Das Thema Sicherheit, also das ist bisher haben wir das, kennen wir das nicht, wir kennen das nicht, das wir, das der Staat oder die Stadt für etwas verantwortlich ist, was das Thema Wärmeversorgung angeht. Das ist bisher einzeln individualorientiert. Es wäre sozusagen ein gedanklicher Sprung, wenn man das jetzt sozusagen als staatliches Projekt sehen würde.

01:03:42:12 - 01:04:05:19

Da glaube ich, da würde man viele Erwartungen wecken. Das ist, das ist ein Thema. Also was hat die Öffentlichkeit für eine Erwartung? Das haben wir ja auch erlebt als gewissen Widerspruch, dass Bürger sozusagen ganz viel erwarten. Wenn es heißt, der Startschuss für eine kommunale Wärme Planung ist erfolgt, dann wollen wir natürlich auch ganz schnell wissen, was ist denn das jetzt?

01:04:05:19 - 01:04:07:21

Was bedeutet das für mich konkret?

01:04:07:23 - 01:04:20:12

In dem gesamten Prozess habt ihr viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt. Welche Frage habt ihr dann am häufigsten gehört und welche hat uns, hat euch auch vielleicht ein bisschen genervt oder überrascht?

01:04:20:14 - 01:04:43:24

Eine der ersten Fragen und die häufigste Frage ist immer “Was kostet es?” Und dann ist immer das Thema genervt. Richtig viel ist ja, aber ich bezahl für mein Gas jetzt nur X cent und dann steht man jedes Mal wieder da und sagt jedes Mal Ja, Sie bezahlen für die Kilowattstunde X Cent. Haben Sie da schon den Grundpreis mit einberechnet, den Sie monatlich auch bezahlen müssen?

01:04:44:01 - 01:05:09:07

Haben Sie den Schornsteinfeger mit einberechnet, den Sie jährlich bezahlen müssen? Wissen Sie eigentlich, was Ihre Heizung im Monat an Abschreibung kostet? Was hat man noch? Ja, Wartung von Heizungsanlagen. Also das ist irgendwann was ein bisschen ein bisschen nervt, oder? Ja, weil man das oft mit Einzelbürger bespricht und die Bürger das nicht so wahrhaben wollen. Als Gegenfrage stelle ich dann immer schon an den Bürger, was kostet Ihr Auto im Monat oder im Jahr?

01:05:09:07 - 01:05:28:18

Was? Wie viel Verlust haben Sie am Auto? Das wissen fast alle Bürger. Was ihr Auto so im Monat oder im Jahr kostet. Will den sagen, aber das gleiche gilt für die Heizung auch das ist manchmal ein bisschen langwierig oder langatmig. Auf der anderen Seite, nein, wir machen es gerne. Dafür sind wir da zu erläutern dann, wie es weitergeht.

01:05:28:20 - 01:05:51:09

Die andere Frage, die wir häufig bekommen haben, ist, wann seid ihr bei mir? Wie schnell ist denn das Netz? Bzw. ihr hab doch alles fertig Leute, warum baut ihr denn jetzt nicht? Da waren so tolle Pläne. Ja, das ist ja schön, dass der Plan da war das aber eine Entwicklung in Detailplanung noch mal drei vier Jahren an Zeit verschlingt und die Gelder besorgen und alles was drumherum ist.

01:05:51:11 - 01:05:54:24

Nein, das haben die Leute leider nicht immer auf dem Schirm.

01:05:55:01 - 01:06:09:23

Also die beiden Fragen würde ich auf jeden Fall eins zu eins unterstützen. Vielleicht eine andere Reihenfolge bei uns. Bei uns haben sie vielleicht gefragt wann kommt es? Und erste zweite ist was kostet es für euch, wenn es erst mal was kostet und wann bin ich dabei? Okay, aber die beiden Fragen sind absolut identisch.

01:06:10:01 - 01:06:22:02

Und gab es einen Moment, an den ihr euch erinnern könnt, wo ihr Bürger und Bürgerinnen überzeugt habt oder wie vielleicht bei euch in irgendetwas überzeugt haben?

01:06:22:04 - 01:06:47:21

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit, glaube ich. Da gab es wenig Diskussion, das war immer gesetz, das es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich glaube es gab so Themen Energieerzeugungsanlagen, also was, woher kann man überhaupt Energie nehmen? Also Geothermie ist so ein Thema, was gerne so angesprochen worden ist. Dann natürlich auch skeptische Fragen Flusswärme, ach dann wird das irgendwie alles nicht funktionierend biologisch.

01:06:47:21 - 01:07:05:11

Und dann ist ja der Fluss oder die Fische sterben oder könnt ihr nicht das und das noch machen oder. Also ich glaube das waren eher so und so ein Thema, da will man sich dann doch eher einbringen und noch mal Themen platzieren, von denen man das Gefühl hat, dass sie vielleicht dann doch nicht so bisher berücksichtigt worden sind.

01:07:05:13 - 01:07:07:14

Markus, wie war das bei euch dann?

01:07:07:16 - 01:07:33:09

Ja, es gab Schock-Momente, es gab von denen, die komplett gar nichts davon halten und das ist alles Blödsinn, was wir hier machen, bis hin zu das Gas fließt eh nach fünf Jahren wieder aus dem Osten und es ist alles gut, haben wir ja alles dabei gehabt. Der Gro von Eschwege ist dafür, das ist so unsere Einschätzung, das Thema halt die Zeit, da sind Probleme.

01:07:33:11 - 01:07:58:14

Wir hatten Probleme bei der Entwicklung oder Übergangslösungen zu schaffen. Da sind wir noch dabei. Das ist leider auch nicht so schnell gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Ansonsten, es geht jeden Tag weiter und ich habe nicht vor, das Projekt morgen einzustampfen, sondern ich möchte eigentlich wirklich jetzt die ersten Zielsetzung, die wir uns mal in den Kalender geschrieben haben oder neben unsere Machbarkeitsstudie geschrieben haben, hoffen, dass ich die auch erreichen.

01:07:58:16 - 01:08:06:12

Und das ist zwar immer noch in drei, vier, fünf Jahren in Zukunft, aber es wird mittlerweile so konkret, dass wir was draus machen können.

01:08:06:14 - 01:08:22:01

Ihr habt jetzt beide jeweils 30 Sekunden Zeit, um eure drei nicht verhandelbaren Erfolgsfaktoren zu nennen. Zum Gelingen einer Wärmeplanung und dann in die Umsetzung zu kommen.

01:08:22:03 - 01:08:56:04

Also für mich wären drei nicht verhandelbare Erfolgsfaktoren. Erstens Wärmeplanung ist ein Teil der Stadtentwicklung und der Stadtplanung. Und damit verantwortet die Kommune auch über die Wärmeplanung ihre eigene Städtebaupolitik. Es muss ein Konsens geben, der Planungspartner, der später für die verantwortlich sein wird, für die Umsetzung. Und das dritte wäre für mich, dass die Stadtwerke für eine Kommune immer Ansprechpartner Nummer eins sind, wenn es um die federführende Betreuung, Planung, Vorbereitung und Umsetzung geht.

01:08:56:06 - 01:09:25:01

Und verhandelbar ist gar nichts. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das so schnelllebig ist, was wir hier gerade machen. Wir wissen im Grunde... Mein Ziel, mein Ziel ist unverhandelbar. Ich möchte als Stadtwerke die ersten Abschnitte Wärmeleitung bauen und auch betreiben. Das ist für uns unverhandelbar. Das Drumherum und das wie muss man immer sehen, wie die Gegebenheiten gerade sind.

01:09:25:03 - 01:09:33:06

Einmischung, Einmischung, die komplett daneben laufenden, aber auch die sind verhandelbar. Oder es gibt dann in dem Moment Situationen.

01:09:33:06 - 01:09:50:13

Was ich rauspicken. Vielleicht fällt es dir ja leichter zu sagen, was ein Fehler ist, den du bei anderen immer wieder siehst. Ich meine, du hast ja hast du ja schon häufiger andere Projekte in anderen Kommunen angeschaut, bist viel unterwegs. Was würdest du sagen?

01:09:50:15 - 01:10:14:12

Ihr beide. Fehler bzw wo man dringend darauf achten muss, man sich nicht drauf einlassen sollte, ist das Thema nur nach der Wirtschaftlichkeit zu planen. Das wird ganz häufig gemacht. Ganz häufig wird die erste Frage, wie viel habt ihr? 10 Millionen? Dann bauen wir für 10 Millionen Netz. Eine Planung danach ist auch billiger, aber sie ist nicht zukunftsträchtig, oder? Ich habe in der Zukunft ganz viel Probleme, das umzubauen.

01:10:14:14 - 01:10:36:06

Ich glaube, der größte Fehler war, dass man am Ende schon weiß, was ja tatsächlich am Ende rauskommt. Also wenn das sozusagen die Erwartung ist, da treffe ich das auch. Und wenn man sagt, ich habe, auch wenn ich das gar nicht definieren kann, ich habe ein bestimmtes Budget und das will ich ausgeben, ich habe gar keine, habe gar keine Zielvorgabe, dann hilft mir das nicht.

01:10:36:06 - 01:10:48:23

Das wäre tatsächlich ein großer Fehler. Also sich darauf sozusagen zu beschränken, vielleicht auch nachher zurückzugehen. Sagen, brauchen wir gar nicht, mit 3 Millionen werden wir das nicht schaffen, das sinnvoll ist. Oder wir brauchen 30 Millionen.

01:10:49:00 - 01:11:11:16

Ich hätte es wahrscheinlich nicht besser sagen können, ähm, wir kommen damit auch schon zum Abschluss und ich finde, bisher habt ihr euch wirklich sehr gut geschlagen. Jetzt wird es noch mal ein bisschen tricky. Sogenannte Quick Fire. Und zwar will ich von euch beiden jetzt gern einmal den mutigsten Moment in einem Wort hören.

01:11:11:18 - 01:11:14:13

Mit einem Wort werde ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

01:11:14:15 - 01:11:16:12

Du hast drei.

01:11:16:14 - 01:11:33:06

Also ähm, drei Wörter und der mutigste Moment für Stadt und Stadtwerke. Zusammengenommen ist das in dem Moment Start der Wärmeplanung vor den anderen, es sind doch fünf Wörter.

01:11:33:08 - 01:11:43:00

Also ich sage noch drei Worte Wirtschaftsminister in der Baugrube für Nahwärme-Anschluss. Das war mutig.

01:11:43:02 - 01:11:47:13

Okay, mutig auch von wegen, es hätte ja auch was passieren können.

01:11:47:15 - 01:11:51:12

Ganz genau.

01:11:51:14 - 01:11:54:05

Was war eure größte Überraschung?

01:11:54:07 - 01:12:10:01

Die größte Überraschung ist das Feedback, was wir aus vielen Bereichen bekommen. Nicht extremst groß oder nicht von ganz vielen. Aber die Feedbacks die wir bekommen überragend und genau an dem, was wir gerade machen richtig.

01:12:10:03 - 01:12:32:00

Ja, wir haben ganz handfeste Überraschung jetzt, wenn wir in der Erde buddeln, wir finden immer wieder archäologische Funde. Das ist etwas, was vielleicht vorher auch nicht so auf dem Schirm hatten. Wir sind gerade gebrannte Kinder vom Nikolai-Platz, weil wir da, äh, hunderttausende ausgeben für Grabungen. Aber gut, das gehört dann auch dazu.

01:12:32:02 - 01:12:39:22

Das war auch eine Überraschung. Vielleicht auch etwas, was man anderen Kommunen mitgeben kann, dass man das leider auch mit bedenken sollte.

01:12:40:01 - 01:12:48:05

Und möglicherweise, wenn man es nicht nur bedenkt, sondern auch berücksichtigt, dann wird es noch besser.

01:12:48:07 - 01:12:55:19

Ja, Markus, du hast es ja eigentlich gerade mehr oder weniger schon gesagt. Aber vielleicht gibt es noch etwas anderes auch von dir, Philipp, worauf seid ihr stolz.

01:12:55:21 - 01:12:58:00

Teil des Projektteams zu sein und dass ich das für die

01:12:58:00 - 01:13:05:21

Stadt Eschwege machen darf. Ja, Stolz, dass es ein wachsendes Projektes ist und dass es auch zunehmend Wissen gibt bei allen Beteiligten.

01:13:05:23 - 01:13:08:05

Sehr schön und was kommt als nächstes?

01:13:08:11 - 01:13:29:16

In einem Satz. Als nächstes intern kommen für uns die ersten Deatail-Hochrechnungen, mit denen wir dann irgendwann weiterarbeiten werden. Der nächste Meilenstein, der extern wird, wird leider erst im September stattfinden, mit einer Informationsveranstaltung, wo wir die gesamte Machbarkeitsstudie und die Details dann alle mit rausbringen in die Öffentlichkeit.

01:13:29:18 - 01:13:56:22

Ja, also für mich wäre der nächste Meilenstein tatsächlich eine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung, dass das jetzt die Grundlage ist für die weiteren Schritte. Und ich muss noh eine Sache ergänzen. Und zwar waren wir das ist ja sozusagen auch aus den Teil dieser Kooperation mit den Dänen gewesen, das Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, das ist auch etwas, das habe ich mir auch mal als Stichwort noch mal hier notiert.

01:13:56:24 - 01:14:24:21

Ich glaube, das Thema in der Öffentlichkeit mit dem Thema präsent zu sein und das kontinuierlich, das ist etwas auch ganz entscheidendes. Und da haben wir uns jetzt auch drauf verständigt mit den Stadtwerken zusammen, dass wir erstens das gemeinsam machen, dass also immer alle Projektpartner sozusagen von dem anderen wissen, was er kommuniziert gegenüber wem. Und das zweite auch, dass wir am Ball bleiben, dass wir auch zwischendurch mal scheinbare Pausen kommunizieren.

01:14:24:21 - 01:14:42:24

Also einfach sagen, wir arbeiten jetzt an dem Projekt oder da gibt es etwas Neues, da gibt es aber noch nichts Neues. Aber da gibt es eine Entwicklung. Ich glaube, das ist so in der Kommunikationsstrategie, die ja auch Wärmeplanung ja auch mit beinhalten sollte. Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt, der auch ein Erfolgsfaktor darstellen kann.

01:14:43:01 - 01:15:05:07

Gut, dass das noch mal gesagt hast. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Punkt, den wir natürlich auch in unserer Beratung in anderen Kommunen immer wieder miterleben, dass das einfach als nicht so wichtig erachtet wird oder eben eher als lästiger, lästiger Beigeschmack. Und ihr habt was vergessen. Was kommt als nächstes? Der Workshop in Dänemark.

01:15:05:09 - 01:15:33:02

Und damit auch unser letzter Workshop. Leider. Schauen wir mal, was wird. Ich bedanke mich. Es war wirklich großartig. Ich glaube sehr viele, die diesen Podcast sich anhören werden, werden vieles mitnehmen.

01:15:33:04 - 01:15:45:09

warum die Bremse mit drin ist oder warum man Sachen gerade nicht in die Öffentlichkeit nimmt. Aber da sind dann die Interessen zwischen den Stadtwerken und der Stadt dann auch wieder komplett anders gelagert und Notwendigkeiten da.

01:15:45:11 - 01:15:57:18

Und ich denke Philipp, da stimmst du mir zu. Das, was ihr wollt oder was ihr braucht, das bearbeiten wir. Wir aber als Unternehmen müssen in dem Moment anders agieren oder haben halt leider nicht immer die Möglichkeit, alles sofort öffentlich zu machen.

01:15:57:23 - 01:16:15:15

Okay, also sowohl als auch auf beiden Seiten. Aber es hat ja immer seine Beweggründe. Okay, ja, wenn ihr die Reise, die ihr von damals bis heute bereits betreten habt, in drei kurzen Stationen erzählen müsstest, Start, Kipppunkt und heute? Wie würde diese Reise aussehen?

01:16:15:17 - 01:16:37:15

Der Startpunkt war sozusagen ja die Gewissheit, dass die Stadt sich auf den Weg gemacht hat, gemeinsam mit den Stadtwerken. Dass sie diese Werbeplanung jetzt voranbringen will, dass sie auch insofern ein Stückchen Vorreiterrolle hat und Vorreiterrolle hat, heißt ja auch immer, dass man auch schon Dinge tut, die man möglicherweise nicht tun würde, wenn man nicht so sicher wäre, dass man das auch will.

01:16:37:17 - 01:17:00:24

Das ist sozusagen der Startschuss gewesen, auch mit einer großen Veranstaltung in der Stadthalle, mit einer ganz großartigen Resonanz von der Bürgerschaft, viel Mitwirkung auch von anderen Beteiligten. Ja, und dann gab es ein Stückchen Sprachlosigkeit oder auch Stille, was das Thema Wärmeplanung angeht. Und ich denke, wir sind jetzt dieses Jahr dabei, sozusagen gut ins Rollen zu kommen.

01:17:01:01 - 01:18:03:12

Gut Start, ich war etwas früher dabei, als Philipp Heinrichs von der Stadt. Ich bin halt eingestellt worden. Ich bin damals zur Wärmeleitplanung dazugestoßen, als die gerade in der Umsetzung war und hatte das Projekt dann quer übernommen. Als Startpunkt kann man hier eigentlich sagen, dass es ursprünglich zwischen dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege Themen gab, noch vor dem Ukrainekrieg, dass man eigentlich das Gasnetz erweitern möchte und aus dem Gasnetz Erweiterung ist dann der Kipppunkt gekommen, das ist alles Käse, wenn man auf die Ukraine Situation dann eingeht und daraus hat man dann ein Energiesystem gefahren. Damals gab es das Thema kommunale Wärmeplanung so noch gar nicht. Baden-Württemberg hatte das als erstes aufgenommen. Wir haben nur unsere Förderanträge unter der Prämisse des Energie-Monitorings von Wiesbaden gestellt. Klima oder kommunale Wärmeplanung wurde es dann erst mit dem Start in 22 Dezember 22 gestellt und seitdem sind wir kontinuierlich dran.

01:18:03:14 - 01:18:15:06

Und ja, wir hatten zwischendurch auch mal Zeiten, wo ein bisschen Ruhe herrschte. Das hing aber nicht damit zusammen, dass wir nichts gemacht haben, sondern Daten sammeln und neu starten oder in dem Moment weiter vertiefen und besser aufbauen.

01:18:15:08 - 01:18:27:02

Was würdet ihr sagen, ist die eine Sache, die andere Kommunen bei euch anders spüren, wenn man euch jetzt noch mal so als Vorreiterrolle auch hervorstellt?

01:18:27:04 - 01:18:51:10

Ja, ich sag mal so die Erwartungen sind immer ganz groß. Also man hat da ein Bild von der Stadt Eschwege, dass wir sozusagen alles schon fertig hätten in der Schublade. Das ist ja nicht so, das ist ein Stückchen Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite kann man schon auch sagen, dass wir sozusagen Thema auch jetzt hier behandeln, was Neuland ist für uns, weil wir bisher keine Wärmeversorgung haben, jedenfalls keine zentrale.

01:18:51:12 - 01:19:02:22

Und dass sozusagen da auch keiner bisher uns da abbringen lässt von diesem Weg, das denke ich mal, ist etwas, was sozusagen auch interessant ist für andere Kommunen.

01:19:02:24 - 01:19:26:18

Als Vorreiter ist man nicht immer Vorreiter, denn das ist uns in manchen Bereichen und das merken wir jetzt erst in der vertiefenden Ausarbeitung auch auf die Füße gefallen. Wir haben gelernt mittlerweile, dass unsere Wärmeleitplanung auch einige Schwachstellen hat, die wir im Rahmen der vertiefenden Machbarkeitsstudie jetzt überhaupt erst ausmerzen. Aber auch, weil wir das jetzt in dem Moment machen.

01:19:26:20 - 01:20:04:13

Wir können anderen Kommunen auf jeden Fall eins mitgeben, wählt Büros, die das machen, sorgsam aus. Der Standard der kommunalen Wärmeplanung hat nicht alles drin, was man braucht, um später was daraus einfach mal schnell im Projekt auszugestalten. Und ich mache in meinen Vorträgen mittlerweile so den Hinweis eine kommunale Wärmeplanung ist wie ein Passagierflugzeug 10.000 Fuß Überflug. Um ein Projekt konkret umzusetzen, braucht man aber schon mal ein Segelflugzeug mindestens auf die Höhe runter zu kommen oder vielleicht sogar den Tiefflug kurz über die Häuser, weil erst dann kann ich wirklich sehen, was ist in dem Straßenzug los. Was funktioniert in den Häusern?

01:20:04:15 - 01:20:24:03

Also da würde ich gerne angreifen oder nachhaken, das Thema Vorreiter, das ist ja immer so ein, ich sag mal so, bei Kommunen ist das immer ganz elegant, wenn man immer eine Vorreiter Kommune hat. Da sagt man prima, die machen das, erst mal die können das mal ausprobieren, die sollen mal ihre Fehler machen. Und wenn sie das alle irgendwie, wenn die 100. Kommune,

01:20:24:05 - 01:20:36:15

Also ich sag mal, die mutigste Entscheidung war, da muss ich die Stadtwerke angucken, war auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme-Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird.

01:20:36:17 - 01:20:52:16

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl, dass zu der Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen sollte am Ende.

01:20:52:18 - 01:21:21:16

Ich glaube, das Thema ist wirklich, ein großer Fehler, den man machen kann, ist von Anfang an sozusagen vom Ende her zu denken und nicht so sehr das Ziel und den Weg dahin. Das muss eigentlich die Leitschnur sein für so eine Planung.

01:21:21:18 - 01:21:45:22

Wir befinden uns in Eschwege, einer Kreisstadt in Nordhessen, die oft als Vorreiter der Wärmeplanung genannt wird. Und wir sprechen heute mit Markus Mengel von den Stadtwerken Eschwege und mit Philipp Heinrichs von der Stadt Eschwege. Ich würde direkt einmal starten mit der Frage, was denn euer ungewöhnlichster Moment in diesem Prozess war. Und das bitte in einem Satz.

01:21:46:02 - 01:22:02:07

Also mir fällt da ganz spontan ein, ich habe ja vor rund zweieinhalb Jahren bei der Stadt begonnen und eine der ersten Amtshandlungen des Bürgermeisters war, dass er mir ganz stolz einen Spiegelartikel gezeigt hat, dass die Stadt Eschwege ganz vorne in der Wärmeplanung sei.

01:22:02:09 - 01:22:05:14

Das würde ich ungewöhnlich nennen, aber ungewöhnlich im positiven Sinne.

01:22:05:16 - 01:22:23:01

Ich bin seit Mai 23 bei den Stadtwerken und ich bin nur für die Wärme eingestellt worden und habe das dann übernommen. Und es ist komplett meine Aufgabe, dieses Themengebiet von Anfang bis Ende durchzuplanen.

01:22:23:03 - 01:22:34:20

Ich würde sagen, der eine oder andere, der das jetzt hört, ist wahrscheinlich neidisch, dass Menschen bei euch gibt, die nur für dieses Thema eingestellt wurden. Wer von euch beiden war denn öfter der Bremser?

01:22:34:22 - 01:22:36:07

Da gucke ich den Bremser an.

01:22:36:09 - 01:23:01:05

Ich denke immer. Ja, wir können uns gegenseitig ausbremsen. Das können wir sehr gut oder auch nicht. Wenn es eine Bremse gibt bei unserem Projekt oder gab gab, es auch immer Beweggründe, warum die Bremse mit drin ist oder warum man Sachen gerade nicht in die Öffentlichkeit nimmt. Aber da sind dann die Interessen zwischen den Stadtwerken und der Stadt dann auch wieder komplett anders gelagert und Notwendigkeiten da.

01:23:01:07 - 01:23:13:14

Und ich denke Philipp, da stimmst du mir zu. Das, was ihr wollt oder was ihr braucht, das bearbeiten wir. Wir aber als Unternehmen müssen in dem Moment anders agieren oder haben halt leider nicht immer die Möglichkeit, alles sofort öffentlich zu machen.

01:23:13:19 - 01:23:31:11

Okay, also sowohl als auch auf beiden Seiten. Aber es hat ja immer seine Beweggründe. Okay, ja, wenn ihr die Reise, die ihr von damals bis heute bereits betreten habt, in drei kurzen Stationen erzählen müsstest, Start, Kipppunkt und heute? Wie würde diese Reise aussehen?

01:23:31:13 - 01:23:53:11

Der Startpunkt war sozusagen ja die Gewissheit, dass die Stadt sich auf den Weg gemacht hat, gemeinsam mit den Stadtwerken. Dass sie diese Werbeplanung jetzt voranbringen will, dass sie auch insofern ein Stückchen Vorreiterrolle hat und Vorreiterrolle hat, heißt ja auch immer, dass man auch schon Dinge tut, die man möglicherweise nicht tun würde, wenn man nicht so sicher wäre, dass man das auch will.

01:23:53:13 - 01:24:16:20

Das ist sozusagen der Startschuss gewesen, auch mit einer großen Veranstaltung in der Stadthalle, mit einer ganz großartigen Resonanz von der Bürgerschaft, viel Mitwirkung auch von anderen Beteiligten. Ja, und dann gab es ein Stückchen Sprachlosigkeit oder auch Stille, was das Thema Wärmeplanung angeht. Und ich denke, wir sind jetzt dieses Jahr dabei, sozusagen gut ins Rollen zu kommen.

01:24:16:22 - 01:25:19:08

Gut Start, ich war etwas früher dabei, als Philipp Heinrichs von der Stadt. Ich bin halt eingestellt worden. Ich bin damals zur Wärmeleitplanung dazugestoßen, als die gerade in der Umsetzung war und hatte das Projekt dann quer übernommen. Als Startpunkt kann man hier eigentlich sagen, dass es ursprünglich zwischen dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege Themen gab, noch vor dem Ukrainekrieg, dass man eigentlich das Gasnetz erweitern möchte und aus dem Gasnetz Erweiterung ist dann der Kipppunkt gekommen, das ist alles Käse, wenn man auf die Ukraine Situation dann eingeht und daraus hat man dann ein Energiesystem gefahren. Damals gab es das Thema kommunale Wärmeplanung so noch gar nicht. Baden-Württemberg hatte das als erstes aufgenommen. Wir haben nur unsere Förderanträge unter der Prämisse des Energie-Monitorings von Wiesbaden gestellt. Klima oder kommunale Wärmeplanung wurde es dann erst mit dem Start in 22 Dezember 22 gestellt und seitdem sind wir kontinuierlich dran.

01:25:19:10 - 01:25:31:02

Und ja, wir hatten zwischendurch auch mal Zeiten, wo ein bisschen Ruhe herrschte. Das hing aber nicht damit zusammen, dass wir nichts gemacht haben, sondern Daten sammeln und neu starten oder in dem Moment weiter vertiefen und besser aufbauen.

01:25:31:04 - 01:25:42:23

Was würdet ihr sagen, ist die eine Sache, die andere Kommunen bei euch anders spüren, wenn man euch jetzt noch mal so als Vorreiterrolle auch hervorstellt?

01:25:43:00 - 01:26:07:06

Ja, ich sag mal so die Erwartungen sind immer ganz groß. Also man hat da ein Bild von der Stadt Eschwege, dass wir sozusagen alles schon fertig hätten in der Schublade. Das ist ja nicht so, das ist ein Stückchen Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite kann man schon auch sagen, dass wir sozusagen Thema auch jetzt hier behandeln, was Neuland ist für uns, weil wir bisher keine Wärmeversorgung haben, jedenfalls keine zentrale.

01:26:07:08 - 01:26:18:18

Und dass sozusagen da auch keiner bisher uns da abbringen lässt von diesem Weg, das denke ich mal, ist etwas, was sozusagen auch interessant ist für andere Kommunen.

01:26:18:20 - 01:26:42:14

Als Vorreiter ist man nicht immer Vorreiter, denn das ist uns in manchen Bereichen und das merken wir jetzt erst in der vertiefenden Ausarbeitung auch auf die Füße gefallen. Wir haben gelernt mittlerweile, dass unsere Wärmeleitplanung auch einige Schwachstellen hat, die wir im Rahmen der vertiefenden Machbarkeitsstudie jetzt überhaupt erst ausmerzen. Aber auch, weil wir das jetzt in dem Moment machen.

01:26:42:16 - 01:27:20:09

Wir können anderen Kommunen auf jeden Fall eins mitgeben, wählt Büros, die das machen, sorgsam aus. Der Standard der kommunalen Wärmeplanung hat nicht alles drin, was man braucht, um später was daraus einfach mal schnell im Projekt auszugestalten. Und ich mache in meinen Vorträgen mittlerweile so den Hinweis eine kommunale Wärmeplanung ist wie ein Passagierflugzeug 10.000 Fuß Überflug. Um ein Projekt konkret umzusetzen, braucht man aber schon mal ein Segelflugzeug mindestens auf die Höhe runter zu kommen oder vielleicht sogar den Tiefflug kurz über die Häuser, weil erst dann kann ich wirklich sehen, was ist in dem Straßenzug los. Was funktioniert in den Häusern?

01:27:20:11 - 01:27:39:18

Also da würde ich gerne angreifen oder nachhaken, das Thema Vorreiter, das ist ja immer so ein, ich sag mal so, bei Kommunen ist das immer ganz elegant, wenn man immer eine Vorreiter Kommune hat. Da sagt man prima, die machen das, erst mal die können das mal ausprobieren, die sollen mal ihre Fehler machen. Und wenn sie das alle irgendwie, wenn die 100. Kommune, das gemacht hat, dann können wir uns auch dran trauen.

01:27:39:20 - 01:27:59:03

Das ist ja so ein beliebtes Spiel hier, das ist ja auch, hat ja auch seine Bewandtnis. Aber ich glaube, der Vorteil ist sozusagen, wir haben also die Anforderung für jedes Projekt ist trotzdem, das man es ja nicht übertragen kann. Also jeder muss das lernen, jeder muss sich darauf einstellen, dass er sich sozusagen einlässt auf ein Thema, von dem er nicht weiß am Anfang, wo er am Ende landen wird.

01:27:59:09 - 01:28:07:07

Und da helfen auch 25 Vorreiter Kommune nix, die einem sagen so und so haben wir es bei uns gemacht. Am Ende wird es dann trotzdem ein Stückchen anders sein.

01:28:07:09 - 01:28:23:24

Die können 75 % höchstens aus den Erfahrungen des Planens lernen, was wir gemacht haben. Wir müssen dann aber die 25 % vor Ort Situationen komplett mit einfließen lassen. Aber die 25 % ist der größere Part am Planen am Ende oder der größere Aufwand.

01:28:24:01 - 01:28:38:09

Das ist eine super Überleitung zu der nächsten Frage und ich fand's richtig gut, was ihr gerade gesagt habt. Was würdet ihr dann in diesem Zuge sagen, welche Entscheidung wirklich mutig war und warum?

01:28:38:11 - 01:29:01:03

Also ich sage mal, die mutigste Entscheidung war. Da muss ich die Stadtwerke angucken. War auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird. Einfach vor dem Hintergrund. Wir sind gewiss, dass wir das machen wollen. Wir sind gewiss, dass wir auch diesen Bereich in der Innenstadt versorgen wollen. Und wir wissen, dass die Stadt jetzt dort einen neuen Stadtplatz schafft.

01:29:01:03 - 01:29:34:02

Und sie möchte auf keinen Fall, dass der in drei Jahren wieder aufgerissen wird. Und da gehen wir in ein Risiko, auch in ein wirtschaftliches Risiko. Und da sind wir mutig, auch wenn wir nachher uns verantworten müssen. Warum steckt er so viel Geld darein und am Ende habt ihr da was verbuddelt und davon habt ihr dann nix. Das war wirklich mutig und das wünsche ich mir am Ende auch für viele andere Investitionsentscheidungen, dass man natürlich mit einer verlässlichen Perspektive, aber trotzdem mit einem gewissen Mut auch an solche Dinge herangeht und auch Geld in die Hand nimmt.

01:29:34:04 - 01:30:05:06

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen soll. Mutig war, dass die Stadtwerke gesagt haben, wir nehmen die Wirtschaftlichkeit in Geld in die Hand und schaffen erst mal eine Vollzeitstelle für einen Ingenieur und haben später dann sogar noch eine zweite Stelle, die das Projekt nur dieses Projekt bearbeiten.

01:30:05:08 - 01:30:31:17

Mutig war in dem Moment, dass die Geschäftsführung, der Bürgermeister, der Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt gesagt hat “Ja wohl, ihr macht eine Planung und die dürft ihr sogar vertiefend machen. Wie stellen dafür die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung.” Und wir sprechen nicht drüber, ein Standard-Netz zu planen, sucht euch 200 Abnehmer und baut das Thema, sondern mutig ist zu sagen, wir haben entschieden, wir wollen weiterhin allen Bürgern von Eschwege was bieten können.

01:30:31:19 - 01:30:54:22

Das heißt aber, dass die Planung etwas länger dauert. Die Planung wird umfangreicher und teurer und trotzdem haben wir das Geld in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob das am Ende alles so mal kommen wird in zehn, 20 Jahren. Und ja, wir haben auch zwischendurch schon mal Rohrleitungen gebaut, was auch eine mutige Entscheidung war, wo auch wieder die Gremien alle gesagt haben, dann macht es mit ein bisschen Gegenwind auch mal mit Diskussionen und dieses “Ja versenkt ihr Geld und was ist dann?”

01:30:54:24 - 01:31:02:20

Aber nur so sehen wir auch Perspektiven und sehen, dass wir dann zukünftig auch vernünftig arbeiten und aufgestellt sein können.

01:31:02:22 - 01:31:19:18

Also werdet ihr schon sagen, dass es hier auch ein gesundes Maß an, wer musste wen überzeugen, war?Wenn du sagst, es gab auch mal Gegenwind. Und ja, man muss das in den Gremien durchbringen, aber war es, sag ich mal ein gesundes Maß einfach.

01:31:19:20 - 01:31:40:16

Es war ein gesundes Maß und es war immer eine offene und faire Diskussion, egal in welchen Bereichen man das führen würde. Beide sind ja nun auch schon immer mal so ein bisschen, was wir schon eingangs hatten. Ja, manchmal brauchen wir einen Moment länger als Stadtwerke oder wir haben andere Beweggründe, dass wir was vielleicht nicht sofort rausbringen oder dass wir halt sagen, das dauert noch mal zwei, drei Monate länger.

01:31:40:18 - 01:31:52:10

Wir machen so viel Daseinsvorsorge als Stadtwerke als kommunales Unternehmen für die Stadt, dass wir aber auch darauf achten müssen Ist das alles für uns realisierbar, ohne dass wir in 20 Jahren irgendwo insolvent gehen

01:31:52:10 - 01:32:10:11

Ich sag mal so, Gegenwind habe ich da auch nicht erlebt. Aber es liegt natürlich auch daran, weil wir dann ja in der komfortablen Situation waren, dass andere das Geld ausgeben. Ähm, ich glaube, das war eine hohe Akzeptanz, dass man gesagt hat, also da wollen wir auch weiter vorangehen, damit wollen wir auch Ressourcen einsetzen. Ich glaube, das ist schon Konsens gewesen.

01:32:10:11 - 01:32:14:15

Insofern Gegenwind habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht wahrgenommen.

01:32:14:16 - 01:32:25:19

In der Sitzung bist du dann immer nicht so mit dabei. Das ist dann wieder bei uns eine andere, ganz andere Beweggründe. Wir sind Wirtschaftsunternehmen und wir müssen auch Geld verdienen, um das auch ausgeben zu können.

01:32:25:21 - 01:32:49:18

Wird vielleicht auch ein spannendes Thema. Wir von der LEA hören ja immer wieder aus den verschiedensten Kommunen. Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit, keine Kapazitäten, uns um die kommunale Wärmeplanung zu kümmern. Und doch gibt es dann eben euch, wo wir sehen, dass das auch funktioniert. Natürlich seid ihr wahrscheinlich viele bei euch in der Verwaltung sehr viel besser besetzt, als es in manch anderen Kommunen ist.

01:32:49:20 - 01:33:05:01

Aber wie gewährleistet ihr in eurem Arbeitsalltag, dass die kommunale Wärmeplanung und jetzt eben auch die Umsetzung eben nicht nur ein Projekt ist, sondern einfach eine Steuerung ist, die einfach sich durch euren Arbeitsalltag durchzieht?

01:33:05:03 - 01:33:28:24

Ja, also ich glaube, da ist schon ganz wichtig, dass man einfach weiß, dass das Stadtplanung und Stadtentwicklung ja immer auch Projekte kennt, also Projekte, die mal kommen und mal gehen und dann ja sozusagen auch ihre Wertigkeit und ihre Wichtigkeit haben. Und das ist, glaube ich, Handwerkszeug von Stadtplanern, dass die wissen, also dass sie auch sich auf etwas einstellen müssen und auch noch ein Stückchen auch dranbleiben müssen.

01:33:29:01 - 01:33:55:00

Ich verstehe kleinere Gemeinden, die vielleicht einen Verantwortlichen im Bauamt haben, im Planungsamt, der sozusagen dann noch neben dem Straßenbau und dem Hochbau dann gesagt wird, jetzt machst du noch ein bisschen kommunale Wärmeplanung. Da komm ich schnell an Grenzen, gar keine Frage. Ich glaube, da braucht man auch eine gewisse Ausstattung, also eine personelle Ausstattung von Mitarbeitern, die auch wissen, dass sie sich um solche Projekte dann auch mit einem Zeitbudget kümmern können.

01:33:55:02 - 01:34:25:00

Wir sind weit davon entfernt, jetzt zu sagen, wir haben einen Mitarbeiter, der kommunale Wärmeplanung betreut. Aber wir wissen natürlich, wir haben auch einige Stadtplaner, die auch mit gewisser unterschiedlicher Intensität verschiedene Projekte der Stadtentwicklung betreuen. Und wenn da so ein Bereich aufkommt, dann ist es natürlich auch eine Aufgabe, auch der Politik. Aber auch ich sag mal so auch als Aufgabe dann der sozusagen des Bürgermeisters oder des Magistrats dann zu kommunizieren, welche Wertigkeit so ein Projekt dann eben in der Durchführung haben muss.

01:34:25:04 - 01:34:31:14

Markus, was würdest du sagen, wer hat in dem Prozess bislang am häufigsten nachgehakt?

01:34:31:16 - 01:35:06:18

Bis vor kurzem noch der ehemalige amtierende Bürgermeister und der Geschäftsführer. Weil ich dort auch regelmäßig Rede und Antwort stehen musste und auch Stände geben musste oder auch Begründungen, warum mal drei vier Monate nichts kommt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich auch von meinem Geschäftsführer und auch vom ehemaligen Bürgermeister die Rückendeckung hatte. Das machen zu können oder halt in dem Moment zu sagen “Nein, ich mache das jetzt nicht so oder ich mache das jetzt, bring mich noch nicht in die Politik oder ich halte das noch zurück, weil es für mich Beweggründe gab und sehe momentan, dass es nicht verkehrt war.”

01:35:06:20 - 01:35:26:23

Ich hätte vielleicht bei dem einen oder anderen Thema ein Stück mutiger oder ein Stückchen schneller sein können, aber es hat auch nicht geschadet. Im Gesamtprojekt und in manchen Bereichen bin ich froh, dass wir die vertiefende Machbarkeitsstudie jetzt haben und erst jetzt mit konkreteren Plänen rausgehen. Es gab vor anderthalb Jahren schon konkretere Pläne und wir haben es jetzt noch mal nachgestuft.

01:35:27:00 - 01:35:49:15

Und da kommen wir auch zu unserem Plan to Heat Projekt jetzt hier. Wir hatten die Machbarkeitsstudie fertig als Stadtwerke für die Stadt mit einem Energieträger Werrawasser, also sprich Flusswasser, Wärmepumpe als Großanlage. Ich hatte damals gerade meinen Kollegen neu mit dazu bekommen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben uns mit der Planung beschäftigt und uns die Frage gestellt, funktioniert das für ein so großes Gebiet?

01:35:49:17 - 01:36:20:04

Ja, wir haben Beispiele in Deutschland. Es geht. Die Frage ist aber das wie. Also haben wir angefangen mal ein bisschen rumzuspinnen oder nice to have zu sagen, was wäre denn eigentlich noch richtig genial, wenn ich so ein Netz planen. Das haben wir mit aufgenommen und haben mit der Geschäftsführung gesprochen. Und auch da hatten wir wieder die Freiheit zu sagen, jawohl, dürft ihr, macht das noch. Verliert das Ziel nicht aus den Augen, aber nehmt auch mal eine Nice to have an, in 2045 oder in 2050.

01:36:20:04 - 01:36:35:22

Wie könnte das Netz da aussehen? Und dann kam Plane to Heat mit ins Spiel. Die Anfrage, ob wir mit nach Dänemark wollen und jetzt das Ganze anzuschauen. Und wir sind nach Dänemark gefahren und wir waren wirklich baff von den Anlagen, von dem, wie die Netze da oben laufen.

01:36:35:24 - 01:37:21:15

Mit verschiedenen Anlagen. Genau das, was wir also uns vorher gedacht haben, das kann so nicht ganz funktionieren. Was die Wärmeleitplanung ausgibt, hat es uns da gezeigt. Dänemark ist ein ganz um Jahrzehnte vor uns voraus. Das heißt, das können wir nicht sofort umsetzen. Das ist finanziell nicht ganz machbar, aber wir haben genau das in die Planung mit aufgenommen und haben jetzt so Netzausbau Schritte, was ist in den nächsten fünf Jahren, in den nächsten zehn Jahren und wo wollen wir in 2045/2050 mal hin mit dem Netz? Das war ein wahnsinns Wissenssprung und auch Überzeugungsarbeit, dann wieder, als wir zurückgekommen sind gegenüber der Geschäftsführung und dem Bürgermeister zu sagen, die stehen da, die stehen nicht ohne Grund da oder machen jetzt die und die Ausbau Schritte ohne Grund.

01:37:21:17 - 01:37:24:00

Dementsprechend hat uns das richtig was geholfen.

01:37:24:02 - 01:37:44:01

Es kann natürlich nicht jeder nach Dänemark fahren, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen, das ist immer hilfreich, sozusagen nicht mehr genau den vergleichbaren Prototyp zu nehmen oder sagen ich gucke mir einfach mal ein bisschen links und rechts, um quasi die Neugierde mitzubringen, Was haben andere schon gemacht? Vielleicht auch andere Länder sogar?

01:37:44:03 - 01:38:19:02

Ja, absolut. Natürlich. Es kann nicht jeder nach Dänemark fahren, aber man kann beispielsweise nach Eschwege fahren. Oder man kann nach Gießen fahren. Also man muss ja nicht in ein anderes Land fahren, sondern, wie du schon sagtest, Philipp, man kann sich auch einfach mal andere kommunale Projekte angucken. Und genau das Thema Wärmewende, das ist halt wirklich einfach ein Miteinander und kein Gegeneinander. Und ich denke, da ist einfach das Plan to Heat Projekt, einfach ein sehr schönes Projekt, was das auch noch mal zeigt und Markus du hast auch wieder einen super Überleitung eigentlich geboten.

01:38:19:02 - 01:38:30:24

Als würdet ihr wissen, was ich fragen will. Gruselig. Ähm, weil ich jetzt ganz gerne einmal die Gretchenfrage stellen wollen würde. Und zwar wo macht ein Netz denn Sinn und wo nicht?

01:38:31:00 - 01:39:13:23

Also da fange ich mal an, damit es nicht wirtschaftlich wird, weil das macht dann nachher der Markus Mengel, weil der muss nachher sagen, ich betreibe das und kann sogar ein bisschen Geld damit verdienen. Es macht da Sinn, wo die Nöte am größten sind, und zwar im Hinblick jetzt auch auf die Stadtentwicklung. Also wir sind seinerzeit gestartet, Sinn macht es da in der Innenstadt, weil wir die Innenstadt generell stärken wollen und weil wir davon ausgegangen sind, Wärmeversorgung als Angebot der Kommune stärkt auch Stadtquartiere. Und da ist die Innenstadt uns quasi am wichtigsten und am naheliegendsten. Und alles andere ergibt sich daraus, was am Ende sozusagen für einen, der es dann übernimmt, auch tatsächlich wirtschaftlich darstellbar ist.

01:39:14:00 - 01:39:45:22

Wir sind als kommunales Unternehmen unseren Bürgern verpflichtet, den Bürgern von Eschwege verpflichtet. Wir wollen zusehen, dass wir für alle was bieten können. Sinnig kann ein Netz über das gesamte Stadtgebiet sein. technisch ist es immer machbar, was zu bauen. Wir stoßen aber halt an die Grenzen des wirtschaftlichen und müssen schauen, wie wir das Ganze am Ende realisieren. Die Innenstadt, die die Stadt gerne sofort ausbauen würde, werden für uns so der zweite Baustepp erst sein.

01:39:45:22 - 01:40:09:07

Leider. Auf der einen Seite ist es notwendig, die Bürger haben in den Bereichen auch ganz wenig bis keine Alternativen. Irgendwann. Wir folgen der Vorgabe immer noch. Es heißt 45 sollen die Gasnetze abgeschaltet werden. Also muss ich den Bürgern irgendwas bieten können, zu dem Zeitpunkt und in der Innenstadt bei uns sind es 100 Fachwerkhäuser, haben wir keine Möglichkeit.

01:40:09:07 - 01:40:47:02

Es gibt keine Plätze, die können keine Wärmepumpe aufstellen. Und es ist auch in dem Thema Emissionsbetrachtung die Frage, jeder ein Holzofen wird auch nicht funktionieren an der Stelle, also Biomasseanlagen. Wasserstoff, den wir betrachten, sehen wir aktuell nicht. Oder dass es zu keinem Verkaufspreis für die Kunden angeboten werden kann. Es ist echt schwierig und klar, verfolgen wir das Ziel und wollen dort gerne bauen, aber wir müssen wirtschaftlich sehen, dass es sich am Ende auch wirklich für uns irgendwie darstellbar lässt und für den Endkunden auch ein Preis ist, den er bezahlen kann.

01:40:47:04 - 01:41:21:10

Ja, bezahlen, das ist noch ein Stichwort, weil das am Ende ja auch unser Anspruch ist als Stadtentwickler. Wir wollen natürlich auch nicht nur die 1000 Fachwerkhäuser die es in der Innenstadt gibt, wir würden natürlich gerne auch Bereiche etwas anbieten eine gute, bezahlbare Alternative, die genau in dem Bereich bezahlbarer Wohnraum sind. Also da sind wir in den Bereichen der Wohnquartiere, die vor allem mit dem Geschosswohnungsbau geprägt sind, wo wir natürlich wissen, dass sind ein hoher Anteil auch von Einkommensschwächeren.

01:41:21:12 - 01:41:47:22

Und für die wollen wir natürlich auch eine Alternative schaffen. Also wir wollen sozusagen da auch ein ausgewogenes Verhältnis schaffen. Ich glaube, für die Kommune ist schon immer als Prämisse, wenn sie sagt, für uns ist die Nummer eins, die das umsetzt, die Stadtwerke, die kommunalen Stadtwerke, das erst mal gesetzt, sozusagen als Grundlage. Dann wollen wir natürlich schon, dass auch Stadtentwicklungspolitische Zielsetzung auch sich in so einer Wärme-Netzstruktur abbilden.

01:41:47:24 - 01:42:14:08

Da habe ich diese zwei Punkte benannt, die uns wichtig sind. Gleichzeitig immer unter der Prämisse, es darf nicht dazu führen, dass nachher die Stadtwerke pleite gehen. Also davon haben wir nichts gehabt. Das ist für uns auch selbstredend. Das muss am Ende ein wirtschaftlicher Ausgleich sein, und der ist unverzichtbar, um überhaupt so etwas zu realisieren. Ich glaube, das war in der Vergangenheit ja auch so, also ich denke, das Thema Gasversorgung ist ja auch letztlich eine freiwillige Leistung gewesen und bis heute eine freiwillige Leistung.

01:42:14:08 - 01:42:26:14

Die machen wir ja nicht dann, um da Millionen zu versenken, sondern um einfach zu sagen, da ist ein Geschäftsfeld, auf dem wir uns auf Dauer wirtschaftlich solide bewegen können. Und so muss es am Ende bei der Wärmeversorgung auch sein.

01:42:26:16 - 01:42:33:17

Bildet ihr damit jetzt neben der reinen Wärmeversorgung und der Wirtschaftlichkeit auch das Sicherheitsthema ab?

01:42:33:19 - 01:42:50:09

Also für mich persönlich wäre das ein ganz neues Thema, also Sicherheit, also dass wir sozusagen der Staat sagt wir, das ist ja das dänische Modell, die sagen das Teil der Grundversorgung und egal, womit wir euch versorgen, wir stellen sicher, dass das das keiner in der kalten Wohnung sitzt. Das ist für mich neu, das ist tatsächlich, das haben wir bisher nicht.

01:42:50:09 - 01:43:13:04

Bisher sind wir immer davon ausgegangen. Jeder rettet sich und jeder versorgt sich je nachdem, was er hat. Und jeder hat auch die Möglichkeit dazu irgendetwas zu machen. Sei das Öl, Gas, Holzpellets, Photovoltaik oder einfach irgendwie den Heizungshahn zudrehen und ein bisschen kälter sozusagen zu wohnen. Also Sicherheit ist ein neuer Aspekt habe ich bisher noch nicht so gesehen.

01:43:13:06 - 01:43:36:13

Sicherheit ist für uns schon der Aspekt, denn genau darum geht es ja dieses jedem Bürger was bieten können am Ende. Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, dass es eine Grundversorgung ist. So sehen wir es aber, da wir irgendwann Gasnetz abschalten sollen, da wir wissen, dass es Gebäude gibt, die nicht funktionieren werden ohne Gas, richtig und dem Kunden am Ende eine Sicherheit zumindest in seinem Portemonnaie bieten zu können.

01:43:36:15 - 01:44:37:21

Das ist nicht über Maß nimmt und es gibt Erfahrungen und es gibt immer wieder Presseartikel, wo genau das aus dem Ruder läuft. Und das ist auch wieder ein Bestreben von uns, dass wir das am Ende auch alles so verträglich hinbekommen. Aber gerade das macht das ganze Projekt auch wieder sehr sportlich und wir müssen halt es gut beplanen und so viel Risiko wie wir gerne nehmen würden, ist es halt so,wollen nicht Deutschland gründlich bis ins letzte Detail planen, aber ich muss eine so große Planungstiefe für uns jetzt als Unternehmen schaffen, dass ich sagen kann, mit dem Risiko, was jetzt noch übrig bleibt, da fangen wir jetzt einfach an zu bauen, weil wir damit leben können und damit aber dann auch vorwärts kommen. Und das ist ein Stück Sicherheit am Ende auch für die Bürger, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so ganz sehen. Oder es ist auch wieder jeder seine eigene Ansichten. Das wird sich aber dann im Laufe der Jahre zeigen, wie sich das alles dann darstellt und wie sich das am Ende dann entwickelt.

01:44:37:23 - 01:45:04:10

Ja, ich glaube, das ist tatsächlich so ein bisschen Gedankensprung, wenn man das erweitern will. Das Thema Sicherheit, also das ist bisher haben wir das, kennen wir das nicht, wir kennen das nicht, das wir, das der Staat oder die Stadt für etwas verantwortlich ist, was das Thema Wärmeversorgung angeht. Das ist bisher einzeln individualorientiert. Es wäre sozusagen ein gedanklicher Sprung, wenn man das jetzt sozusagen als staatliches Projekt sehen würde.

01:45:04:11 - 01:45:27:18

Da glaube ich, da würde man viele Erwartungen wecken. Das ist, das ist ein Thema. Also was hat die Öffentlichkeit für eine Erwartung? Das haben wir ja auch erlebt als gewissen Widerspruch, dass Bürger sozusagen ganz viel erwarten. Wenn es heißt, der Startschuss für eine kommunale Wärme Planung ist erfolgt, dann wollen wir natürlich auch ganz schnell wissen, was ist denn das jetzt?

01:45:27:18 - 01:45:29:20

Was bedeutet das für mich konkret?

01:45:29:22 - 01:45:42:11

In dem gesamten Prozess habt ihr viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt. Welche Frage habt ihr dann am häufigsten gehört und welche hat uns, hat euch auch vielleicht ein bisschen genervt oder überrascht?

01:45:42:13 - 01:46:05:23

Eine der ersten Fragen und die häufigste Frage ist immer “Was kostet es?” Und dann ist immer das Thema genervt. Richtig viel ist ja, aber ich bezahl für mein Gas jetzt nur X cent und dann steht man jedes Mal wieder da und sagt jedes Mal Ja, Sie bezahlen für die Kilowattstunde X Cent. Haben Sie da schon den Grundpreis mit einberechnet, den Sie monatlich auch bezahlen müssen?

01:46:06:00 - 01:46:31:06

Haben Sie den Schornsteinfeger mit einberechnet, den Sie jährlich bezahlen müssen? Wissen Sie eigentlich, was Ihre Heizung im Monat an Abschreibung kostet? Was hat man noch? Ja, Wartung von Heizungsanlagen. Also das ist irgendwann was ein bisschen ein bisschen nervt, oder? Ja, weil man das oft mit Einzelbürger bespricht und die Bürger das nicht so wahrhaben wollen. Als Gegenfrage stelle ich dann immer schon an den Bürger, was kostet Ihr Auto im Monat oder im Jahr?

01:46:31:06 - 01:46:50:17

Was? Wie viel Verlust haben Sie am Auto? Das wissen fast alle Bürger. Was ihr Auto so im Monat oder im Jahr kostet. Will den sagen, aber das gleiche gilt für die Heizung auch das ist manchmal ein bisschen langwierig oder langatmig. Auf der anderen Seite, nein, wir machen es gerne. Dafür sind wir da zu erläutern dann, wie es weitergeht.

01:46:50:19 - 01:47:13:08

Die andere Frage, die wir häufig bekommen haben, ist, wann seid ihr bei mir? Wie schnell ist denn das Netz? Bzw. ihr hab doch alles fertig Leute, warum baut ihr denn jetzt nicht? Da waren so tolle Pläne. Ja, das ist ja schön, dass der Plan da war das aber eine Entwicklung in Detailplanung noch mal drei vier Jahren an Zeit verschlingt und die Gelder besorgen und alles was drumherum ist.

01:47:13:10 - 01:47:16:23

Nein, das haben die Leute leider nicht immer auf dem Schirm.

01:47:17:00 - 01:47:31:22

Also die beiden Fragen würde ich auf jeden Fall eins zu eins unterstützen. Vielleicht eine andere Reihenfolge bei uns. Bei uns haben sie vielleicht gefragt wann kommt es? Und erste zweite ist was kostet es für euch, wenn es erst mal was kostet und wann bin ich dabei? Okay, aber die beiden Fragen sind absolut identisch.

01:47:32:00 - 01:47:44:01

Und gab es einen Moment, an den ihr euch erinnern könnt, wo ihr Bürger und Bürgerinnen überzeugt habt oder wie vielleicht bei euch in irgendetwas überzeugt haben?

01:47:44:03 - 01:48:09:20

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit, glaube ich. Da gab es wenig Diskussion, das war immer gesetz, das es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich glaube es gab so Themen Energieerzeugungsanlagen, also was, woher kann man überhaupt Energie nehmen? Also Geothermie ist so ein Thema, was gerne so angesprochen worden ist. Dann natürlich auch skeptische Fragen Flusswärme, ach dann wird das irgendwie alles nicht funktionierend biologisch.

01:48:09:20 - 01:48:27:10

Und dann ist ja der Fluss oder die Fische sterben oder könnt ihr nicht das und das noch machen oder. Also ich glaube das waren eher so und so ein Thema, da will man sich dann doch eher einbringen und noch mal Themen platzieren, von denen man das Gefühl hat, dass sie vielleicht dann doch nicht so bisher berücksichtigt worden sind.

01:48:27:12 - 01:48:29:13

Markus, wie war das bei euch dann?

01:48:29:15 - 01:48:55:08

Ja, es gab Schock-Momente, es gab von denen, die komplett gar nichts davon halten und das ist alles Blödsinn, was wir hier machen, bis hin zu das Gas fließt eh nach fünf Jahren wieder aus dem Osten und es ist alles gut, haben wir ja alles dabei gehabt. Der Gro von Eschwege ist dafür, das ist so unsere Einschätzung, das Thema halt die Zeit, da sind Probleme.

01:48:55:10 - 01:49:20:13

Wir hatten Probleme bei der Entwicklung oder Übergangslösungen zu schaffen. Da sind wir noch dabei. Das ist leider auch nicht so schnell gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Ansonsten, es geht jeden Tag weiter und ich habe nicht vor, das Projekt morgen einzustampfen, sondern ich möchte eigentlich wirklich jetzt die ersten Zielsetzung, die wir uns mal in den Kalender geschrieben haben oder neben unsere Machbarkeitsstudie geschrieben haben, hoffen, dass ich die auch erreichen.

01:49:20:15 - 01:49:28:11

Und das ist zwar immer noch in drei, vier, fünf Jahren in Zukunft, aber es wird mittlerweile so konkret, dass wir was draus machen können.

01:49:28:13 - 01:49:44:00

Ihr habt jetzt beide jeweils 30 Sekunden Zeit, um eure drei nicht verhandelbaren Erfolgsfaktoren zu nennen. Zum Gelingen einer Wärmeplanung und dann in die Umsetzung zu kommen.

01:49:44:02 - 01:50:18:03

Also für mich wären drei nicht verhandelbare Erfolgsfaktoren. Erstens Wärmeplanung ist ein Teil der Stadtentwicklung und der Stadtplanung. Und damit verantwortet die Kommune auch über die Wärmeplanung ihre eigene Städtebaupolitik. Es muss ein Konsens geben, der Planungspartner, der später für die verantwortlich sein wird, für die Umsetzung. Und das dritte wäre für mich, dass die Stadtwerke für eine Kommune immer Ansprechpartner Nummer eins sind, wenn es um die federführende Betreuung, Planung, Vorbereitung und Umsetzung geht.

01:50:18:05 - 01:50:47:00

Und verhandelbar ist gar nichts. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das so schnelllebig ist, was wir hier gerade machen. Wir wissen im Grunde... Mein Ziel, mein Ziel ist unverhandelbar. Ich möchte als Stadtwerke die ersten Abschnitte Wärmeleitung bauen und auch betreiben. Das ist für uns unverhandelbar. Das Drumherum und das wie muss man immer sehen, wie die Gegebenheiten gerade sind.

01:50:47:02 - 01:50:55:05

Einmischung, Einmischung, die komplett daneben laufenden, aber auch die sind verhandelbar. Oder es gibt dann in dem Moment Situationen.

01:50:55:05 - 01:51:12:12

Was ich rauspicken. Vielleicht fällt es dir ja leichter zu sagen, was ein Fehler ist, den du bei anderen immer wieder siehst. Ich meine, du hast ja hast du ja schon häufiger andere Projekte in anderen Kommunen angeschaut, bist viel unterwegs. Was würdest du sagen?

01:51:12:14 - 01:51:36:11

Ihr beide. Fehler bzw wo man dringend darauf achten muss, man sich nicht drauf einlassen sollte, ist das Thema nur nach der Wirtschaftlichkeit zu planen. Das wird ganz häufig gemacht. Ganz häufig wird die erste Frage, wie viel habt ihr? 10 Millionen? Dann bauen wir für 10 Millionen Netz. Eine Planung danach ist auch billiger, aber sie ist nicht zukunftsträchtig, oder? Ich habe in der Zukunft ganz viel Probleme, das umzubauen.

01:51:36:13 - 01:51:58:05

Ich glaube, der größte Fehler war, dass man am Ende schon weiß, was ja tatsächlich am Ende rauskommt. Also wenn das sozusagen die Erwartung ist, da treffe ich das auch. Und wenn man sagt, ich habe, auch wenn ich das gar nicht definieren kann, ich habe ein bestimmtes Budget und das will ich ausgeben, ich habe gar keine, habe gar keine Zielvorgabe, dann hilft mir das nicht.

01:51:58:05 - 01:52:10:22

Das wäre tatsächlich ein großer Fehler. Also sich darauf sozusagen zu beschränken, vielleicht auch nachher zurückzugehen. Sagen, brauchen wir gar nicht, mit 3 Millionen werden wir das nicht schaffen, das sinnvoll ist. Oder wir brauchen 30 Millionen.

01:52:10:24 - 01:52:33:15

Ich hätte es wahrscheinlich nicht besser sagen können, ähm, wir kommen damit auch schon zum Abschluss und ich finde, bisher habt ihr euch wirklich sehr gut geschlagen. Jetzt wird es noch mal ein bisschen tricky. Sogenannte Quick Fire. Und zwar will ich von euch beiden jetzt gern einmal den mutigsten Moment in einem Wort hören.

01:52:33:17 - 01:52:36:12

Mit einem Wort werde ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

01:52:36:14 - 01:52:38:11

Du hast drei.

01:52:38:13 - 01:52:55:05

Also ähm, drei Wörter und der mutigste Moment für Stadt und Stadtwerke. Zusammengenommen ist das in dem Moment Start der Wärmeplanung vor den anderen, es sind doch fünf Wörter.

01:52:55:07 - 01:53:04:24

Also ich sage noch drei Worte Wirtschaftsminister in der Baugrube für Nahwärme-Anschluss. Das war mutig.

01:53:05:01 - 01:53:09:12

Okay, mutig auch von wegen, es hätte ja auch was passieren können.

01:53:09:14 - 01:53:13:11

Ganz genau.

01:53:13:13 - 01:53:16:04

Was war eure größte Überraschung?

01:53:16:06 - 01:53:32:00

Die größte Überraschung ist das Feedback, was wir aus vielen Bereichen bekommen. Nicht extremst groß oder nicht von ganz vielen. Aber die Feedbacks die wir bekommen überragend und genau an dem, was wir gerade machen richtig.

01:53:32:02 - 01:53:53:24

Ja, wir haben ganz handfeste Überraschung jetzt, wenn wir in der Erde buddeln, wir finden immer wieder archäologische Funde. Das ist etwas, was vielleicht vorher auch nicht so auf dem Schirm hatten. Wir sind gerade gebrannte Kinder vom Nikolai-Platz, weil wir da, äh, hunderttausende ausgeben für Grabungen. Aber gut, das gehört dann auch dazu.

01:53:54:01 - 01:54:01:21

Das war auch eine Überraschung. Vielleicht auch etwas, was man anderen Kommunen mitgeben kann, dass man das leider auch mit bedenken sollte.

01:54:02:00 - 01:54:10:04

Und möglicherweise, wenn man es nicht nur bedenkt, sondern auch berücksichtigt, dann wird es noch besser.

01:54:10:06 - 01:54:17:18

Ja, Markus, du hast es ja eigentlich gerade mehr oder weniger schon gesagt. Aber vielleicht gibt es noch etwas anderes auch von dir, Philipp, worauf seid ihr stolz.

01:54:17:20 - 01:54:19:24

Teil des Projektteams zu sein und dass ich das für die

01:54:19:24 - 01:54:27:20

Stadt Eschwege machen darf. Ja, Stolz, dass es ein wachsendes Projektes ist und dass es auch zunehmend Wissen gibt bei allen Beteiligten.

01:54:27:22 - 01:54:30:04

Sehr schön und was kommt als nächstes?

01:54:30:10 - 01:54:51:15

In einem Satz. Als nächstes intern kommen für uns die ersten Deatail-Hochrechnungen, mit denen wir dann irgendwann weiterarbeiten werden. Der nächste Meilenstein, der extern wird, wird leider erst im September stattfinden, mit einer Informationsveranstaltung, wo wir die gesamte Machbarkeitsstudie und die Details dann alle mit rausbringen in die Öffentlichkeit.

01:54:51:17 - 01:55:18:21

Ja, also für mich wäre der nächste Meilenstein tatsächlich eine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung, dass das jetzt die Grundlage ist für die weiteren Schritte. Und ich muss noh eine Sache ergänzen. Und zwar waren wir das ist ja sozusagen auch aus den Teil dieser Kooperation mit den Dänen gewesen, das Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, das ist auch etwas, das habe ich mir auch mal als Stichwort noch mal hier notiert.

01:55:18:23 - 01:55:46:20

Ich glaube, das Thema in der Öffentlichkeit mit dem Thema präsent zu sein und das kontinuierlich, das ist etwas auch ganz entscheidendes. Und da haben wir uns jetzt auch drauf verständigt mit den Stadtwerken zusammen, dass wir erstens das gemeinsam machen, dass also immer alle Projektpartner sozusagen von dem anderen wissen, was er kommuniziert gegenüber wem. Und das zweite auch, dass wir am Ball bleiben, dass wir auch zwischendurch mal scheinbare Pausen kommunizieren.

01:55:46:20 - 01:56:04:23

Also einfach sagen, wir arbeiten jetzt an dem Projekt oder da gibt es etwas Neues, da gibt es aber noch nichts Neues. Aber da gibt es eine Entwicklung. Ich glaube, das ist so in der Kommunikationsstrategie, die ja auch Wärmeplanung ja auch mit beinhalten sollte. Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt, der auch ein Erfolgsfaktor darstellen kann.

01:56:05:00 - 01:56:27:06

Gut, dass das noch mal gesagt hast. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Punkt, den wir natürlich auch in unserer Beratung in anderen Kommunen immer wieder miterleben, dass das einfach als nicht so wichtig erachtet wird oder eben eher als lästiger, lästiger Beigeschmack. Und ihr habt was vergessen. Was kommt als nächstes? Der Workshop in Dänemark.

01:56:27:08 - 01:56:54:22

Und damit auch unser letzter Workshop. Leider. Schauen wir mal, was wird. Ich bedanke mich. Es war wirklich großartig. Ich glaube sehr viele, die diesen Podcast sich anhören werden, werden vieles mitnehmen.

01:56:54:24 - 01:56:56:23

das gemacht hat, dann können wir uns auch dran trauen.

01:56:57:00 - 01:57:16:08

Das ist ja so ein beliebtes Spiel hier, das ist ja auch, hat ja auch seine Bewandtnis. Aber ich glaube, der Vorteil ist sozusagen, wir haben also die Anforderung für jedes Projekt ist trotzdem, das man es ja nicht übertragen kann. Also jeder muss das lernen, jeder muss sich darauf einstellen, dass er sich sozusagen einlässt auf ein Thema, von dem er nicht weiß am Anfang, wo er am Ende landen wird.

01:57:16:14 - 01:57:24:12

Und da helfen auch 25 Vorreiter Kommune nix, die einem sagen so und so haben wir es bei uns gemacht. Am Ende wird es dann trotzdem ein Stückchen anders sein.

01:57:24:14 - 01:57:41:04

Die können 75 % höchstens aus den Erfahrungen des Planens lernen, was wir gemacht haben. Wir müssen dann aber die 25 % vor Ort Situationen komplett mit einfließen lassen. Aber die 25 % ist der größere Part am Planen am Ende oder der größere Aufwand.

01:57:41:06 - 01:57:55:14

Das ist eine super Überleitung zu der nächsten Frage und ich fand's richtig gut, was ihr gerade gesagt habt. Was würdet ihr dann in diesem Zuge sagen, welche Entscheidung wirklich mutig war und warum?

01:57:55:16 - 01:58:18:08

Also ich sage mal, die mutigste Entscheidung war. Da muss ich die Stadtwerke angucken. War auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird. Einfach vor dem Hintergrund. Wir sind gewiss, dass wir das machen wollen. Wir sind gewiss, dass wir auch diesen Bereich in der Innenstadt versorgen wollen. Und wir wissen, dass die Stadt jetzt dort einen neuen Stadtplatz schafft.

01:58:18:08 - 01:58:51:07

Und sie möchte auf keinen Fall, dass der in drei Jahren wieder aufgerissen wird. Und da gehen wir in ein Risiko, auch in ein wirtschaftliches Risiko. Und da sind wir mutig, auch wenn wir nachher uns verantworten müssen. Warum steckt er so viel Geld darein und am Ende habt ihr da was verbuddelt und davon habt ihr dann nix. Das war wirklich mutig und das wünsche ich mir am Ende auch für viele andere Investitionsentscheidungen, dass man natürlich mit einer verlässlichen Perspektive, aber trotzdem mit einem gewissen Mut auch an solche Dinge herangeht und auch Geld in die Hand nimmt.

01:58:51:09 - 01:59:22:11

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen soll. Mutig war, dass die Stadtwerke gesagt haben, wir nehmen die Wirtschaftlichkeit in Geld in die Hand und schaffen erst mal eine Vollzeitstelle für einen Ingenieur und haben später dann sogar noch eine zweite Stelle, die das Projekt nur dieses Projekt bearbeiten.

01:59:22:13 - 01:59:48:22

Mutig war in dem Moment, dass die Geschäftsführung, der Bürgermeister, der Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt gesagt hat “Ja wohl, ihr macht eine Planung und die dürft ihr sogar vertiefend machen. Wie stellen dafür die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung.” Und wir sprechen nicht drüber, ein Standard-Netz zu planen, sucht euch 200 Abnehmer und baut das Thema, sondern mutig ist zu sagen, wir haben entschieden, wir wollen weiterhin allen Bürgern von Eschwege was bieten können.

01:59:48:24 - 02:00:13:03

Das heißt aber, dass die Planung etwas länger dauert. Die Planung wird umfangreicher und teurer und trotzdem haben wir das Geld in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob das am Ende alles so mal kommen wird in zehn, 20 Jahren. Und ja, wir haben auch zwischendurch schon mal Rohrleitungen gebaut, was auch eine mutige Entscheidung war, wo auch wieder die Gremien alle gesagt haben, dann macht es mit ein bisschen Gegenwind auch mal mit Diskussionen und dieses “Ja versenkt ihr Geld und was ist

02:00:13:05 - 02:00:25:15

Also ich sag mal, die mutigste Entscheidung war, da muss ich die Stadtwerke angucken, war auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme-Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird.

02:00:25:17 - 02:00:41:16

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl, dass zu der Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen sollte am Ende.

02:00:41:18 - 02:01:10:16

Ich glaube, das Thema ist wirklich, ein großer Fehler, den man machen kann, ist von Anfang an sozusagen vom Ende her zu denken und nicht so sehr das Ziel und den Weg dahin. Das muss eigentlich die Leitschnur sein für so eine Planung.

02:01:10:18 - 02:01:34:22

Wir befinden uns in Eschwege, einer Kreisstadt in Nordhessen, die oft als Vorreiter der Wärmeplanung genannt wird. Und wir sprechen heute mit Markus Mengel von den Stadtwerken Eschwege und mit Philipp Heinrichs von der Stadt Eschwege. Ich würde direkt einmal starten mit der Frage, was denn euer ungewöhnlichster Moment in diesem Prozess war. Und das bitte in einem Satz.

02:01:35:02 - 02:01:51:07

Also mir fällt da ganz spontan ein, ich habe ja vor rund zweieinhalb Jahren bei der Stadt begonnen und eine der ersten Amtshandlungen des Bürgermeisters war, dass er mir ganz stolz einen Spiegelartikel gezeigt hat, dass die Stadt Eschwege ganz vorne in der Wärmeplanung sei.

02:01:51:09 - 02:01:54:14

Das würde ich ungewöhnlich nennen, aber ungewöhnlich im positiven Sinne.

02:01:54:16 - 02:02:12:01

Ich bin seit Mai 23 bei den Stadtwerken und ich bin nur für die Wärme eingestellt worden und habe das dann übernommen. Und es ist komplett meine Aufgabe, dieses Themengebiet von Anfang bis Ende durchzuplanen.

02:02:12:03 - 02:02:23:20

Ich würde sagen, der eine oder andere, der das jetzt hört, ist wahrscheinlich neidisch, dass Menschen bei euch gibt, die nur für dieses Thema eingestellt wurden. Wer von euch beiden war denn öfter der Bremser?

02:02:23:22 - 02:02:25:07

Da gucke ich den Bremser an.

02:02:25:09 - 02:02:50:05

Ich denke immer. Ja, wir können uns gegenseitig ausbremsen. Das können wir sehr gut oder auch nicht. Wenn es eine Bremse gibt bei unserem Projekt oder gab gab, es auch immer Beweggründe, warum die Bremse mit drin ist oder warum man Sachen gerade nicht in die Öffentlichkeit nimmt. Aber da sind dann die Interessen zwischen den Stadtwerken und der Stadt dann auch wieder komplett anders gelagert und Notwendigkeiten da.

02:02:50:07 - 02:03:02:14

Und ich denke Philipp, da stimmst du mir zu. Das, was ihr wollt oder was ihr braucht, das bearbeiten wir. Wir aber als Unternehmen müssen in dem Moment anders agieren oder haben halt leider nicht immer die Möglichkeit, alles sofort öffentlich zu machen.

02:03:02:19 - 02:03:20:11

Okay, also sowohl als auch auf beiden Seiten. Aber es hat ja immer seine Beweggründe. Okay, ja, wenn ihr die Reise, die ihr von damals bis heute bereits betreten habt, in drei kurzen Stationen erzählen müsstest, Start, Kipppunkt und heute? Wie würde diese Reise aussehen?

02:03:20:13 - 02:03:42:11

Der Startpunkt war sozusagen ja die Gewissheit, dass die Stadt sich auf den Weg gemacht hat, gemeinsam mit den Stadtwerken. Dass sie diese Werbeplanung jetzt voranbringen will, dass sie auch insofern ein Stückchen Vorreiterrolle hat und Vorreiterrolle hat, heißt ja auch immer, dass man auch schon Dinge tut, die man möglicherweise nicht tun würde, wenn man nicht so sicher wäre, dass man das auch will.

02:03:42:13 - 02:04:05:20

Das ist sozusagen der Startschuss gewesen, auch mit einer großen Veranstaltung in der Stadthalle, mit einer ganz großartigen Resonanz von der Bürgerschaft, viel Mitwirkung auch von anderen Beteiligten. Ja, und dann gab es ein Stückchen Sprachlosigkeit oder auch Stille, was das Thema Wärmeplanung angeht. Und ich denke, wir sind jetzt dieses Jahr dabei, sozusagen gut ins Rollen zu kommen.

02:04:05:22 - 02:05:08:08

Gut Start, ich war etwas früher dabei, als Philipp Heinrichs von der Stadt. Ich bin halt eingestellt worden. Ich bin damals zur Wärmeleitplanung dazugestoßen, als die gerade in der Umsetzung war und hatte das Projekt dann quer übernommen. Als Startpunkt kann man hier eigentlich sagen, dass es ursprünglich zwischen dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege Themen gab, noch vor dem Ukrainekrieg, dass man eigentlich das Gasnetz erweitern möchte und aus dem Gasnetz Erweiterung ist dann der Kipppunkt gekommen, das ist alles Käse, wenn man auf die Ukraine Situation dann eingeht und daraus hat man dann ein Energiesystem gefahren. Damals gab es das Thema kommunale Wärmeplanung so noch gar nicht. Baden-Württemberg hatte das als erstes aufgenommen. Wir haben nur unsere Förderanträge unter der Prämisse des Energie-Monitorings von Wiesbaden gestellt. Klima oder kommunale Wärmeplanung wurde es dann erst mit dem Start in 22 Dezember 22 gestellt und seitdem sind wir kontinuierlich dran.

02:05:08:10 - 02:05:20:02

Und ja, wir hatten zwischendurch auch mal Zeiten, wo ein bisschen Ruhe herrschte. Das hing aber nicht damit zusammen, dass wir nichts gemacht haben, sondern Daten sammeln und neu starten oder in dem Moment weiter vertiefen und besser aufbauen.

02:05:20:04 - 02:05:31:23

Was würdet ihr sagen, ist die eine Sache, die andere Kommunen bei euch anders spüren, wenn man euch jetzt noch mal so als Vorreiterrolle auch hervorstellt?

02:05:32:00 - 02:05:56:06

Ja, ich sag mal so die Erwartungen sind immer ganz groß. Also man hat da ein Bild von der Stadt Eschwege, dass wir sozusagen alles schon fertig hätten in der Schublade. Das ist ja nicht so, das ist ein Stückchen Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite kann man schon auch sagen, dass wir sozusagen Thema auch jetzt hier behandeln, was Neuland ist für uns, weil wir bisher keine Wärmeversorgung haben, jedenfalls keine zentrale.

02:05:56:08 - 02:06:07:18

Und dass sozusagen da auch keiner bisher uns da abbringen lässt von diesem Weg, das denke ich mal, ist etwas, was sozusagen auch interessant ist für andere Kommunen.

02:06:07:20 - 02:06:31:14

Als Vorreiter ist man nicht immer Vorreiter, denn das ist uns in manchen Bereichen und das merken wir jetzt erst in der vertiefenden Ausarbeitung auch auf die Füße gefallen. Wir haben gelernt mittlerweile, dass unsere Wärmeleitplanung auch einige Schwachstellen hat, die wir im Rahmen der vertiefenden Machbarkeitsstudie jetzt überhaupt erst ausmerzen. Aber auch, weil wir das jetzt in dem Moment machen.

02:06:31:16 - 02:07:09:09

Wir können anderen Kommunen auf jeden Fall eins mitgeben, wählt Büros, die das machen, sorgsam aus. Der Standard der kommunalen Wärmeplanung hat nicht alles drin, was man braucht, um später was daraus einfach mal schnell im Projekt auszugestalten. Und ich mache in meinen Vorträgen mittlerweile so den Hinweis eine kommunale Wärmeplanung ist wie ein Passagierflugzeug 10.000 Fuß Überflug. Um ein Projekt konkret umzusetzen, braucht man aber schon mal ein Segelflugzeug mindestens auf die Höhe runter zu kommen oder vielleicht sogar den Tiefflug kurz über die Häuser, weil erst dann kann ich wirklich sehen, was ist in dem Straßenzug los. Was funktioniert in den Häusern?

02:07:09:11 - 02:07:28:18

Also da würde ich gerne angreifen oder nachhaken, das Thema Vorreiter, das ist ja immer so ein, ich sag mal so, bei Kommunen ist das immer ganz elegant, wenn man immer eine Vorreiter Kommune hat. Da sagt man prima, die machen das, erst mal die können das mal ausprobieren, die sollen mal ihre Fehler machen. Und wenn sie das alle irgendwie, wenn die 100. Kommune, das gemacht hat, dann können wir uns auch dran trauen.

02:07:28:20 - 02:07:48:03

Das ist ja so ein beliebtes Spiel hier, das ist ja auch, hat ja auch seine Bewandtnis. Aber ich glaube, der Vorteil ist sozusagen, wir haben also die Anforderung für jedes Projekt ist trotzdem, das man es ja nicht übertragen kann. Also jeder muss das lernen, jeder muss sich darauf einstellen, dass er sich sozusagen einlässt auf ein Thema, von dem er nicht weiß am Anfang, wo er am Ende landen wird.

02:07:48:09 - 02:07:56:07

Und da helfen auch 25 Vorreiter Kommune nix, die einem sagen so und so haben wir es bei uns gemacht. Am Ende wird es dann trotzdem ein Stückchen anders sein.

02:07:56:09 - 02:08:12:24

Die können 75 % höchstens aus den Erfahrungen des Planens lernen, was wir gemacht haben. Wir müssen dann aber die 25 % vor Ort Situationen komplett mit einfließen lassen. Aber die 25 % ist der größere Part am Planen am Ende oder der größere Aufwand.

02:08:13:01 - 02:08:27:09

Das ist eine super Überleitung zu der nächsten Frage und ich fand's richtig gut, was ihr gerade gesagt habt. Was würdet ihr dann in diesem Zuge sagen, welche Entscheidung wirklich mutig war und warum?

02:08:27:11 - 02:08:50:03

Also ich sage mal, die mutigste Entscheidung war. Da muss ich die Stadtwerke angucken. War auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird. Einfach vor dem Hintergrund. Wir sind gewiss, dass wir das machen wollen. Wir sind gewiss, dass wir auch diesen Bereich in der Innenstadt versorgen wollen. Und wir wissen, dass die Stadt jetzt dort einen neuen Stadtplatz schafft.

02:08:50:03 - 02:09:23:02

Und sie möchte auf keinen Fall, dass der in drei Jahren wieder aufgerissen wird. Und da gehen wir in ein Risiko, auch in ein wirtschaftliches Risiko. Und da sind wir mutig, auch wenn wir nachher uns verantworten müssen. Warum steckt er so viel Geld darein und am Ende habt ihr da was verbuddelt und davon habt ihr dann nix. Das war wirklich mutig und das wünsche ich mir am Ende auch für viele andere Investitionsentscheidungen, dass man natürlich mit einer verlässlichen Perspektive, aber trotzdem mit einem gewissen Mut auch an solche Dinge herangeht und auch Geld in die Hand nimmt.

02:09:23:04 - 02:09:54:06

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen soll. Mutig war, dass die Stadtwerke gesagt haben, wir nehmen die Wirtschaftlichkeit in Geld in die Hand und schaffen erst mal eine Vollzeitstelle für einen Ingenieur und haben später dann sogar noch eine zweite Stelle, die das Projekt nur dieses Projekt bearbeiten.

02:09:54:08 - 02:10:20:17

Mutig war in dem Moment, dass die Geschäftsführung, der Bürgermeister, der Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt gesagt hat “Ja wohl, ihr macht eine Planung und die dürft ihr sogar vertiefend machen. Wie stellen dafür die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung.” Und wir sprechen nicht drüber, ein Standard-Netz zu planen, sucht euch 200 Abnehmer und baut das Thema, sondern mutig ist zu sagen, wir haben entschieden, wir wollen weiterhin allen Bürgern von Eschwege was bieten können.

02:10:20:19 - 02:10:43:22

Das heißt aber, dass die Planung etwas länger dauert. Die Planung wird umfangreicher und teurer und trotzdem haben wir das Geld in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob das am Ende alles so mal kommen wird in zehn, 20 Jahren. Und ja, wir haben auch zwischendurch schon mal Rohrleitungen gebaut, was auch eine mutige Entscheidung war, wo auch wieder die Gremien alle gesagt haben, dann macht es mit ein bisschen Gegenwind auch mal mit Diskussionen und dieses “Ja versenkt ihr Geld und was ist dann?”

02:10:43:24 - 02:10:51:20

Aber nur so sehen wir auch Perspektiven und sehen, dass wir dann zukünftig auch vernünftig arbeiten und aufgestellt sein können.

02:10:51:22 - 02:11:08:18

Also werdet ihr schon sagen, dass es hier auch ein gesundes Maß an, wer musste wen überzeugen, war?Wenn du sagst, es gab auch mal Gegenwind. Und ja, man muss das in den Gremien durchbringen, aber war es, sag ich mal ein gesundes Maß einfach.

02:11:08:20 - 02:11:29:16

Es war ein gesundes Maß und es war immer eine offene und faire Diskussion, egal in welchen Bereichen man das führen würde. Beide sind ja nun auch schon immer mal so ein bisschen, was wir schon eingangs hatten. Ja, manchmal brauchen wir einen Moment länger als Stadtwerke oder wir haben andere Beweggründe, dass wir was vielleicht nicht sofort rausbringen oder dass wir halt sagen, das dauert noch mal zwei, drei Monate länger.

02:11:29:18 - 02:11:41:10

Wir machen so viel Daseinsvorsorge als Stadtwerke als kommunales Unternehmen für die Stadt, dass wir aber auch darauf achten müssen Ist das alles für uns realisierbar, ohne dass wir in 20 Jahren irgendwo insolvent gehen

02:11:41:10 - 02:11:59:11

Ich sag mal so, Gegenwind habe ich da auch nicht erlebt. Aber es liegt natürlich auch daran, weil wir dann ja in der komfortablen Situation waren, dass andere das Geld ausgeben. Ähm, ich glaube, das war eine hohe Akzeptanz, dass man gesagt hat, also da wollen wir auch weiter vorangehen, damit wollen wir auch Ressourcen einsetzen. Ich glaube, das ist schon Konsens gewesen.

02:11:59:11 - 02:12:03:15

Insofern Gegenwind habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht wahrgenommen.

02:12:03:16 - 02:12:14:19

In der Sitzung bist du dann immer nicht so mit dabei. Das ist dann wieder bei uns eine andere, ganz andere Beweggründe. Wir sind Wirtschaftsunternehmen und wir müssen auch Geld verdienen, um das auch ausgeben zu können.

02:12:14:21 - 02:12:38:18

Wird vielleicht auch ein spannendes Thema. Wir von der LEA hören ja immer wieder aus den verschiedensten Kommunen. Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit, keine Kapazitäten, uns um die kommunale Wärmeplanung zu kümmern. Und doch gibt es dann eben euch, wo wir sehen, dass das auch funktioniert. Natürlich seid ihr wahrscheinlich viele bei euch in der Verwaltung sehr viel besser besetzt, als es in manch anderen Kommunen ist.

02:12:38:20 - 02:12:54:01

Aber wie gewährleistet ihr in eurem Arbeitsalltag, dass die kommunale Wärmeplanung und jetzt eben auch die Umsetzung eben nicht nur ein Projekt ist, sondern einfach eine Steuerung ist, die einfach sich durch euren Arbeitsalltag durchzieht?

02:12:54:03 - 02:13:17:24

Ja, also ich glaube, da ist schon ganz wichtig, dass man einfach weiß, dass das Stadtplanung und Stadtentwicklung ja immer auch Projekte kennt, also Projekte, die mal kommen und mal gehen und dann ja sozusagen auch ihre Wertigkeit und ihre Wichtigkeit haben. Und das ist, glaube ich, Handwerkszeug von Stadtplanern, dass die wissen, also dass sie auch sich auf etwas einstellen müssen und auch noch ein Stückchen auch dranbleiben müssen.

02:13:18:01 - 02:13:44:00

Ich verstehe kleinere Gemeinden, die vielleicht einen Verantwortlichen im Bauamt haben, im Planungsamt, der sozusagen dann noch neben dem Straßenbau und dem Hochbau dann gesagt wird, jetzt machst du noch ein bisschen kommunale Wärmeplanung. Da komm ich schnell an Grenzen, gar keine Frage. Ich glaube, da braucht man auch eine gewisse Ausstattung, also eine personelle Ausstattung von Mitarbeitern, die auch wissen, dass sie sich um solche Projekte dann auch mit einem Zeitbudget kümmern können.

02:13:44:02 - 02:14:14:00

Wir sind weit davon entfernt, jetzt zu sagen, wir haben einen Mitarbeiter, der kommunale Wärmeplanung betreut. Aber wir wissen natürlich, wir haben auch einige Stadtplaner, die auch mit gewisser unterschiedlicher Intensität verschiedene Projekte der Stadtentwicklung betreuen. Und wenn da so ein Bereich aufkommt, dann ist es natürlich auch eine Aufgabe, auch der Politik. Aber auch ich sag mal so auch als Aufgabe dann der sozusagen des Bürgermeisters oder des Magistrats dann zu kommunizieren, welche Wertigkeit so ein Projekt dann eben in der Durchführung haben muss.

02:14:14:04 - 02:14:20:14

Markus, was würdest du sagen, wer hat in dem Prozess bislang am häufigsten nachgehakt?

02:14:20:16 - 02:14:55:18

Bis vor kurzem noch der ehemalige amtierende Bürgermeister und der Geschäftsführer. Weil ich dort auch regelmäßig Rede und Antwort stehen musste und auch Stände geben musste oder auch Begründungen, warum mal drei vier Monate nichts kommt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich auch von meinem Geschäftsführer und auch vom ehemaligen Bürgermeister die Rückendeckung hatte. Das machen zu können oder halt in dem Moment zu sagen “Nein, ich mache das jetzt nicht so oder ich mache das jetzt, bring mich noch nicht in die Politik oder ich halte das noch zurück, weil es für mich Beweggründe gab und sehe momentan, dass es nicht verkehrt war.”

02:14:55:20 - 02:15:15:23

Ich hätte vielleicht bei dem einen oder anderen Thema ein Stück mutiger oder ein Stückchen schneller sein können, aber es hat auch nicht geschadet. Im Gesamtprojekt und in manchen Bereichen bin ich froh, dass wir die vertiefende Machbarkeitsstudie jetzt haben und erst jetzt mit konkreteren Plänen rausgehen. Es gab vor anderthalb Jahren schon konkretere Pläne und wir haben es jetzt noch mal nachgestuft.

02:15:16:00 - 02:15:38:15

Und da kommen wir auch zu unserem Plan to Heat Projekt jetzt hier. Wir hatten die Machbarkeitsstudie fertig als Stadtwerke für die Stadt mit einem Energieträger Werrawasser, also sprich Flusswasser, Wärmepumpe als Großanlage. Ich hatte damals gerade meinen Kollegen neu mit dazu bekommen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben uns mit der Planung beschäftigt und uns die Frage gestellt, funktioniert das für ein so großes Gebiet?

02:15:38:17 - 02:16:09:04

Ja, wir haben Beispiele in Deutschland. Es geht. Die Frage ist aber das wie. Also haben wir angefangen mal ein bisschen rumzuspinnen oder nice to have zu sagen, was wäre denn eigentlich noch richtig genial, wenn ich so ein Netz planen. Das haben wir mit aufgenommen und haben mit der Geschäftsführung gesprochen. Und auch da hatten wir wieder die Freiheit zu sagen, jawohl, dürft ihr, macht das noch. Verliert das Ziel nicht aus den Augen, aber nehmt auch mal eine Nice to have an, in 2045 oder in 2050.

02:16:09:04 - 02:16:24:22

Wie könnte das Netz da aussehen? Und dann kam Plane to Heat mit ins Spiel. Die Anfrage, ob wir mit nach Dänemark wollen und jetzt das Ganze anzuschauen. Und wir sind nach Dänemark gefahren und wir waren wirklich baff von den Anlagen, von dem, wie die Netze da oben laufen.

02:16:24:24 - 02:17:10:15

Mit verschiedenen Anlagen. Genau das, was wir also uns vorher gedacht haben, das kann so nicht ganz funktionieren. Was die Wärmeleitplanung ausgibt, hat es uns da gezeigt. Dänemark ist ein ganz um Jahrzehnte vor uns voraus. Das heißt, das können wir nicht sofort umsetzen. Das ist finanziell nicht ganz machbar, aber wir haben genau das in die Planung mit aufgenommen und haben jetzt so Netzausbau Schritte, was ist in den nächsten fünf Jahren, in den nächsten zehn Jahren und wo wollen wir in 2045/2050 mal hin mit dem Netz? Das war ein wahnsinns Wissenssprung und auch Überzeugungsarbeit, dann wieder, als wir zurückgekommen sind gegenüber der Geschäftsführung und dem Bürgermeister zu sagen, die stehen da, die stehen nicht ohne Grund da oder machen jetzt die und die Ausbau Schritte ohne Grund.

02:17:10:17 - 02:17:13:00

Dementsprechend hat uns das richtig was geholfen.

02:17:13:02 - 02:17:33:01

Es kann natürlich nicht jeder nach Dänemark fahren, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen, das ist immer hilfreich, sozusagen nicht mehr genau den vergleichbaren Prototyp zu nehmen oder sagen ich gucke mir einfach mal ein bisschen links und rechts, um quasi die Neugierde mitzubringen, Was haben andere schon gemacht? Vielleicht auch andere Länder sogar?

02:17:33:03 - 02:18:08:02

Ja, absolut. Natürlich. Es kann nicht jeder nach Dänemark fahren, aber man kann beispielsweise nach Eschwege fahren. Oder man kann nach Gießen fahren. Also man muss ja nicht in ein anderes Land fahren, sondern, wie du schon sagtest, Philipp, man kann sich auch einfach mal andere kommunale Projekte angucken. Und genau das Thema Wärmewende, das ist halt wirklich einfach ein Miteinander und kein Gegeneinander. Und ich denke, da ist einfach das Plan to Heat Projekt, einfach ein sehr schönes Projekt, was das auch noch mal zeigt und Markus du hast auch wieder einen super Überleitung eigentlich geboten.

02:18:08:02 - 02:18:19:24

Als würdet ihr wissen, was ich fragen will. Gruselig. Ähm, weil ich jetzt ganz gerne einmal die Gretchenfrage stellen wollen würde. Und zwar wo macht ein Netz denn Sinn und wo nicht?

02:18:20:00 - 02:19:02:23

Also da fange ich mal an, damit es nicht wirtschaftlich wird, weil das macht dann nachher der Markus Mengel, weil der muss nachher sagen, ich betreibe das und kann sogar ein bisschen Geld damit verdienen. Es macht da Sinn, wo die Nöte am größten sind, und zwar im Hinblick jetzt auch auf die Stadtentwicklung. Also wir sind seinerzeit gestartet, Sinn macht es da in der Innenstadt, weil wir die Innenstadt generell stärken wollen und weil wir davon ausgegangen sind, Wärmeversorgung als Angebot der Kommune stärkt auch Stadtquartiere. Und da ist die Innenstadt uns quasi am wichtigsten und am naheliegendsten. Und alles andere ergibt sich daraus, was am Ende sozusagen für einen, der es dann übernimmt, auch tatsächlich wirtschaftlich darstellbar ist.

02:19:03:00 - 02:19:34:22

Wir sind als kommunales Unternehmen unseren Bürgern verpflichtet, den Bürgern von Eschwege verpflichtet. Wir wollen zusehen, dass wir für alle was bieten können. Sinnig kann ein Netz über das gesamte Stadtgebiet sein. technisch ist es immer machbar, was zu bauen. Wir stoßen aber halt an die Grenzen des wirtschaftlichen und müssen schauen, wie wir das Ganze am Ende realisieren. Die Innenstadt, die die Stadt gerne sofort ausbauen würde, werden für uns so der zweite Baustepp erst sein.

02:19:34:22 - 02:19:58:07

Leider. Auf der einen Seite ist es notwendig, die Bürger haben in den Bereichen auch ganz wenig bis keine Alternativen. Irgendwann. Wir folgen der Vorgabe immer noch. Es heißt 45 sollen die Gasnetze abgeschaltet werden. Also muss ich den Bürgern irgendwas bieten können, zu dem Zeitpunkt und in der Innenstadt bei uns sind es 100 Fachwerkhäuser, haben wir keine Möglichkeit.

02:19:58:07 - 02:20:36:02

Es gibt keine Plätze, die können keine Wärmepumpe aufstellen. Und es ist auch in dem Thema Emissionsbetrachtung die Frage, jeder ein Holzofen wird auch nicht funktionieren an der Stelle, also Biomasseanlagen. Wasserstoff, den wir betrachten, sehen wir aktuell nicht. Oder dass es zu keinem Verkaufspreis für die Kunden angeboten werden kann. Es ist echt schwierig und klar, verfolgen wir das Ziel und wollen dort gerne bauen, aber wir müssen wirtschaftlich sehen, dass es sich am Ende auch wirklich für uns irgendwie darstellbar lässt und für den Endkunden auch ein Preis ist, den er bezahlen kann.

02:20:36:04 - 02:21:10:10

Ja, bezahlen, das ist noch ein Stichwort, weil das am Ende ja auch unser Anspruch ist als Stadtentwickler. Wir wollen natürlich auch nicht nur die 1000 Fachwerkhäuser die es in der Innenstadt gibt, wir würden natürlich gerne auch Bereiche etwas anbieten eine gute, bezahlbare Alternative, die genau in dem Bereich bezahlbarer Wohnraum sind. Also da sind wir in den Bereichen der Wohnquartiere, die vor allem mit dem Geschosswohnungsbau geprägt sind, wo wir natürlich wissen, dass sind ein hoher Anteil auch von Einkommensschwächeren.

02:21:10:12 - 02:21:36:22

Und für die wollen wir natürlich auch eine Alternative schaffen. Also wir wollen sozusagen da auch ein ausgewogenes Verhältnis schaffen. Ich glaube, für die Kommune ist schon immer als Prämisse, wenn sie sagt, für uns ist die Nummer eins, die das umsetzt, die Stadtwerke, die kommunalen Stadtwerke, das erst mal gesetzt, sozusagen als Grundlage. Dann wollen wir natürlich schon, dass auch Stadtentwicklungspolitische Zielsetzung auch sich in so einer Wärme-Netzstruktur abbilden.

02:21:36:24 - 02:22:03:08

Da habe ich diese zwei Punkte benannt, die uns wichtig sind. Gleichzeitig immer unter der Prämisse, es darf nicht dazu führen, dass nachher die Stadtwerke pleite gehen. Also davon haben wir nichts gehabt. Das ist für uns auch selbstredend. Das muss am Ende ein wirtschaftlicher Ausgleich sein, und der ist unverzichtbar, um überhaupt so etwas zu realisieren. Ich glaube, das war in der Vergangenheit ja auch so, also ich denke, das Thema Gasversorgung ist ja auch letztlich eine freiwillige Leistung gewesen und bis heute eine freiwillige Leistung.

02:22:03:08 - 02:22:15:14

Die machen wir ja nicht dann, um da Millionen zu versenken, sondern um einfach zu sagen, da ist ein Geschäftsfeld, auf dem wir uns auf Dauer wirtschaftlich solide bewegen können. Und so muss es am Ende bei der Wärmeversorgung auch sein.

02:22:15:16 - 02:22:22:17

Bildet ihr damit jetzt neben der reinen Wärmeversorgung und der Wirtschaftlichkeit auch das Sicherheitsthema ab?

02:22:22:19 - 02:22:39:09

Also für mich persönlich wäre das ein ganz neues Thema, also Sicherheit, also dass wir sozusagen der Staat sagt wir, das ist ja das dänische Modell, die sagen das Teil der Grundversorgung und egal, womit wir euch versorgen, wir stellen sicher, dass das das keiner in der kalten Wohnung sitzt. Das ist für mich neu, das ist tatsächlich, das haben wir bisher nicht.

02:22:39:09 - 02:23:02:04

Bisher sind wir immer davon ausgegangen. Jeder rettet sich und jeder versorgt sich je nachdem, was er hat. Und jeder hat auch die Möglichkeit dazu irgendetwas zu machen. Sei das Öl, Gas, Holzpellets, Photovoltaik oder einfach irgendwie den Heizungshahn zudrehen und ein bisschen kälter sozusagen zu wohnen. Also Sicherheit ist ein neuer Aspekt habe ich bisher noch nicht so gesehen.

02:23:02:06 - 02:23:25:13

Sicherheit ist für uns schon der Aspekt, denn genau darum geht es ja dieses jedem Bürger was bieten können am Ende. Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, dass es eine Grundversorgung ist. So sehen wir es aber, da wir irgendwann Gasnetz abschalten sollen, da wir wissen, dass es Gebäude gibt, die nicht funktionieren werden ohne Gas, richtig und dem Kunden am Ende eine Sicherheit zumindest in seinem Portemonnaie bieten zu können.

02:23:25:15 - 02:24:26:21

Das ist nicht über Maß nimmt und es gibt Erfahrungen und es gibt immer wieder Presseartikel, wo genau das aus dem Ruder läuft. Und das ist auch wieder ein Bestreben von uns, dass wir das am Ende auch alles so verträglich hinbekommen. Aber gerade das macht das ganze Projekt auch wieder sehr sportlich und wir müssen halt es gut beplanen und so viel Risiko wie wir gerne nehmen würden, ist es halt so,wollen nicht Deutschland gründlich bis ins letzte Detail planen, aber ich muss eine so große Planungstiefe für uns jetzt als Unternehmen schaffen, dass ich sagen kann, mit dem Risiko, was jetzt noch übrig bleibt, da fangen wir jetzt einfach an zu bauen, weil wir damit leben können und damit aber dann auch vorwärts kommen. Und das ist ein Stück Sicherheit am Ende auch für die Bürger, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so ganz sehen. Oder es ist auch wieder jeder seine eigene Ansichten. Das wird sich aber dann im Laufe der Jahre zeigen, wie sich das alles dann darstellt und wie sich das am Ende dann entwickelt.

02:24:26:23 - 02:24:53:10

Ja, ich glaube, das ist tatsächlich so ein bisschen Gedankensprung, wenn man das erweitern will. Das Thema Sicherheit, also das ist bisher haben wir das, kennen wir das nicht, wir kennen das nicht, das wir, das der Staat oder die Stadt für etwas verantwortlich ist, was das Thema Wärmeversorgung angeht. Das ist bisher einzeln individualorientiert. Es wäre sozusagen ein gedanklicher Sprung, wenn man das jetzt sozusagen als staatliches Projekt sehen würde.

02:24:53:11 - 02:25:16:18

Da glaube ich, da würde man viele Erwartungen wecken. Das ist, das ist ein Thema. Also was hat die Öffentlichkeit für eine Erwartung? Das haben wir ja auch erlebt als gewissen Widerspruch, dass Bürger sozusagen ganz viel erwarten. Wenn es heißt, der Startschuss für eine kommunale Wärme Planung ist erfolgt, dann wollen wir natürlich auch ganz schnell wissen, was ist denn das jetzt?

02:25:16:18 - 02:25:18:20

Was bedeutet das für mich konkret?

02:25:18:22 - 02:25:31:11

In dem gesamten Prozess habt ihr viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt. Welche Frage habt ihr dann am häufigsten gehört und welche hat uns, hat euch auch vielleicht ein bisschen genervt oder überrascht?

02:25:31:13 - 02:25:54:23

Eine der ersten Fragen und die häufigste Frage ist immer “Was kostet es?” Und dann ist immer das Thema genervt. Richtig viel ist ja, aber ich bezahl für mein Gas jetzt nur X cent und dann steht man jedes Mal wieder da und sagt jedes Mal Ja, Sie bezahlen für die Kilowattstunde X Cent. Haben Sie da schon den Grundpreis mit einberechnet, den Sie monatlich auch bezahlen müssen?

02:25:55:00 - 02:26:20:06

Haben Sie den Schornsteinfeger mit einberechnet, den Sie jährlich bezahlen müssen? Wissen Sie eigentlich, was Ihre Heizung im Monat an Abschreibung kostet? Was hat man noch? Ja, Wartung von Heizungsanlagen. Also das ist irgendwann was ein bisschen ein bisschen nervt, oder? Ja, weil man das oft mit Einzelbürger bespricht und die Bürger das nicht so wahrhaben wollen. Als Gegenfrage stelle ich dann immer schon an den Bürger, was kostet Ihr Auto im Monat oder im Jahr?

02:26:20:06 - 02:26:39:17

Was? Wie viel Verlust haben Sie am Auto? Das wissen fast alle Bürger. Was ihr Auto so im Monat oder im Jahr kostet. Will den sagen, aber das gleiche gilt für die Heizung auch das ist manchmal ein bisschen langwierig oder langatmig. Auf der anderen Seite, nein, wir machen es gerne. Dafür sind wir da zu erläutern dann, wie es weitergeht.

02:26:39:19 - 02:27:02:08

Die andere Frage, die wir häufig bekommen haben, ist, wann seid ihr bei mir? Wie schnell ist denn das Netz? Bzw. ihr hab doch alles fertig Leute, warum baut ihr denn jetzt nicht? Da waren so tolle Pläne. Ja, das ist ja schön, dass der Plan da war das aber eine Entwicklung in Detailplanung noch mal drei vier Jahren an Zeit verschlingt und die Gelder besorgen und alles was drumherum ist.

02:27:02:10 - 02:27:05:23

Nein, das haben die Leute leider nicht immer auf dem Schirm.

02:27:06:00 - 02:27:20:22

Also die beiden Fragen würde ich auf jeden Fall eins zu eins unterstützen. Vielleicht eine andere Reihenfolge bei uns. Bei uns haben sie vielleicht gefragt wann kommt es? Und erste zweite ist was kostet es für euch, wenn es erst mal was kostet und wann bin ich dabei? Okay, aber die beiden Fragen sind absolut identisch.

02:27:21:00 - 02:27:33:01

Und gab es einen Moment, an den ihr euch erinnern könnt, wo ihr Bürger und Bürgerinnen überzeugt habt oder wie vielleicht bei euch in irgendetwas überzeugt haben?

02:27:33:03 - 02:27:58:20

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit, glaube ich. Da gab es wenig Diskussion, das war immer gesetz, das es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich glaube es gab so Themen Energieerzeugungsanlagen, also was, woher kann man überhaupt Energie nehmen? Also Geothermie ist so ein Thema, was gerne so angesprochen worden ist. Dann natürlich auch skeptische Fragen Flusswärme, ach dann wird das irgendwie alles nicht funktionierend biologisch.

02:27:58:20 - 02:28:16:10

Und dann ist ja der Fluss oder die Fische sterben oder könnt ihr nicht das und das noch machen oder. Also ich glaube das waren eher so und so ein Thema, da will man sich dann doch eher einbringen und noch mal Themen platzieren, von denen man das Gefühl hat, dass sie vielleicht dann doch nicht so bisher berücksichtigt worden sind.

02:28:16:12 - 02:28:18:13

Markus, wie war das bei euch dann?

02:28:18:15 - 02:28:44:08

Ja, es gab Schock-Momente, es gab von denen, die komplett gar nichts davon halten und das ist alles Blödsinn, was wir hier machen, bis hin zu das Gas fließt eh nach fünf Jahren wieder aus dem Osten und es ist alles gut, haben wir ja alles dabei gehabt. Der Gro von Eschwege ist dafür, das ist so unsere Einschätzung, das Thema halt die Zeit, da sind Probleme.

02:28:44:10 - 02:29:09:13

Wir hatten Probleme bei der Entwicklung oder Übergangslösungen zu schaffen. Da sind wir noch dabei. Das ist leider auch nicht so schnell gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Ansonsten, es geht jeden Tag weiter und ich habe nicht vor, das Projekt morgen einzustampfen, sondern ich möchte eigentlich wirklich jetzt die ersten Zielsetzung, die wir uns mal in den Kalender geschrieben haben oder neben unsere Machbarkeitsstudie geschrieben haben, hoffen, dass ich die auch erreichen.

02:29:09:15 - 02:29:17:11

Und das ist zwar immer noch in drei, vier, fünf Jahren in Zukunft, aber es wird mittlerweile so konkret, dass wir was draus machen können.

02:29:17:13 - 02:29:33:00

Ihr habt jetzt beide jeweils 30 Sekunden Zeit, um eure drei nicht verhandelbaren Erfolgsfaktoren zu nennen. Zum Gelingen einer Wärmeplanung und dann in die Umsetzung zu kommen.

02:29:33:02 - 02:30:07:03

Also für mich wären drei nicht verhandelbare Erfolgsfaktoren. Erstens Wärmeplanung ist ein Teil der Stadtentwicklung und der Stadtplanung. Und damit verantwortet die Kommune auch über die Wärmeplanung ihre eigene Städtebaupolitik. Es muss ein Konsens geben, der Planungspartner, der später für die verantwortlich sein wird, für die Umsetzung. Und das dritte wäre für mich, dass die Stadtwerke für eine Kommune immer Ansprechpartner Nummer eins sind, wenn es um die federführende Betreuung, Planung, Vorbereitung und Umsetzung geht.

02:30:07:05 - 02:30:36:00

Und verhandelbar ist gar nichts. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das so schnelllebig ist, was wir hier gerade machen. Wir wissen im Grunde... Mein Ziel, mein Ziel ist unverhandelbar. Ich möchte als Stadtwerke die ersten Abschnitte Wärmeleitung bauen und auch betreiben. Das ist für uns unverhandelbar. Das Drumherum und das wie muss man immer sehen, wie die Gegebenheiten gerade sind.

02:30:36:02 - 02:30:44:05

Einmischung, Einmischung, die komplett daneben laufenden, aber auch die sind verhandelbar. Oder es gibt dann in dem Moment Situationen.

02:30:44:05 - 02:31:01:12

Was ich rauspicken. Vielleicht fällt es dir ja leichter zu sagen, was ein Fehler ist, den du bei anderen immer wieder siehst. Ich meine, du hast ja hast du ja schon häufiger andere Projekte in anderen Kommunen angeschaut, bist viel unterwegs. Was würdest du sagen?

02:31:01:14 - 02:31:25:11

Ihr beide. Fehler bzw wo man dringend darauf achten muss, man sich nicht drauf einlassen sollte, ist das Thema nur nach der Wirtschaftlichkeit zu planen. Das wird ganz häufig gemacht. Ganz häufig wird die erste Frage, wie viel habt ihr? 10 Millionen? Dann bauen wir für 10 Millionen Netz. Eine Planung danach ist auch billiger, aber sie ist nicht zukunftsträchtig, oder? Ich habe in der Zukunft ganz viel Probleme, das umzubauen.

02:31:25:13 - 02:31:47:05

Ich glaube, der größte Fehler war, dass man am Ende schon weiß, was ja tatsächlich am Ende rauskommt. Also wenn das sozusagen die Erwartung ist, da treffe ich das auch. Und wenn man sagt, ich habe, auch wenn ich das gar nicht definieren kann, ich habe ein bestimmtes Budget und das will ich ausgeben, ich habe gar keine, habe gar keine Zielvorgabe, dann hilft mir das nicht.

02:31:47:05 - 02:31:59:22

Das wäre tatsächlich ein großer Fehler. Also sich darauf sozusagen zu beschränken, vielleicht auch nachher zurückzugehen. Sagen, brauchen wir gar nicht, mit 3 Millionen werden wir das nicht schaffen, das sinnvoll ist. Oder wir brauchen 30 Millionen.

02:31:59:24 - 02:32:22:15

Ich hätte es wahrscheinlich nicht besser sagen können, ähm, wir kommen damit auch schon zum Abschluss und ich finde, bisher habt ihr euch wirklich sehr gut geschlagen. Jetzt wird es noch mal ein bisschen tricky. Sogenannte Quick Fire. Und zwar will ich von euch beiden jetzt gern einmal den mutigsten Moment in einem Wort hören.

02:32:22:17 - 02:32:25:12

Mit einem Wort werde ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

02:32:25:14 - 02:32:27:11

Du hast drei.

02:32:27:13 - 02:32:44:05

Also ähm, drei Wörter und der mutigste Moment für Stadt und Stadtwerke. Zusammengenommen ist das in dem Moment Start der Wärmeplanung vor den anderen, es sind doch fünf Wörter.

02:32:44:07 - 02:32:53:24

Also ich sage noch drei Worte Wirtschaftsminister in der Baugrube für Nahwärme-Anschluss. Das war mutig.

02:32:54:01 - 02:32:58:12

Okay, mutig auch von wegen, es hätte ja auch was passieren können.

02:32:58:14 - 02:33:02:11

Ganz genau.

02:33:02:13 - 02:33:05:04

Was war eure größte Überraschung?

02:33:05:06 - 02:33:21:00

Die größte Überraschung ist das Feedback, was wir aus vielen Bereichen bekommen. Nicht extremst groß oder nicht von ganz vielen. Aber die Feedbacks die wir bekommen überragend und genau an dem, was wir gerade machen richtig.

02:33:21:02 - 02:33:42:24

Ja, wir haben ganz handfeste Überraschung jetzt, wenn wir in der Erde buddeln, wir finden immer wieder archäologische Funde. Das ist etwas, was vielleicht vorher auch nicht so auf dem Schirm hatten. Wir sind gerade gebrannte Kinder vom Nikolai-Platz, weil wir da, äh, hunderttausende ausgeben für Grabungen. Aber gut, das gehört dann auch dazu.

02:33:43:01 - 02:33:50:21

Das war auch eine Überraschung. Vielleicht auch etwas, was man anderen Kommunen mitgeben kann, dass man das leider auch mit bedenken sollte.

02:33:51:00 - 02:33:59:04

Und möglicherweise, wenn man es nicht nur bedenkt, sondern auch berücksichtigt, dann wird es noch besser.

02:33:59:06 - 02:34:06:18

Ja, Markus, du hast es ja eigentlich gerade mehr oder weniger schon gesagt. Aber vielleicht gibt es noch etwas anderes auch von dir, Philipp, worauf seid ihr stolz.

02:34:06:20 - 02:34:08:24

Teil des Projektteams zu sein und dass ich das für die

02:34:08:24 - 02:34:16:20

Stadt Eschwege machen darf. Ja, Stolz, dass es ein wachsendes Projektes ist und dass es auch zunehmend Wissen gibt bei allen Beteiligten.

02:34:16:22 - 02:34:19:04

Sehr schön und was kommt als nächstes?

02:34:19:10 - 02:34:40:15

In einem Satz. Als nächstes intern kommen für uns die ersten Detail-Hochrechnungen, mit denen wir dann irgendwann weiterarbeiten werden. Der nächste Meilenstein, der extern wird, wird leider erst im September stattfinden, mit einer Informationsveranstaltung, wo wir die gesamte Machbarkeitsstudie und die Details dann alle mit rausbringen in die Öffentlichkeit.

02:34:40:17 - 02:35:07:21

Ja, also für mich wäre der nächste Meilenstein tatsächlich eine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung, dass das jetzt die Grundlage ist für die weiteren Schritte. Und ich muss noh eine Sache ergänzen. Und zwar waren wir das ist ja sozusagen auch aus den Teil dieser Kooperation mit den Dänen gewesen, das Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, das ist auch etwas, das habe ich mir auch mal als Stichwort noch mal hier notiert.

02:35:07:23 - 02:35:35:20

Ich glaube, das Thema in der Öffentlichkeit mit dem Thema präsent zu sein und das kontinuierlich, das ist etwas auch ganz entscheidendes. Und da haben wir uns jetzt auch drauf verständigt mit den Stadtwerken zusammen, dass wir erstens das gemeinsam machen, dass also immer alle Projektpartner sozusagen von dem anderen wissen, was er kommuniziert gegenüber wem. Und das zweite auch, dass wir am Ball bleiben, dass wir auch zwischendurch mal scheinbare Pausen kommunizieren.

02:35:35:20 - 02:35:53:23

Also einfach sagen, wir arbeiten jetzt an dem Projekt oder da gibt es etwas Neues, da gibt es aber noch nichts Neues. Aber da gibt es eine Entwicklung. Ich glaube, das ist so in der Kommunikationsstrategie, die ja auch Wärmeplanung ja auch mit beinhalten sollte. Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt, der auch ein Erfolgsfaktor darstellen kann.

02:35:54:00 - 02:36:16:06

Gut, dass das noch mal gesagt hast. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Punkt, den wir natürlich auch in unserer Beratung in anderen Kommunen immer wieder miterleben, dass das einfach als nicht so wichtig erachtet wird oder eben eher als lästiger, lästiger Beigeschmack. Und ihr habt was vergessen. Was kommt als nächstes? Der Workshop in Dänemark.

02:36:16:08 - 02:36:43:22

Und damit auch unser letzter Workshop. Leider. Schauen wir mal, was wird. Ich bedanke mich. Es war wirklich großartig. Ich glaube sehr viele, die diesen Podcast sich anhören werden, werden vieles mitnehmen.

02:36:43:24 - 02:36:45:03

dann?”

02:36:45:05 - 02:36:53:01

Aber nur so sehen wir auch Perspektiven und sehen, dass wir dann zukünftig auch vernünftig arbeiten und aufgestellt sein können.

02:36:53:03 - 02:37:09:24

Also werdet ihr schon sagen, dass es hier auch ein gesundes Maß an, wer musste wen überzeugen, war?Wenn du sagst, es gab auch mal Gegenwind. Und ja, man muss das in den Gremien durchbringen, aber war es, sag ich mal ein gesundes Maß einfach.

02:37:10:01 - 02:37:30:22

Es war ein gesundes Maß und es war immer eine offene und faire Diskussion, egal in welchen Bereichen man das führen würde. Beide sind ja nun auch schon immer mal so ein bisschen, was wir schon eingangs hatten. Ja, manchmal brauchen wir einen Moment länger als Stadtwerke oder wir haben andere Beweggründe, dass wir was vielleicht nicht sofort rausbringen oder dass wir halt sagen, das dauert noch mal zwei, drei Monate länger.

02:37:30:24 - 02:37:42:16

Wir machen so viel Daseinsvorsorge als Stadtwerke als kommunales Unternehmen für die Stadt, dass wir aber auch darauf achten müssen Ist das alles für uns realisierbar, ohne dass wir in 20 Jahren irgendwo insolvent gehen

02:37:42:16 - 02:38:00:17

Ich sag mal so, Gegenwind habe ich da auch nicht erlebt. Aber es liegt natürlich auch daran, weil wir dann ja in der komfortablen Situation waren, dass andere das Geld ausgeben. Ähm, ich glaube, das war eine hohe Akzeptanz, dass man gesagt hat, also da wollen wir auch weiter vorangehen, damit wollen wir auch Ressourcen einsetzen. Ich glaube, das ist schon Konsens gewesen.

02:38:00:17 - 02:38:04:21

Insofern Gegenwind habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht wahrgenommen.

02:38:04:22 - 02:38:16:00

In der Sitzung bist du dann immer nicht so mit dabei. Das ist dann wieder bei uns eine andere, ganz andere Beweggründe. Wir sind Wirtschaftsunternehmen und wir müssen auch Geld verdienen, um das auch ausgeben zu können.

02:38:16:02 - 02:38:39:24

Wird vielleicht auch ein spannendes Thema. Wir von der LEA hören ja immer wieder aus den verschiedensten Kommunen. Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit, keine Kapazitäten, uns um die kommunale Wärmeplanung zu kümmern. Und doch gibt es dann eben euch, wo wir sehen, dass das auch funktioniert. Natürlich seid ihr wahrscheinlich viele bei euch in der Verwaltung sehr viel besser besetzt, als es in manch anderen Kommunen ist.

02:38:40:01 - 02:38:55:07

Aber wie gewährleistet ihr in eurem Arbeitsalltag, dass die kommunale Wärmeplanung und jetzt eben auch die Umsetzung eben nicht nur ein Projekt ist, sondern einfach eine Steuerung ist, die einfach sich durch euren Arbeitsalltag durchzieht?

02:38:55:09 - 02:39:19:05

Ja, also ich glaube, da ist schon ganz wichtig, dass man einfach weiß, dass das Stadtplanung und Stadtentwicklung ja immer auch Projekte kennt, also Projekte, die mal kommen und mal gehen und dann ja sozusagen auch ihre Wertigkeit und ihre Wichtigkeit haben. Und das ist, glaube ich, Handwerkszeug von Stadtplanern, dass die wissen, also dass sie auch sich auf etwas einstellen müssen und auch noch ein Stückchen auch dranbleiben müssen.

02:39:19:07 - 02:39:45:06

Ich verstehe kleinere Gemeinden, die vielleicht einen Verantwortlichen im Bauamt haben, im Planungsamt, der sozusagen dann noch neben dem Straßenbau und dem Hochbau dann gesagt wird, jetzt machst du noch ein bisschen kommunale Wärmeplanung. Da komm ich schnell an Grenzen, gar keine Frage. Ich glaube, da braucht man auch eine gewisse Ausstattung, also eine personelle Ausstattung von Mitarbeitern, die auch wissen, dass sie sich um solche Projekte dann auch mit einem Zeitbudget kümmern können.

02:39:45:08 - 02:40:15:06

Wir sind weit davon entfernt, jetzt zu sagen, wir haben einen Mitarbeiter, der kommunale Wärmeplanung betreut. Aber wir wissen natürlich, wir haben auch einige Stadtplaner, die auch mit gewisser unterschiedlicher Intensität verschiedene Projekte der Stadtentwicklung betreuen. Und wenn da so ein Bereich aufkommt, dann ist es natürlich auch eine Aufgabe, auch der Politik. Aber auch ich sag mal so auch als Aufgabe dann der sozusagen des Bürgermeisters oder des Magistrats dann zu kommunizieren, welche Wertigkeit so ein Projekt dann eben in der Durchführung haben muss.

02:40:15:10 - 02:40:21:20

Markus, was würdest du sagen, wer hat in dem Prozess bislang am häufigsten nachgehakt?

02:40:21:22 - 02:40:56:24

Bis vor kurzem noch der ehemalige amtierende Bürgermeister und der Geschäftsführer. Weil ich dort auch regelmäßig Rede und Antwort stehen musste und auch Stände geben musste oder auch Begründungen, warum mal drei vier Monate nichts kommt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich auch von meinem Geschäftsführer und auch vom ehemaligen Bürgermeister die Rückendeckung hatte. Das machen zu können oder halt in dem Moment zu sagen “Nein, ich mache das jetzt nicht so oder ich mache das jetzt, bring mich noch nicht in die Politik oder ich halte das noch zurück, weil es für mich Beweggründe gab und sehe momentan, dass es nicht verkehrt war.”

02:40:57:01 - 02:41:17:04

Ich hätte vielleicht bei dem einen oder anderen Thema ein Stück mutiger oder ein Stückchen schneller sein können, aber es hat auch nicht geschadet. Im Gesamtprojekt und in manchen Bereichen bin ich froh, dass wir die vertiefende Machbarkeitsstudie jetzt haben und erst jetzt mit konkreteren Plänen rausgehen. Es gab vor anderthalb Jahren schon konkretere Pläne und wir haben es jetzt noch mal nachgestuft.

02:41:17:06 - 02:41:39:21

Und da kommen wir auch zu unserem Plan to Heat Projekt jetzt hier. Wir hatten die Machbarkeitsstudie fertig als Stadtwerke für die Stadt mit einem Energieträger Werrawasser, also sprich Flusswasser, Wärmepumpe als Großanlage. Ich hatte damals gerade meinen Kollegen neu mit dazu bekommen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben uns mit der Planung beschäftigt und uns die Frage gestellt, funktioniert das für ein so großes Gebiet?

02:41:39:23 - 02:42:10:10

Ja, wir haben Beispiele in Deutschland. Es geht. Die Frage ist aber das wie. Also haben wir angefangen mal ein bisschen rumzuspinnen oder nice to have zu sagen, was wäre denn eigentlich noch richtig genial, wenn ich so ein Netz planen. Das haben wir mit aufgenommen und haben mit der Geschäftsführung gesprochen. Und auch da hatten wir wieder die Freiheit zu sagen, jawohl, dürft ihr, macht das noch. Verliert das Ziel nicht aus den Augen, aber nehmt auch mal eine Nice to have an, in 2045 oder in 2050.

02:42:10:10 - 02:42:26:03

Wie könnte das Netz da aussehen? Und dann kam Plane to Heat mit ins Spiel. Die Anfrage, ob wir mit nach Dänemark wollen und jetzt das Ganze anzuschauen. Und wir sind nach Dänemark gefahren und wir waren wirklich baff von den Anlagen, von dem, wie die Netze da oben laufen.

02:42:26:05 - 02:43:11:21

Mit verschiedenen Anlagen. Genau das, was wir also uns vorher gedacht haben, das kann so nicht ganz funktionieren. Was die Wärmeleitplanung ausgibt, hat es uns da gezeigt. Dänemark ist ein ganz um Jahrzehnte vor uns voraus. Das heißt, das können wir nicht sofort umsetzen. Das ist finanziell nicht ganz machbar, aber wir haben genau das in die Planung mit aufgenommen und haben jetzt so Netzausbau Schritte, was ist in den nächsten fünf Jahren, in den nächsten zehn Jahren und wo wollen wir in 2045/2050 mal hin mit dem Netz? Das war ein wahnsinns Wissenssprung und auch Überzeugungsarbeit, dann wieder, als wir zurückgekommen sind gegenüber der Geschäftsführung und dem Bürgermeister zu sagen, die stehen da, die stehen nicht ohne Grund da oder machen jetzt die und die Ausbau Schritte ohne Grund.

02:43:11:23 - 02:43:14:06

Dementsprechend hat uns das richtig was geholfen.

02:43:14:08 - 02:43:34:07

Es kann natürlich nicht jeder nach Dänemark fahren, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen, das ist immer hilfreich, sozusagen nicht mehr genau den vergleichbaren Prototyp zu nehmen oder sagen ich gucke mir einfach mal ein bisschen links und rechts, um quasi die Neugierde mitzubringen, Was haben andere schon gemacht? Vielleicht auch andere Länder sogar?

02:43:34:09 - 02:44:09:08

Ja, absolut. Natürlich. Es kann nicht jeder nach Dänemark fahren, aber man kann beispielsweise nach Eschwege fahren. Oder man kann nach Gießen fahren. Also man muss ja nicht in ein anderes Land fahren, sondern, wie du schon sagtest, Philipp, man kann sich auch einfach mal andere kommunale Projekte angucken. Und genau das Thema Wärmewende, das ist halt wirklich einfach ein Miteinander und kein Gegeneinander. Und ich denke, da ist einfach das Plan to Heat Projekt, einfach ein sehr schönes Projekt, was das auch noch mal zeigt und Markus du hast auch wieder einen super Überleitung eigentlich geboten.

02:44:09:08 - 02:44:21:05

Als würdet ihr wissen, was ich fragen will. Gruselig. Ähm, weil ich jetzt ganz gerne einmal die Gretchenfrage stellen wollen würde. Und zwar wo macht ein Netz denn Sinn und wo nicht?

02:44:21:06 - 02:45:04:04

Also da fange ich mal an, damit es nicht wirtschaftlich wird, weil das macht dann nachher der Markus Mengel, weil der muss nachher sagen, ich betreibe das und kann sogar ein bisschen Geld damit verdienen. Es macht da Sinn, wo die Nöte am größten sind, und zwar im Hinblick jetzt auch auf die Stadtentwicklung. Also wir sind seinerzeit gestartet, Sinn macht es da in der Innenstadt, weil wir die Innenstadt generell stärken wollen und weil wir davon ausgegangen sind, Wärmeversorgung als Angebot der Kommune stärkt auch Stadtquartiere. Und da ist die Innenstadt uns quasi am wichtigsten und am naheliegendsten. Und alles andere ergibt sich daraus, was am Ende sozusagen für einen, der es dann übernimmt, auch tatsächlich wirtschaftlich darstellbar ist.

02:45:04:06 - 02:45:36:03

Wir sind als kommunales Unternehmen unseren Bürgern verpflichtet, den Bürgern von Eschwege verpflichtet. Wir wollen zusehen, dass wir für alle was bieten können. Sinnig kann ein Netz über das gesamte Stadtgebiet sein. technisch ist es immer machbar, was zu bauen. Wir stoßen aber halt an die Grenzen des wirtschaftlichen und müssen schauen, wie wir das Ganze am Ende realisieren. Die Innenstadt, die die Stadt gerne sofort ausbauen würde, werden für uns so der zweite Baustepp erst sein.

02:45:36:03 - 02:45:43:15

Leider. Auf der einen Seite ist es notwendig, die Bürger haben in den Bereichen auch ganz

02:45:43:17 - 02:45:56:02

Also ich sag mal, die mutigste Entscheidung war, da muss ich die Stadtwerke angucken, war auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme-Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird.

02:45:56:04 - 02:46:12:03

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl, dass zu der Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen sollte am Ende.

02:46:12:05 - 02:46:41:03

Ich glaube, das Thema ist wirklich, ein großer Fehler, den man machen kann, ist von Anfang an sozusagen vom Ende her zu denken und nicht so sehr das Ziel und den Weg dahin. Das muss eigentlich die Leitschnur sein für so eine Planung.

02:46:41:05 - 02:47:05:09

Wir befinden uns in Eschwege, einer Kreisstadt in Nordhessen, die oft als Vorreiter der Wärmeplanung genannt wird. Und wir sprechen heute mit Markus Mengel von den Stadtwerken Eschwege und mit Philipp Heinrichs von der Stadt Eschwege. Ich würde direkt einmal starten mit der Frage, was denn euer ungewöhnlichster Moment in diesem Prozess war. Und das bitte in einem Satz.

02:47:05:14 - 02:47:21:19

Also mir fällt da ganz spontan ein, ich habe ja vor rund zweieinhalb Jahren bei der Stadt begonnen und eine der ersten Amtshandlungen des Bürgermeisters war, dass er mir ganz stolz einen Spiegelartikel gezeigt hat, dass die Stadt Eschwege ganz vorne in der Wärmeplanung sei.

02:47:21:21 - 02:47:25:01

Das würde ich ungewöhnlich nennen, aber ungewöhnlich im positiven Sinne.

02:47:25:03 - 02:47:42:13

Ich bin seit Mai 23 bei den Stadtwerken und ich bin nur für die Wärme eingestellt worden und habe das dann übernommen. Und es ist komplett meine Aufgabe, dieses Themengebiet von Anfang bis Ende durchzuplanen.

02:47:42:15 - 02:47:54:07

Ich würde sagen, der eine oder andere, der das jetzt hört, ist wahrscheinlich neidisch, dass Menschen bei euch gibt, die nur für dieses Thema eingestellt wurden. Wer von euch beiden war denn öfter der Bremser?

02:47:54:09 - 02:47:55:19

Da gucke ich den Bremser an.

02:47:55:21 - 02:48:20:17

Ich denke immer. Ja, wir können uns gegenseitig ausbremsen. Das können wir sehr gut oder auch nicht. Wenn es eine Bremse gibt bei unserem Projekt oder gab gab, es auch immer Beweggründe, warum die Bremse mit drin ist oder warum man Sachen gerade nicht in die Öffentlichkeit nimmt. Aber da sind dann die Interessen zwischen den Stadtwerken und der Stadt dann auch wieder komplett anders gelagert und Notwendigkeiten da.

02:48:20:19 - 02:48:33:01

Und ich denke Philipp, da stimmst du mir zu. Das, was ihr wollt oder was ihr braucht, das bearbeiten wir. Wir aber als Unternehmen müssen in dem Moment anders agieren oder haben halt leider nicht immer die Möglichkeit, alles sofort öffentlich zu machen.

02:48:33:06 - 02:48:50:23

Okay, also sowohl als auch auf beiden Seiten. Aber es hat ja immer seine Beweggründe. Okay, ja, wenn ihr die Reise, die ihr von damals bis heute bereits betreten habt, in drei kurzen Stationen erzählen müsstest, Start, Kipppunkt und heute? Wie würde diese Reise aussehen?

02:48:51:00 - 02:49:12:23

Der Startpunkt war sozusagen ja die Gewissheit, dass die Stadt sich auf den Weg gemacht hat, gemeinsam mit den Stadtwerken. Dass sie diese Werbeplanung jetzt voranbringen will, dass sie auch insofern ein Stückchen Vorreiterrolle hat und Vorreiterrolle hat, heißt ja auch immer, dass man auch schon Dinge tut, die man möglicherweise nicht tun würde, wenn man nicht so sicher wäre, dass man das auch will.

02:49:13:00 - 02:49:36:07

Das ist sozusagen der Startschuss gewesen, auch mit einer großen Veranstaltung in der Stadthalle, mit einer ganz großartigen Resonanz von der Bürgerschaft, viel Mitwirkung auch von anderen Beteiligten. Ja, und dann gab es ein Stückchen Sprachlosigkeit oder auch Stille, was das Thema Wärmeplanung angeht. Und ich denke, wir sind jetzt dieses Jahr dabei, sozusagen gut ins Rollen zu kommen.

02:49:36:09 - 02:50:38:20

Gut Start, ich war etwas früher dabei, als Philipp Heinrichs von der Stadt. Ich bin halt eingestellt worden. Ich bin damals zur Wärmeleitplanung dazugestoßen, als die gerade in der Umsetzung war und hatte das Projekt dann quer übernommen. Als Startpunkt kann man hier eigentlich sagen, dass es ursprünglich zwischen dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege Themen gab, noch vor dem Ukrainekrieg, dass man eigentlich das Gasnetz erweitern möchte und aus dem Gasnetz Erweiterung ist dann der Kipppunkt gekommen, das ist alles Käse, wenn man auf die Ukraine Situation dann eingeht und daraus hat man dann ein Energiesystem gefahren. Damals gab es das Thema kommunale Wärmeplanung so noch gar nicht. Baden-Württemberg hatte das als erstes aufgenommen. Wir haben nur unsere Förderanträge unter der Prämisse des Energie-Monitorings von Wiesbaden gestellt. Klima oder kommunale Wärmeplanung wurde es dann erst mit dem Start in 22 Dezember 22 gestellt und seitdem sind wir kontinuierlich dran.

02:50:38:22 - 02:50:50:14

Und ja, wir hatten zwischendurch auch mal Zeiten, wo ein bisschen Ruhe herrschte. Das hing aber nicht damit zusammen, dass wir nichts gemacht haben, sondern Daten sammeln und neu starten oder in dem Moment weiter vertiefen und besser aufbauen.

02:50:50:16 - 02:51:02:10

Was würdet ihr sagen, ist die eine Sache, die andere Kommunen bei euch anders spüren, wenn man euch jetzt noch mal so als Vorreiterrolle auch hervorstellt?

02:51:02:12 - 02:51:26:18

Ja, ich sag mal so die Erwartungen sind immer ganz groß. Also man hat da ein Bild von der Stadt Eschwege, dass wir sozusagen alles schon fertig hätten in der Schublade. Das ist ja nicht so, das ist ein Stückchen Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite kann man schon auch sagen, dass wir sozusagen Thema auch jetzt hier behandeln, was Neuland ist für uns, weil wir bisher keine Wärmeversorgung haben, jedenfalls keine zentrale.

02:51:26:20 - 02:51:38:05

Und dass sozusagen da auch keiner bisher uns da abbringen lässt von diesem Weg, das denke ich mal, ist etwas, was sozusagen auch interessant ist für andere Kommunen.

02:51:38:07 - 02:52:02:01

Als Vorreiter ist man nicht immer Vorreiter, denn das ist uns in manchen Bereichen und das merken wir jetzt erst in der vertiefenden Ausarbeitung auch auf die Füße gefallen. Wir haben gelernt mittlerweile, dass unsere Wärmeleitplanung auch einige Schwachstellen hat, die wir im Rahmen der vertiefenden Machbarkeitsstudie jetzt überhaupt erst ausmerzen. Aber auch, weil wir das jetzt in dem Moment machen.

02:52:02:03 - 02:52:39:21

Wir können anderen Kommunen auf jeden Fall eins mitgeben, wählt Büros, die das machen, sorgsam aus. Der Standard der kommunalen Wärmeplanung hat nicht alles drin, was man braucht, um später was daraus einfach mal schnell im Projekt auszugestalten. Und ich mache in meinen Vorträgen mittlerweile so den Hinweis eine kommunale Wärmeplanung ist wie ein Passagierflugzeug 10.000 Fuß Überflug. Um ein Projekt konkret umzusetzen, braucht man aber schon mal ein Segelflugzeug mindestens auf die Höhe runter zu kommen oder vielleicht sogar den Tiefflug kurz über die Häuser, weil erst dann kann ich wirklich sehen, was ist in dem Straßenzug los. Was funktioniert in den Häusern?

02:52:39:23 - 02:52:59:05

Also da würde ich gerne angreifen oder nachhaken, das Thema Vorreiter, das ist ja immer so ein, ich sag mal so, bei Kommunen ist das immer ganz elegant, wenn man immer eine Vorreiter Kommune hat. Da sagt man prima, die machen das, erst mal die können das mal ausprobieren, die sollen mal ihre Fehler machen. Und wenn sie das alle irgendwie, wenn die 100. Kommune, das gemacht hat, dann können wir uns auch dran trauen.

02:52:59:07 - 02:53:18:15

Das ist ja so ein beliebtes Spiel hier, das ist ja auch, hat ja auch seine Bewandtnis. Aber ich glaube, der Vorteil ist sozusagen, wir haben also die Anforderung für jedes Projekt ist trotzdem, das man es ja nicht übertragen kann. Also jeder muss das lernen, jeder muss sich darauf einstellen, dass er sich sozusagen einlässt auf ein Thema, von dem er nicht weiß am Anfang, wo er am Ende landen wird.

02:53:18:21 - 02:53:26:19

Und da helfen auch 25 Vorreiter Kommune nix, die einem sagen so und so haben wir es bei uns gemacht. Am Ende wird es dann trotzdem ein Stückchen anders sein.

02:53:26:21 - 02:53:43:11

Die können 75 % höchstens aus den Erfahrungen des Planens lernen, was wir gemacht haben. Wir müssen dann aber die 25 % vor Ort Situationen komplett mit einfließen lassen. Aber die 25 % ist der größere Part am Planen am Ende oder der größere Aufwand.

02:53:43:13 - 02:53:57:21

Das ist eine super Überleitung zu der nächsten Frage und ich fand's richtig gut, was ihr gerade gesagt habt. Was würdet ihr dann in diesem Zuge sagen, welche Entscheidung wirklich mutig war und warum?

02:53:57:23 - 02:54:20:15

Also ich sage mal, die mutigste Entscheidung war. Da muss ich die Stadtwerke angucken. War auf dem Nikolai-Platz die Fernwärme Leitungen zu verlegen, ohne zu wissen, ob dort jemals Wärme langlaufen wird. Einfach vor dem Hintergrund. Wir sind gewiss, dass wir das machen wollen. Wir sind gewiss, dass wir auch diesen Bereich in der Innenstadt versorgen wollen. Und wir wissen, dass die Stadt jetzt dort einen neuen Stadtplatz schafft.

02:54:20:15 - 02:54:53:14

Und sie möchte auf keinen Fall, dass der in drei Jahren wieder aufgerissen wird. Und da gehen wir in ein Risiko, auch in ein wirtschaftliches Risiko. Und da sind wir mutig, auch wenn wir nachher uns verantworten müssen. Warum steckt er so viel Geld darein und am Ende habt ihr da was verbuddelt und davon habt ihr dann nix. Das war wirklich mutig und das wünsche ich mir am Ende auch für viele andere Investitionsentscheidungen, dass man natürlich mit einer verlässlichen Perspektive, aber trotzdem mit einem gewissen Mut auch an solche Dinge herangeht und auch Geld in die Hand nimmt.

02:54:53:16 - 02:55:24:18

Mutig, mutig waren viele Schritte in Eschwege. Mutig war zu sagen damals, wir machen in dem Moment eine Energiebetrachtung/Energieplanung für Eschwege, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht Standard war oder überhaupt keiner richtig wusste, was man daraus ziehen soll. Mutig war, dass die Stadtwerke gesagt haben, wir nehmen die Wirtschaftlichkeit in Geld in die Hand und schaffen erst mal eine Vollzeitstelle für einen Ingenieur und haben später dann sogar noch eine zweite Stelle, die das Projekt nur dieses Projekt bearbeiten.

02:55:24:20 - 02:55:51:04

Mutig war in dem Moment, dass die Geschäftsführung, der Bürgermeister, der Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt gesagt hat “Ja wohl, ihr macht eine Planung und die dürft ihr sogar vertiefend machen. Wie stellen dafür die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung.” Und wir sprechen nicht drüber, ein Standard-Netz zu planen, sucht euch 200 Abnehmer und baut das Thema, sondern mutig ist zu sagen, wir haben entschieden, wir wollen weiterhin allen Bürgern von Eschwege was bieten können.

02:55:51:06 - 02:56:14:09

Das heißt aber, dass die Planung etwas länger dauert. Die Planung wird umfangreicher und teurer und trotzdem haben wir das Geld in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob das am Ende alles so mal kommen wird in zehn, 20 Jahren. Und ja, wir haben auch zwischendurch schon mal Rohrleitungen gebaut, was auch eine mutige Entscheidung war, wo auch wieder die Gremien alle gesagt haben, dann macht es mit ein bisschen Gegenwind auch mal mit Diskussionen und dieses “Ja versenkt ihr Geld und was ist dann?”

02:56:14:11 - 02:56:22:07

Aber nur so sehen wir auch Perspektiven und sehen, dass wir dann zukünftig auch vernünftig arbeiten und aufgestellt sein können.

02:56:22:09 - 02:56:39:05

Also werdet ihr schon sagen, dass es hier auch ein gesundes Maß an, wer musste wen überzeugen, war?Wenn du sagst, es gab auch mal Gegenwind. Und ja, man muss das in den Gremien durchbringen, aber war es, sag ich mal ein gesundes Maß einfach.

02:56:39:07 - 02:57:00:03

Es war ein gesundes Maß und es war immer eine offene und faire Diskussion, egal in welchen Bereichen man das führen würde. Beide sind ja nun auch schon immer mal so ein bisschen, was wir schon eingangs hatten. Ja, manchmal brauchen wir einen Moment länger als Stadtwerke oder wir haben andere Beweggründe, dass wir was vielleicht nicht sofort rausbringen oder dass wir halt sagen, das dauert noch mal zwei, drei Monate länger.

02:57:00:05 - 02:57:11:22

Wir machen so viel Daseinsvorsorge als Stadtwerke als kommunales Unternehmen für die Stadt, dass wir aber auch darauf achten müssen Ist das alles für uns realisierbar, ohne dass wir in 20 Jahren irgendwo insolvent gehen

02:57:11:22 - 02:57:29:23

Ich sag mal so, Gegenwind habe ich da auch nicht erlebt. Aber es liegt natürlich auch daran, weil wir dann ja in der komfortablen Situation waren, dass andere das Geld ausgeben. Ähm, ich glaube, das war eine hohe Akzeptanz, dass man gesagt hat, also da wollen wir auch weiter vorangehen, damit wollen wir auch Ressourcen einsetzen. Ich glaube, das ist schon Konsens gewesen.

02:57:29:23 - 02:57:34:02

Insofern Gegenwind habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht wahrgenommen.

02:57:34:03 - 02:57:45:06

In der Sitzung bist du dann immer nicht so mit dabei. Das ist dann wieder bei uns eine andere, ganz andere Beweggründe. Wir sind Wirtschaftsunternehmen und wir müssen auch Geld verdienen, um das auch ausgeben zu können.

02:57:45:08 - 02:58:09:05

Wird vielleicht auch ein spannendes Thema. Wir von der LEA hören ja immer wieder aus den verschiedensten Kommunen. Wir haben so viel zu tun, wir haben keine Zeit, keine Kapazitäten, uns um die kommunale Wärmeplanung zu kümmern. Und doch gibt es dann eben euch, wo wir sehen, dass das auch funktioniert. Natürlich seid ihr wahrscheinlich viele bei euch in der Verwaltung sehr viel besser besetzt, als es in manch anderen Kommunen ist.

02:58:09:07 - 02:58:24:13

Aber wie gewährleistet ihr in eurem Arbeitsalltag, dass die kommunale Wärmeplanung und jetzt eben auch die Umsetzung eben nicht nur ein Projekt ist, sondern einfach eine Steuerung ist, die einfach sich durch euren Arbeitsalltag durchzieht?

02:58:24:15 - 02:58:48:11

Ja, also ich glaube, da ist schon ganz wichtig, dass man einfach weiß, dass das Stadtplanung und Stadtentwicklung ja immer auch Projekte kennt, also Projekte, die mal kommen und mal gehen und dann ja sozusagen auch ihre Wertigkeit und ihre Wichtigkeit haben. Und das ist, glaube ich, Handwerkszeug von Stadtplanern, dass die wissen, also dass sie auch sich auf etwas einstellen müssen und auch noch ein Stückchen auch dranbleiben müssen.

02:58:48:13 - 02:59:14:12

Ich verstehe kleinere Gemeinden, die vielleicht einen Verantwortlichen im Bauamt haben, im Planungsamt, der sozusagen dann noch neben dem Straßenbau und dem Hochbau dann gesagt wird, jetzt machst du noch ein bisschen kommunale Wärmeplanung. Da komm ich schnell an Grenzen, gar keine Frage. Ich glaube, da braucht man auch eine gewisse Ausstattung, also eine personelle Ausstattung von Mitarbeitern, die auch wissen, dass sie sich um solche Projekte dann auch mit einem Zeitbudget kümmern können.

02:59:14:14 - 02:59:44:12

Wir sind weit davon entfernt, jetzt zu sagen, wir haben einen Mitarbeiter, der kommunale Wärmeplanung betreut. Aber wir wissen natürlich, wir haben auch einige Stadtplaner, die auch mit gewisser unterschiedlicher Intensität verschiedene Projekte der Stadtentwicklung betreuen. Und wenn da so ein Bereich aufkommt, dann ist es natürlich auch eine Aufgabe, auch der Politik. Aber auch ich sag mal so auch als Aufgabe dann der sozusagen des Bürgermeisters oder des Magistrats dann zu kommunizieren, welche Wertigkeit so ein Projekt dann eben in der Durchführung haben muss.

02:59:44:16 - 02:59:51:01

Markus, was würdest du sagen, wer hat in dem Prozess bislang am häufigsten nachgehakt?

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Bis vor kurzem noch der ehemalige amtierende Bürgermeister und der Geschäftsführer. Weil ich dort auch regelmäßig Rede und Antwort stehen musste und auch Stände geben musste oder auch Begründungen, warum mal drei vier Monate nichts kommt. Und ich bin dankbar dafür, dass ich auch von meinem Geschäftsführer und auch vom ehemaligen Bürgermeister die Rückendeckung hatte. Das machen zu können oder halt in dem Moment zu sagen “Nein, ich mache das jetzt nicht so oder ich mache das jetzt, bring mich noch nicht in die Politik oder ich halte das noch zurück, weil es für mich Beweggründe gab und sehe momentan, dass es nicht verkehrt war.”

03:00:26:07 - 03:00:46:10

Ich hätte vielleicht bei dem einen oder anderen Thema ein Stück mutiger oder ein Stückchen schneller sein können, aber es hat auch nicht geschadet. Im Gesamtprojekt und in manchen Bereichen bin ich froh, dass wir die vertiefende Machbarkeitsstudie jetzt haben und erst jetzt mit konkreteren Plänen rausgehen. Es gab vor anderthalb Jahren schon konkretere Pläne und wir haben es jetzt noch mal nachgestuft.

03:00:46:12 - 03:01:09:02

Und da kommen wir auch zu unserem Plan to Heat Projekt jetzt hier. Wir hatten die Machbarkeitsstudie fertig als Stadtwerke für die Stadt mit einem Energieträger Werrawasser, also sprich Flusswasser, Wärmepumpe als Großanlage. Ich hatte damals gerade meinen Kollegen neu mit dazu bekommen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben uns mit der Planung beschäftigt und uns die Frage gestellt, funktioniert das für ein so großes Gebiet?

03:01:09:04 - 03:01:39:16

Ja, wir haben Beispiele in Deutschland. Es geht. Die Frage ist aber das wie. Also haben wir angefangen mal ein bisschen rumzuspinnen oder nice to have zu sagen, was wäre denn eigentlich noch richtig genial, wenn ich so ein Netz planen. Das haben wir mit aufgenommen und haben mit der Geschäftsführung gesprochen. Und auch da hatten wir wieder die Freiheit zu sagen, jawohl, dürft ihr, macht das noch. Verliert das Ziel nicht aus den Augen, aber nehmt auch mal eine Nice to have an, in 2045 oder in 2050.

03:01:39:16 - 03:01:55:09

Wie könnte das Netz da aussehen? Und dann kam Plane to Heat mit ins Spiel. Die Anfrage, ob wir mit nach Dänemark wollen und jetzt das Ganze anzuschauen. Und wir sind nach Dänemark gefahren und wir waren wirklich baff von den Anlagen, von dem, wie die Netze da oben laufen.

03:01:55:11 - 03:02:41:02

Mit verschiedenen Anlagen. Genau das, was wir also uns vorher gedacht haben, das kann so nicht ganz funktionieren. Was die Wärmeleitplanung ausgibt, hat es uns da gezeigt. Dänemark ist ein ganz um Jahrzehnte vor uns voraus. Das heißt, das können wir nicht sofort umsetzen. Das ist finanziell nicht ganz machbar, aber wir haben genau das in die Planung mit aufgenommen und haben jetzt so Netzausbau Schritte, was ist in den nächsten fünf Jahren, in den nächsten zehn Jahren und wo wollen wir in 2045/2050 mal hin mit dem Netz? Das war ein wahnsinns Wissenssprung und auch Überzeugungsarbeit, dann wieder, als wir zurückgekommen sind gegenüber der Geschäftsführung und dem Bürgermeister zu sagen, die stehen da, die stehen nicht ohne Grund da oder machen jetzt die und die Ausbau Schritte ohne Grund.

03:02:41:04 - 03:02:43:12

Dementsprechend hat uns das richtig was geholfen.

03:02:43:14 - 03:03:03:13

Es kann natürlich nicht jeder nach Dänemark fahren, aber die Erfahrung ist auf jeden Fall hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen, das ist immer hilfreich, sozusagen nicht mehr genau den vergleichbaren Prototyp zu nehmen oder sagen ich gucke mir einfach mal ein bisschen links und rechts, um quasi die Neugierde mitzubringen, Was haben andere schon gemacht? Vielleicht auch andere Länder sogar?

03:03:03:15 - 03:03:38:14

Ja, absolut. Natürlich. Es kann nicht jeder nach Dänemark fahren, aber man kann beispielsweise nach Eschwege fahren. Oder man kann nach Gießen fahren. Also man muss ja nicht in ein anderes Land fahren, sondern, wie du schon sagtest, Philipp, man kann sich auch einfach mal andere kommunale Projekte angucken. Und genau das Thema Wärmewende, das ist halt wirklich einfach ein Miteinander und kein Gegeneinander. Und ich denke, da ist einfach das Plan to Heat Projekt, einfach ein sehr schönes Projekt, was das auch noch mal zeigt und Markus du hast auch wieder einen super Überleitung eigentlich geboten.

03:03:38:14 - 03:03:50:11

Als würdet ihr wissen, was ich fragen will. Gruselig. Ähm, weil ich jetzt ganz gerne einmal die Gretchenfrage stellen wollen würde. Und zwar wo macht ein Netz denn Sinn und wo nicht?

03:03:50:12 - 03:04:33:10

Also da fange ich mal an, damit es nicht wirtschaftlich wird, weil das macht dann nachher der Markus Mengel, weil der muss nachher sagen, ich betreibe das und kann sogar ein bisschen Geld damit verdienen. Es macht da Sinn, wo die Nöte am größten sind, und zwar im Hinblick jetzt auch auf die Stadtentwicklung. Also wir sind seinerzeit gestartet, Sinn macht es da in der Innenstadt, weil wir die Innenstadt generell stärken wollen und weil wir davon ausgegangen sind, Wärmeversorgung als Angebot der Kommune stärkt auch Stadtquartiere. Und da ist die Innenstadt uns quasi am wichtigsten und am naheliegendsten. Und alles andere ergibt sich daraus, was am Ende sozusagen für einen, der es dann übernimmt, auch tatsächlich wirtschaftlich darstellbar ist.

03:04:33:12 - 03:05:05:09

Wir sind als kommunales Unternehmen unseren Bürgern verpflichtet, den Bürgern von Eschwege verpflichtet. Wir wollen zusehen, dass wir für alle was bieten können. Sinnig kann ein Netz über das gesamte Stadtgebiet sein. technisch ist es immer machbar, was zu bauen. Wir stoßen aber halt an die Grenzen des wirtschaftlichen und müssen schauen, wie wir das Ganze am Ende realisieren. Die Innenstadt, die die Stadt gerne sofort ausbauen würde, werden für uns so der zweite Baustepp erst sein.

03:05:05:09 - 03:05:28:19

Leider. Auf der einen Seite ist es notwendig, die Bürger haben in den Bereichen auch ganz wenig bis keine Alternativen. Irgendwann. Wir folgen der Vorgabe immer noch. Es heißt 45 sollen die Gasnetze abgeschaltet werden. Also muss ich den Bürgern irgendwas bieten können, zu dem Zeitpunkt und in der Innenstadt bei uns sind es 100 Fachwerkhäuser, haben wir keine Möglichkeit.

03:05:28:19 - 03:06:06:14

Es gibt keine Plätze, die können keine Wärmepumpe aufstellen. Und es ist auch in dem Thema Emissionsbetrachtung die Frage, jeder ein Holzofen wird auch nicht funktionieren an der Stelle, also Biomasseanlagen. Wasserstoff, den wir betrachten, sehen wir aktuell nicht. Oder dass es zu keinem Verkaufspreis für die Kunden angeboten werden kann. Es ist echt schwierig und klar, verfolgen wir das Ziel und wollen dort gerne bauen, aber wir müssen wirtschaftlich sehen, dass es sich am Ende auch wirklich für uns irgendwie darstellbar lässt und für den Endkunden auch ein Preis ist, den er bezahlen kann.

03:06:06:16 - 03:06:40:22

Ja, bezahlen, das ist noch ein Stichwort, weil das am Ende ja auch unser Anspruch ist als Stadtentwickler. Wir wollen natürlich auch nicht nur die 1000 Fachwerkhäuser die es in der Innenstadt gibt, wir würden natürlich gerne auch Bereiche etwas anbieten eine gute, bezahlbare Alternative, die genau in dem Bereich bezahlbarer Wohnraum sind. Also da sind wir in den Bereichen der Wohnquartiere, die vor allem mit dem Geschosswohnungsbau geprägt sind, wo wir natürlich wissen, dass sind ein hoher Anteil auch von Einkommensschwächeren.

03:06:40:24 - 03:07:07:09

Und für die wollen wir natürlich auch eine Alternative schaffen. Also wir wollen sozusagen da auch ein ausgewogenes Verhältnis schaffen. Ich glaube, für die Kommune ist schon immer als Prämisse, wenn sie sagt, für uns ist die Nummer eins, die das umsetzt, die Stadtwerke, die kommunalen Stadtwerke, das erst mal gesetzt, sozusagen als Grundlage. Dann wollen wir natürlich schon, dass auch Stadtentwicklungspolitische Zielsetzung auch sich in so einer Wärme-Netzstruktur abbilden.

03:07:07:11 - 03:07:33:20

Da habe ich diese zwei Punkte benannt, die uns wichtig sind. Gleichzeitig immer unter der Prämisse, es darf nicht dazu führen, dass nachher die Stadtwerke pleite gehen. Also davon haben wir nichts gehabt. Das ist für uns auch selbstredend. Das muss am Ende ein wirtschaftlicher Ausgleich sein, und der ist unverzichtbar, um überhaupt so etwas zu realisieren. Ich glaube, das war in der Vergangenheit ja auch so, also ich denke, das Thema Gasversorgung ist ja auch letztlich eine freiwillige Leistung gewesen und bis heute eine freiwillige Leistung.

03:07:33:20 - 03:07:46:01

Die machen wir ja nicht dann, um da Millionen zu versenken, sondern um einfach zu sagen, da ist ein Geschäftsfeld, auf dem wir uns auf Dauer wirtschaftlich solide bewegen können. Und so muss es am Ende bei der Wärmeversorgung auch sein.

03:07:46:03 - 03:07:53:04

Bildet ihr damit jetzt neben der reinen Wärmeversorgung und der Wirtschaftlichkeit auch das Sicherheitsthema ab?

03:07:53:06 - 03:08:09:21

Also für mich persönlich wäre das ein ganz neues Thema, also Sicherheit, also dass wir sozusagen der Staat sagt wir, das ist ja das dänische Modell, die sagen das Teil der Grundversorgung und egal, womit wir euch versorgen, wir stellen sicher, dass das das keiner in der kalten Wohnung sitzt. Das ist für mich neu, das ist tatsächlich, das haben wir bisher nicht.

03:08:09:21 - 03:08:32:16

Bisher sind wir immer davon ausgegangen. Jeder rettet sich und jeder versorgt sich je nachdem, was er hat. Und jeder hat auch die Möglichkeit dazu irgendetwas zu machen. Sei das Öl, Gas, Holzpellets, Photovoltaik oder einfach irgendwie den Heizungshahn zudrehen und ein bisschen kälter sozusagen zu wohnen. Also Sicherheit ist ein neuer Aspekt habe ich bisher noch nicht so gesehen.

03:08:32:18 - 03:08:56:00

Sicherheit ist für uns schon der Aspekt, denn genau darum geht es ja dieses jedem Bürger was bieten können am Ende. Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, dass es eine Grundversorgung ist. So sehen wir es aber, da wir irgendwann Gasnetz abschalten sollen, da wir wissen, dass es Gebäude gibt, die nicht funktionieren werden ohne Gas, richtig und dem Kunden am Ende eine Sicherheit zumindest in seinem Portemonnaie bieten zu können.

03:08:56:02 - 03:09:57:08

Das ist nicht über Maß nimmt und es gibt Erfahrungen und es gibt immer wieder Presseartikel, wo genau das aus dem Ruder läuft. Und das ist auch wieder ein Bestreben von uns, dass wir das am Ende auch alles so verträglich hinbekommen. Aber gerade das macht das ganze Projekt auch wieder sehr sportlich und wir müssen halt es gut beplanen und so viel Risiko wie wir gerne nehmen würden, ist es halt so,wollen nicht Deutschland gründlich bis ins letzte Detail planen, aber ich muss eine so große Planungstiefe für uns jetzt als Unternehmen schaffen, dass ich sagen kann, mit dem Risiko, was jetzt noch übrig bleibt, da fangen wir jetzt einfach an zu bauen, weil wir damit leben können und damit aber dann auch vorwärts kommen. Und das ist ein Stück Sicherheit am Ende auch für die Bürger, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so ganz sehen. Oder es ist auch wieder jeder seine eigene Ansichten. Das wird sich aber dann im Laufe der Jahre zeigen, wie sich das alles dann darstellt und wie sich das am Ende dann entwickelt.

03:09:57:10 - 03:10:23:22

Ja, ich glaube, das ist tatsächlich so ein bisschen Gedankensprung, wenn man das erweitern will. Das Thema Sicherheit, also das ist bisher haben wir das, kennen wir das nicht, wir kennen das nicht, das wir, das der Staat oder die Stadt für etwas verantwortlich ist, was das Thema Wärmeversorgung angeht. Das ist bisher einzeln individualorientiert. Es wäre sozusagen ein gedanklicher Sprung, wenn man das jetzt sozusagen als staatliches Projekt sehen würde.

03:10:23:23 - 03:10:47:05

Da glaube ich, da würde man viele Erwartungen wecken. Das ist, das ist ein Thema. Also was hat die Öffentlichkeit für eine Erwartung? Das haben wir ja auch erlebt als gewissen Widerspruch, dass Bürger sozusagen ganz viel erwarten. Wenn es heißt, der Startschuss für eine kommunale Wärme Planung ist erfolgt, dann wollen wir natürlich auch ganz schnell wissen, was ist denn das jetzt?

03:10:47:05 - 03:10:49:07

Was bedeutet das für mich konkret?

03:10:49:09 - 03:11:01:23

In dem gesamten Prozess habt ihr viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt. Welche Frage habt ihr dann am häufigsten gehört und welche hat uns, hat euch auch vielleicht ein bisschen genervt oder überrascht?

03:11:02:00 - 03:11:25:10

Eine der ersten Fragen und die häufigste Frage ist immer “Was kostet es?” Und dann ist immer das Thema genervt. Richtig viel ist ja, aber ich bezahl für mein Gas jetzt nur X cent und dann steht man jedes Mal wieder da und sagt jedes Mal Ja, Sie bezahlen für die Kilowattstunde X Cent. Haben Sie da schon den Grundpreis mit einberechnet, den Sie monatlich auch bezahlen müssen?

03:11:25:12 - 03:11:50:18

Haben Sie den Schornsteinfeger mit einberechnet, den Sie jährlich bezahlen müssen? Wissen Sie eigentlich, was Ihre Heizung im Monat an Abschreibung kostet? Was hat man noch? Ja, Wartung von Heizungsanlagen. Also das ist irgendwann was ein bisschen ein bisschen nervt, oder? Ja, weil man das oft mit Einzelbürger bespricht und die Bürger das nicht so wahrhaben wollen. Als Gegenfrage stelle ich dann immer schon an den Bürger, was kostet Ihr Auto im Monat oder im Jahr?

03:11:50:18 - 03:12:10:04

Was? Wie viel Verlust haben Sie am Auto? Das wissen fast alle Bürger. Was ihr Auto so im Monat oder im Jahr kostet. Will den sagen, aber das gleiche gilt für die Heizung auch das ist manchmal ein bisschen langwierig oder langatmig. Auf der anderen Seite, nein, wir machen es gerne. Dafür sind wir da zu erläutern dann, wie es weitergeht.

03:12:10:06 - 03:12:32:20

Die andere Frage, die wir häufig bekommen haben, ist, wann seid ihr bei mir? Wie schnell ist denn das Netz? Bzw. ihr hab doch alles fertig Leute, warum baut ihr denn jetzt nicht? Da waren so tolle Pläne. Ja, das ist ja schön, dass der Plan da war das aber eine Entwicklung in Detailplanung noch mal drei vier Jahren an Zeit verschlingt und die Gelder besorgen und alles was drumherum ist.

03:12:32:22 - 03:12:36:10

Nein, das haben die Leute leider nicht immer auf dem Schirm.

03:12:36:12 - 03:12:51:09

Also die beiden Fragen würde ich auf jeden Fall eins zu eins unterstützen. Vielleicht eine andere Reihenfolge bei uns. Bei uns haben sie vielleicht gefragt wann kommt es? Und erste zweite ist was kostet es für euch, wenn es erst mal was kostet und wann bin ich dabei? Okay, aber die beiden Fragen sind absolut identisch.

03:12:51:12 - 03:13:03:13

Und gab es einen Moment, an den ihr euch erinnern könnt, wo ihr Bürger und Bürgerinnen überzeugt habt oder wie vielleicht bei euch in irgendetwas überzeugt haben?

03:13:03:15 - 03:13:29:07

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit, glaube ich. Da gab es wenig Diskussion, das war immer gesetz, das es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich glaube es gab so Themen Energieerzeugungsanlagen, also was, woher kann man überhaupt Energie nehmen? Also Geothermie ist so ein Thema, was gerne so angesprochen worden ist. Dann natürlich auch skeptische Fragen Flusswärme, ach dann wird das irgendwie alles nicht funktionierend biologisch.

03:13:29:07 - 03:13:46:22

Und dann ist ja der Fluss oder die Fische sterben oder könnt ihr nicht das und das noch machen oder. Also ich glaube das waren eher so und so ein Thema, da will man sich dann doch eher einbringen und noch mal Themen platzieren, von denen man das Gefühl hat, dass sie vielleicht dann doch nicht so bisher berücksichtigt worden sind.

03:13:46:24 - 03:13:49:00

Markus, wie war das bei euch dann?

03:13:49:02 - 03:14:14:20

Ja, es gab Schock-Momente, es gab von denen, die komplett gar nichts davon halten und das ist alles Blödsinn, was wir hier machen, bis hin zu das Gas fließt eh nach fünf Jahren wieder aus dem Osten und es ist alles gut, haben wir ja alles dabei gehabt. Der Gro von Eschwege ist dafür, das ist so unsere Einschätzung, das Thema halt die Zeit, da sind Probleme.

03:14:14:22 - 03:14:40:00

Wir hatten Probleme bei der Entwicklung oder Übergangslösungen zu schaffen. Da sind wir noch dabei. Das ist leider auch nicht so schnell gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Ansonsten, es geht jeden Tag weiter und ich habe nicht vor, das Projekt morgen einzustampfen, sondern ich möchte eigentlich wirklich jetzt die ersten Zielsetzung, die wir uns mal in den Kalender geschrieben haben oder neben unsere Machbarkeitsstudie geschrieben haben, hoffen, dass ich die auch erreichen.

03:14:40:02 - 03:14:47:23

Und das ist zwar immer noch in drei, vier, fünf Jahren in Zukunft, aber es wird mittlerweile so konkret, dass wir was draus machen können.

03:14:48:00 - 03:15:03:12

Ihr habt jetzt beide jeweils 30 Sekunden Zeit, um eure drei nicht verhandelbaren Erfolgsfaktoren zu nennen. Zum Gelingen einer Wärmeplanung und dann in die Umsetzung zu kommen.

03:15:03:14 - 03:15:37:15

Also für mich wären drei nicht verhandelbare Erfolgsfaktoren. Erstens Wärmeplanung ist ein Teil der Stadtentwicklung und der Stadtplanung. Und damit verantwortet die Kommune auch über die Wärmeplanung ihre eigene Städtebaupolitik. Es muss ein Konsens geben, der Planungspartner, der später für die verantwortlich sein wird, für die Umsetzung. Und das dritte wäre für mich, dass die Stadtwerke für eine Kommune immer Ansprechpartner Nummer eins sind, wenn es um die federführende Betreuung, Planung, Vorbereitung und Umsetzung geht.

03:15:37:17 - 03:16:06:12

Und verhandelbar ist gar nichts. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das so schnelllebig ist, was wir hier gerade machen. Wir wissen im Grunde... Mein Ziel, mein Ziel ist unverhandelbar. Ich möchte als Stadtwerke die ersten Abschnitte Wärmeleitung bauen und auch betreiben. Das ist für uns unverhandelbar. Das Drumherum und das wie muss man immer sehen, wie die Gegebenheiten gerade sind.

03:16:06:14 - 03:16:14:17

Einmischung, Einmischung, die komplett daneben laufenden, aber auch die sind verhandelbar. Oder es gibt dann in dem Moment Situationen.

03:16:14:17 - 03:16:31:24

Was ich rauspicken. Vielleicht fällt es dir ja leichter zu sagen, was ein Fehler ist, den du bei anderen immer wieder siehst. Ich meine, du hast ja hast du ja schon häufiger andere Projekte in anderen Kommunen angeschaut, bist viel unterwegs. Was würdest du sagen?

03:16:32:01 - 03:16:55:23

Ihr beide. Fehler bzw wo man dringend darauf achten muss, man sich nicht drauf einlassen sollte, ist das Thema nur nach der Wirtschaftlichkeit zu planen. Das wird ganz häufig gemacht. Ganz häufig wird die erste Frage, wie viel habt ihr? 10 Millionen? Dann bauen wir für 10 Millionen Netz. Eine Planung danach ist auch billiger, aber sie ist nicht zukunftsträchtig, oder? Ich habe in der Zukunft ganz viel Probleme, das umzubauen.

03:16:56:00 - 03:17:17:17

Ich glaube, der größte Fehler war, dass man am Ende schon weiß, was ja tatsächlich am Ende rauskommt. Also wenn das sozusagen die Erwartung ist, da treffe ich das auch. Und wenn man sagt, ich habe, auch wenn ich das gar nicht definieren kann, ich habe ein bestimmtes Budget und das will ich ausgeben, ich habe gar keine, habe gar keine Zielvorgabe, dann hilft mir das nicht.

03:17:17:17 - 03:17:30:09

Das wäre tatsächlich ein großer Fehler. Also sich darauf sozusagen zu beschränken, vielleicht auch nachher zurückzugehen. Sagen, brauchen wir gar nicht, mit 3 Millionen werden wir das nicht schaffen, das sinnvoll ist. Oder wir brauchen 30 Millionen.

03:17:30:11 - 03:17:53:02

Ich hätte es wahrscheinlich nicht besser sagen können, ähm, wir kommen damit auch schon zum Abschluss und ich finde, bisher habt ihr euch wirklich sehr gut geschlagen. Jetzt wird es noch mal ein bisschen tricky. Sogenannte Quick Fire. Und zwar will ich von euch beiden jetzt gern einmal den mutigsten Moment in einem Wort hören.

03:17:53:04 - 03:17:55:24

Mit einem Wort werde ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

03:17:56:01 - 03:17:57:23

Du hast drei.

03:17:58:00 - 03:18:14:17

Also ähm, drei Wörter und der mutigste Moment für Stadt und Stadtwerke. Zusammengenommen ist das in dem Moment Start der Wärmeplanung vor den anderen, es sind doch fünf Wörter.

03:18:14:19 - 03:18:24:11

Also ich sage noch drei Worte Wirtschaftsminister in der Baugrube für Nahwärme-Anschluss. Das war mutig.

03:18:24:13 - 03:18:28:24

Okay, mutig auch von wegen, es hätte ja auch was passieren können.

03:18:29:01 - 03:18:32:23

Ganz genau.

03:18:33:00 - 03:18:35:16

Was war eure größte Überraschung?

03:18:35:18 - 03:18:51:12

Die größte Überraschung ist das Feedback, was wir aus vielen Bereichen bekommen. Nicht extremst groß oder nicht von ganz vielen. Aber die Feedbacks die wir bekommen überragend und genau an dem, was wir gerade machen richtig.

03:18:51:14 - 03:19:13:11

Ja, wir haben ganz handfeste Überraschung jetzt, wenn wir in der Erde buddeln, wir finden immer wieder archäologische Funde. Das ist etwas, was vielleicht vorher auch nicht so auf dem Schirm hatten. Wir sind gerade gebrannte Kinder vom Nikolai-Platz, weil wir da, äh, hunderttausende ausgeben für Grabungen. Aber gut, das gehört dann auch dazu.

03:19:13:13 - 03:19:21:08

Das war auch eine Überraschung. Vielleicht auch etwas, was man anderen Kommunen mitgeben kann, dass man das leider auch mit bedenken sollte.

03:19:21:12 - 03:19:29:16

Und möglicherweise, wenn man es nicht nur bedenkt, sondern auch berücksichtigt, dann wird es noch besser.

03:19:29:18 - 03:19:37:05

Ja, Markus, du hast es ja eigentlich gerade mehr oder weniger schon gesagt. Aber vielleicht gibt es noch etwas anderes auch von dir, Philipp, worauf seid ihr stolz.

03:19:37:07 - 03:19:39:11

Teil des Projektteams zu sein und dass ich das für die

03:19:39:11 - 03:19:47:07

Stadt Eschwege machen darf. Ja, Stolz, dass es ein wachsendes Projektes ist und dass es auch zunehmend Wissen gibt bei allen Beteiligten.

03:19:47:09 - 03:19:49:16

Sehr schön und was kommt als nächstes?

03:19:49:22 - 03:20:11:02

In einem Satz. Als nächstes intern kommen für uns die ersten Deatail-Hochrechnungen, mit denen wir dann irgendwann weiterarbeiten werden. Der nächste Meilenstein, der extern wird, wird leider erst im September stattfinden, mit einer Informationsveranstaltung, wo wir die gesamte Machbarkeitsstudie und die Details dann alle mit rausbringen in die Öffentlichkeit.

03:20:11:04 - 03:20:38:08

Ja, also für mich wäre der nächste Meilenstein tatsächlich eine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung, dass das jetzt die Grundlage ist für die weiteren Schritte. Und ich muss noh eine Sache ergänzen. Und zwar waren wir das ist ja sozusagen auch aus den Teil dieser Kooperation mit den Dänen gewesen, das Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, das ist auch etwas, das habe ich mir auch mal als Stichwort noch mal hier notiert.

03:20:38:10 - 03:21:06:07

Ich glaube, das Thema in der Öffentlichkeit mit dem Thema präsent zu sein und das kontinuierlich, das ist etwas auch ganz entscheidendes. Und da haben wir uns jetzt auch drauf verständigt mit den Stadtwerken zusammen, dass wir erstens das gemeinsam machen, dass also immer alle Projektpartner sozusagen von dem anderen wissen, was er kommuniziert gegenüber wem. Und das zweite auch, dass wir am Ball bleiben, dass wir auch zwischendurch mal scheinbare Pausen kommunizieren.

03:21:06:07 - 03:21:24:10

Also einfach sagen, wir arbeiten jetzt an dem Projekt oder da gibt es etwas Neues, da gibt es aber noch nichts Neues. Aber da gibt es eine Entwicklung. Ich glaube, das ist so in der Kommunikationsstrategie, die ja auch Wärmeplanung ja auch mit beinhalten sollte. Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt, der auch ein Erfolgsfaktor darstellen kann.

03:21:24:12 - 03:21:46:18

Gut, dass das noch mal gesagt hast. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Punkt, den wir natürlich auch in unserer Beratung in anderen Kommunen immer wieder miterleben, dass das einfach als nicht so wichtig erachtet wird oder eben eher als lästiger, lästiger Beigeschmack. Und ihr habt was vergessen. Was kommt als nächstes? Der Workshop in Dänemark.

03:21:46:20 - 03:22:14:09

Und damit auch unser letzter Workshop. Leider. Schauen wir mal, was wird. Ich bedanke mich. Es war wirklich großartig. Ich glaube sehr viele, die diesen Podcast sich anhören werden, werden vieles mitnehmen.

03:22:14:11 - 03:22:32:14

wenig bis keine Alternativen. Irgendwann. Wir folgen der Vorgabe immer noch. Es heißt 45 sollen die Gasnetze abgeschaltet werden. Also muss ich den Bürgern irgendwas bieten können, zu dem Zeitpunkt und in der Innenstadt bei uns sind es 100 Fachwerkhäuser, haben wir keine Möglichkeit.

03:22:32:14 - 03:23:10:09

Es gibt keine Plätze, die können keine Wärmepumpe aufstellen. Und es ist auch in dem Thema Emissionsbetrachtung die Frage, jeder ein Holzofen wird auch nicht funktionieren an der Stelle, also Biomasseanlagen. Wasserstoff, den wir betrachten, sehen wir aktuell nicht. Oder dass es zu keinem Verkaufspreis für die Kunden angeboten werden kann. Es ist echt schwierig und klar, verfolgen wir das Ziel und wollen dort gerne bauen, aber wir müssen wirtschaftlich sehen, dass es sich am Ende auch wirklich für uns irgendwie darstellbar lässt und für den Endkunden auch ein Preis ist, den er bezahlen kann.

03:23:10:11 - 03:23:44:17

Ja, bezahlen, das ist noch ein Stichwort, weil das am Ende ja auch unser Anspruch ist als Stadtentwickler. Wir wollen natürlich auch nicht nur die 1000 Fachwerkhäuser die es in der Innenstadt gibt, wir würden natürlich gerne auch Bereiche etwas anbieten eine gute, bezahlbare Alternative, die genau in dem Bereich bezahlbarer Wohnraum sind. Also da sind wir in den Bereichen der Wohnquartiere, die vor allem mit dem Geschosswohnungsbau geprägt sind, wo wir natürlich wissen, dass sind ein hoher Anteil auch von Einkommensschwächeren.

03:23:44:19 - 03:24:11:04

Und für die wollen wir natürlich auch eine Alternative schaffen. Also wir wollen sozusagen da auch ein ausgewogenes Verhältnis schaffen. Ich glaube, für die Kommune ist schon immer als Prämisse, wenn sie sagt, für uns ist die Nummer eins, die das umsetzt, die Stadtwerke, die kommunalen Stadtwerke, das erst mal gesetzt, sozusagen als Grundlage. Dann wollen wir natürlich schon, dass auch Stadtentwicklungspolitische Zielsetzung auch sich in so einer Wärme-Netzstruktur abbilden.

03:24:11:06 - 03:24:37:15

Da habe ich diese zwei Punkte benannt, die uns wichtig sind. Gleichzeitig immer unter der Prämisse, es darf nicht dazu führen, dass nachher die Stadtwerke pleite gehen. Also davon haben wir nichts gehabt. Das ist für uns auch selbstredend. Das muss am Ende ein wirtschaftlicher Ausgleich sein, und der ist unverzichtbar, um überhaupt so etwas zu realisieren. Ich glaube, das war in der Vergangenheit ja auch so, also ich denke, das Thema Gasversorgung ist ja auch letztlich eine freiwillige Leistung gewesen und bis heute eine freiwillige Leistung.

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Die machen wir ja nicht dann, um da Millionen zu versenken, sondern um einfach zu sagen, da ist ein Geschäftsfeld, auf dem wir uns auf Dauer wirtschaftlich solide bewegen können. Und so muss es am Ende bei der Wärmeversorgung auch sein.

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Bildet ihr damit jetzt neben der reinen Wärmeversorgung und der Wirtschaftlichkeit auch das Sicherheitsthema ab?

03:24:57:01 - 03:25:13:16

Also für mich persönlich wäre das ein ganz neues Thema, also Sicherheit, also dass wir sozusagen der Staat sagt wir, das ist ja das dänische Modell, die sagen das Teil der Grundversorgung und egal, womit wir euch versorgen, wir stellen sicher, dass das das keiner in der kalten Wohnung sitzt. Das ist für mich neu, das ist tatsächlich, das haben wir bisher nicht.

03:25:13:16 - 03:25:36:11

Bisher sind wir immer davon ausgegangen. Jeder rettet sich und jeder versorgt sich je nachdem, was er hat. Und jeder hat auch die Möglichkeit dazu irgendetwas zu machen. Sei das Öl, Gas, Holzpellets, Photovoltaik oder einfach irgendwie den Heizungshahn zudrehen und ein bisschen kälter sozusagen zu wohnen. Also Sicherheit ist ein neuer Aspekt habe ich bisher noch nicht so gesehen.

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Sicherheit ist für uns schon der Aspekt, denn genau darum geht es ja dieses jedem Bürger was bieten können am Ende. Auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gibt, dass es eine Grundversorgung ist. So sehen wir es aber, da wir irgendwann Gasnetz abschalten sollen, da wir wissen, dass es Gebäude gibt, die nicht funktionieren werden ohne Gas, richtig und dem Kunden am Ende eine Sicherheit zumindest in seinem Portemonnaie bieten zu können.

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Das ist nicht über Maß nimmt und es gibt Erfahrungen und es gibt immer wieder Presseartikel, wo genau das aus dem Ruder läuft. Und das ist auch wieder ein Bestreben von uns, dass wir das am Ende auch alles so verträglich hinbekommen. Aber gerade das macht das ganze Projekt auch wieder sehr sportlich und wir müssen halt es gut beplanen und so viel Risiko wie wir gerne nehmen würden, ist es halt so,wollen nicht Deutschland gründlich bis ins letzte Detail planen, aber ich muss eine so große Planungstiefe für uns jetzt als Unternehmen schaffen, dass ich sagen kann, mit dem Risiko, was jetzt noch übrig bleibt, da fangen wir jetzt einfach an zu bauen, weil wir damit leben können und damit aber dann auch vorwärts kommen. Und das ist ein Stück Sicherheit am Ende auch für die Bürger, auch wenn diese vielleicht jetzt noch nicht so ganz sehen. Oder es ist auch wieder jeder seine eigene Ansichten. Das wird sich aber dann im Laufe der Jahre zeigen, wie sich das alles dann darstellt und wie sich das am Ende dann entwickelt.

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Ja, ich glaube, das ist tatsächlich so ein bisschen Gedankensprung, wenn man das erweitern will. Das Thema Sicherheit, also das ist bisher haben wir das, kennen wir das nicht, wir kennen das nicht, das wir, das der Staat oder die Stadt für etwas verantwortlich ist, was das Thema Wärmeversorgung angeht. Das ist bisher einzeln individualorientiert. Es wäre sozusagen ein gedanklicher Sprung, wenn man das jetzt sozusagen als staatliches Projekt sehen würde.

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Da glaube ich, da würde man viele Erwartungen wecken. Das ist, das ist ein Thema. Also was hat die Öffentlichkeit für eine Erwartung? Das haben wir ja auch erlebt als gewissen Widerspruch, dass Bürger sozusagen ganz viel erwarten. Wenn es heißt, der Startschuss für eine kommunale Wärme Planung ist erfolgt, dann wollen wir natürlich auch ganz schnell wissen, was ist denn das jetzt?

03:27:51:00 - 03:27:53:02

Was bedeutet das für mich konkret?

03:27:53:04 - 03:28:05:18

In dem gesamten Prozess habt ihr viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt. Welche Frage habt ihr dann am häufigsten gehört und welche hat uns, hat euch auch vielleicht ein bisschen genervt oder überrascht?

03:28:05:20 - 03:28:29:05

Eine der ersten Fragen und die häufigste Frage ist immer “Was kostet es?” Und dann ist immer das Thema genervt. Richtig viel ist ja, aber ich bezahl für mein Gas jetzt nur X cent und dann steht man jedes Mal wieder da und sagt jedes Mal Ja, Sie bezahlen für die Kilowattstunde X Cent. Haben Sie da schon den Grundpreis mit einberechnet, den Sie monatlich auch bezahlen müssen?

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Haben Sie den Schornsteinfeger mit einberechnet, den Sie jährlich bezahlen müssen? Wissen Sie eigentlich, was Ihre Heizung im Monat an Abschreibung kostet? Was hat man noch? Ja, Wartung von Heizungsanlagen. Also das ist irgendwann was ein bisschen ein bisschen nervt, oder? Ja, weil man das oft mit Einzelbürger bespricht und die Bürger das nicht so wahrhaben wollen. Als Gegenfrage stelle ich dann immer schon an den Bürger, was kostet Ihr Auto im Monat oder im Jahr?

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Was? Wie viel Verlust haben Sie am Auto? Das wissen fast alle Bürger. Was ihr Auto so im Monat oder im Jahr kostet. Will den sagen, aber das gleiche gilt für die Heizung auch das ist manchmal ein bisschen langwierig oder langatmig. Auf der anderen Seite, nein, wir machen es gerne. Dafür sind wir da zu erläutern dann, wie es weitergeht.

03:29:14:01 - 03:29:36:15

Die andere Frage, die wir häufig bekommen haben, ist, wann seid ihr bei mir? Wie schnell ist denn das Netz? Bzw. ihr hab doch alles fertig Leute, warum baut ihr denn jetzt nicht? Da waren so tolle Pläne. Ja, das ist ja schön, dass der Plan da war das aber eine Entwicklung in Detailplanung noch mal drei vier Jahren an Zeit verschlingt und die Gelder besorgen und alles was drumherum ist.

03:29:36:17 - 03:29:40:05

Nein, das haben die Leute leider nicht immer auf dem Schirm.

03:29:40:07 - 03:29:55:04

Also die beiden Fragen würde ich auf jeden Fall eins zu eins unterstützen. Vielleicht eine andere Reihenfolge bei uns. Bei uns haben sie vielleicht gefragt wann kommt es? Und erste zweite ist was kostet es für euch, wenn es erst mal was kostet und wann bin ich dabei? Okay, aber die beiden Fragen sind absolut identisch.

03:29:55:07 - 03:30:07:08

Und gab es einen Moment, an den ihr euch erinnern könnt, wo ihr Bürger und Bürgerinnen überzeugt habt oder wie vielleicht bei euch in irgendetwas überzeugt haben?

03:30:07:10 - 03:30:33:02

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit, glaube ich. Da gab es wenig Diskussion, das war immer gesetz, das es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich glaube es gab so Themen Energieerzeugungsanlagen, also was, woher kann man überhaupt Energie nehmen? Also Geothermie ist so ein Thema, was gerne so angesprochen worden ist. Dann natürlich auch skeptische Fragen Flusswärme, ach dann wird das irgendwie alles nicht funktionierend biologisch.

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Und dann ist ja der Fluss oder die Fische sterben oder könnt ihr nicht das und das noch machen oder. Also ich glaube das waren eher so und so ein Thema, da will man sich dann doch eher einbringen und noch mal Themen platzieren, von denen man das Gefühl hat, dass sie vielleicht dann doch nicht so bisher berücksichtigt worden sind.

03:30:50:19 - 03:30:52:20

Markus, wie war das bei euch dann?

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Ja, es gab Schock-Momente, es gab von denen, die komplett gar nichts davon halten und das ist alles Blödsinn, was wir hier machen, bis hin zu das Gas fließt eh nach fünf Jahren wieder aus dem Osten und es ist alles gut, haben wir ja alles dabei gehabt. Der Gro von Eschwege ist dafür, das ist so unsere Einschätzung, das Thema halt die Zeit, da sind Probleme.

03:31:18:17 - 03:31:43:20

Wir hatten Probleme bei der Entwicklung oder Übergangslösungen zu schaffen. Da sind wir noch dabei. Das ist leider auch nicht so schnell gelaufen, wie wir uns das erhofft haben. Ansonsten, es geht jeden Tag weiter und ich habe nicht vor, das Projekt morgen einzustampfen, sondern ich möchte eigentlich wirklich jetzt die ersten Zielsetzung, die wir uns mal in den Kalender geschrieben haben oder neben unsere Machbarkeitsstudie geschrieben haben, hoffen, dass ich die auch erreichen.

03:31:43:22 - 03:31:51:18

Und das ist zwar immer noch in drei, vier, fünf Jahren in Zukunft, aber es wird mittlerweile so konkret, dass wir was draus machen können.

03:31:51:20 - 03:32:07:07

Ihr habt jetzt beide jeweils 30 Sekunden Zeit, um eure drei nicht verhandelbaren Erfolgsfaktoren zu nennen. Zum Gelingen einer Wärmeplanung und dann in die Umsetzung zu kommen.

03:32:07:09 - 03:32:41:10

Also für mich wären drei nicht verhandelbare Erfolgsfaktoren. Erstens Wärmeplanung ist ein Teil der Stadtentwicklung und der Stadtplanung. Und damit verantwortet die Kommune auch über die Wärmeplanung ihre eigene Städtebaupolitik. Es muss ein Konsens geben, der Planungspartner, der später für die verantwortlich sein wird, für die Umsetzung. Und das dritte wäre für mich, dass die Stadtwerke für eine Kommune immer Ansprechpartner Nummer eins sind, wenn es um die federführende Betreuung, Planung, Vorbereitung und Umsetzung geht.

03:32:41:12 - 03:33:10:07

Und verhandelbar ist gar nichts. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das so schnelllebig ist, was wir hier gerade machen. Wir wissen im Grunde... Mein Ziel, mein Ziel ist unverhandelbar. Ich möchte als Stadtwerke die ersten Abschnitte Wärmeleitung bauen und auch betreiben. Das ist für uns unverhandelbar. Das Drumherum und das wie muss man immer sehen, wie die Gegebenheiten gerade sind.

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Einmischung, Einmischung, die komplett daneben laufenden, aber auch die sind verhandelbar. Oder es gibt dann in dem Moment Situationen.

03:33:19:01 - 03:33:35:04

Vielleicht fällt es dir ja leichter zu sagen, was ein Fehler ist, den du bei anderen immer wieder siehst. Ich meine, du hast ja hast du ja schon häufiger andere Projekte in anderen Kommunen angeschaut, bist viel unterwegs. Was würdest du sagen?

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Ihr beide. Fehler bzw wo man dringend darauf achten muss, man sich nicht drauf einlassen sollte, ist das Thema nur nach der Wirtschaftlichkeit zu planen. Das wird ganz häufig gemacht. Ganz häufig wird die erste Frage, wie viel habt ihr? 10 Millionen? Dann bauen wir für 10 Millionen Netz. Eine Planung danach ist auch billiger, aber sie ist nicht zukunftsträchtig, oder? Ich habe in der Zukunft ganz viel Probleme, das umzubauen.

03:33:59:05 - 03:34:20:22

Ich glaube, der größte Fehler war, dass man am Ende schon weiß, was ja tatsächlich am Ende rauskommt. Also wenn das sozusagen die Erwartung ist, da treffe ich das auch. Und wenn man sagt, ich habe, auch wenn ich das gar nicht definieren kann, ich habe ein bestimmtes Budget und das will ich ausgeben, ich habe gar keine, habe gar keine Zielvorgabe, dann hilft mir das nicht.

03:34:20:22 - 03:34:33:14

Das wäre tatsächlich ein großer Fehler. Also sich darauf sozusagen zu beschränken, vielleicht auch nachher zurückzugehen. Sagen, brauchen wir gar nicht, mit 3 Millionen werden wir das nicht schaffen, das sinnvoll ist. Oder wir brauchen 30 Millionen.

03:34:33:16 - 03:34:56:07

Ich hätte es wahrscheinlich nicht besser sagen können, ähm, wir kommen damit auch schon zum Abschluss und ich finde, bisher habt ihr euch wirklich sehr gut geschlagen. Jetzt wird es noch mal ein bisschen tricky. Sogenannte Quick Fire. Und zwar will ich von euch beiden jetzt gern einmal den mutigsten Moment in einem Wort hören.

03:34:56:09 - 03:34:59:04

Mit einem Wort werde ich es wahrscheinlich nicht hinbekommen.

03:34:59:06 - 03:35:01:03

Du hast drei.

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Also ähm, drei Wörter und der mutigste Moment für Stadt und Stadtwerke. Zusammengenommen ist das in dem Moment Start der Wärmeplanung vor den anderen, es sind doch fünf Wörter.

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Also ich sage noch drei Worte Wirtschaftsminister in der Baugrube für Nahwärme-Anschluss. Das war mutig.

03:35:27:18 - 03:35:32:04

Okay, mutig auch von wegen, es hätte ja auch was passieren können.

03:35:32:06 - 03:35:36:03

Ganz genau.

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Was war eure größte Überraschung?

03:35:38:23 - 03:35:54:17

Die größte Überraschung ist das Feedback, was wir aus vielen Bereichen bekommen. Nicht extremst groß oder nicht von ganz vielen. Aber die Feedbacks die wir bekommen überragend und genau an dem, was wir gerade machen richtig.

03:35:54:19 - 03:36:16:16

Ja, wir haben ganz handfeste Überraschung jetzt, wenn wir in der Erde buddeln, wir finden immer wieder archäologische Funde. Das ist etwas, was vielleicht vorher auch nicht so auf dem Schirm hatten. Wir sind gerade gebrannte Kinder vom Nikolai-Platz, weil wir da, äh, hunderttausende ausgeben für Grabungen. Aber gut, das gehört dann auch dazu.

03:36:16:18 - 03:36:24:13

Das war auch eine Überraschung. Vielleicht auch etwas, was man anderen Kommunen mitgeben kann, dass man das leider auch mit bedenken sollte.

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Und möglicherweise, wenn man es nicht nur bedenkt, sondern auch berücksichtigt, dann wird es noch besser.

03:36:32:23 - 03:36:40:10

Ja, Markus, du hast es ja eigentlich gerade mehr oder weniger schon gesagt. Aber vielleicht gibt es noch etwas anderes auch von dir, Philipp, worauf seid ihr stolz.

03:36:40:12 - 03:36:42:16

Teil des Projektteams zu sein und dass ich das für die

03:36:42:16 - 03:36:50:12

Stadt Eschwege machen darf. Ja, Stolz, dass es ein wachsendes Projektes ist und dass es auch zunehmend Wissen gibt bei allen Beteiligten.

03:36:50:14 - 03:36:52:21

Sehr schön und was kommt als nächstes?

03:36:53:02 - 03:37:14:07

In einem Satz. Als nächstes intern kommen für uns die ersten Deatail-Hochrechnungen, mit denen wir dann irgendwann weiterarbeiten werden. Der nächste Meilenstein, der extern wird, wird leider erst im September stattfinden, mit einer Informationsveranstaltung, wo wir die gesamte Machbarkeitsstudie und die Details dann alle mit rausbringen in die Öffentlichkeit.

03:37:14:09 - 03:37:41:13

Ja, also für mich wäre der nächste Meilenstein tatsächlich eine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung, dass das jetzt die Grundlage ist für die weiteren Schritte. Und ich muss noh eine Sache ergänzen. Und zwar waren wir das ist ja sozusagen auch aus den Teil dieser Kooperation mit den Dänen gewesen, das Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ich glaube, das ist auch etwas, das habe ich mir auch mal als Stichwort noch mal hier notiert.

03:37:41:15 - 03:38:09:12

Ich glaube, das Thema in der Öffentlichkeit mit dem Thema präsent zu sein und das kontinuierlich, das ist etwas auch ganz entscheidendes. Und da haben wir uns jetzt auch drauf verständigt mit den Stadtwerken zusammen, dass wir erstens das gemeinsam machen, dass also immer alle Projektpartner sozusagen von dem anderen wissen, was er kommuniziert gegenüber wem. Und das zweite auch, dass wir am Ball bleiben, dass wir auch zwischendurch mal scheinbare Pausen kommunizieren.

03:38:09:12 - 03:38:27:15

Also einfach sagen, wir arbeiten jetzt an dem Projekt oder da gibt es etwas Neues, da gibt es aber noch nichts Neues. Aber da gibt es eine Entwicklung. Ich glaube, das ist so in der Kommunikationsstrategie, die ja auch Wärmeplanung ja auch mit beinhalten sollte. Das ist auch ein ganz wesentlicher Punkt, der auch ein Erfolgsfaktor darstellen kann.

03:38:27:17 - 03:38:49:23

Gut, dass das noch mal gesagt hast. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Punkt, den wir natürlich auch in unserer Beratung in anderen Kommunen immer wieder miterleben, dass das einfach als nicht so wichtig erachtet wird oder eben eher als lästiger, lästiger Beigeschmack. Und ihr habt was vergessen. Was kommt als nächstes? Der Workshop in Dänemark.

03:38:50:00 - 03:39:02:01

Und damit auch unser letzter Workshop. Leider. Schauen wir mal, was wird. Ich bedanke mich. Es war wirklich großartig. Ich glaube sehr viele, die diesen Podcast sich anhören werden, werden vieles mitnehmen.

Finden Sie geeignete Förderangebote

Für die Umsetzung der Wärme- und Energiewende vor Ort stehen vielfältige Förderprogramme bereit. Eine Übersicht und weitere Informationen finden Sie hier.

Förderfähige Maßnahmen

  • Energetische Sanierung: Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und Erneuerung des Heizsystems.
  • Erneuerbare Energien: Einsatz von Wärmepumpen, Erdwärmesonden und Erdkollektoren, Biomasseanlagen und Solarthermieanlagen.
  • Innovative Wärmeerzeugung: Förderungen für kalte und warme Nahwärmenetze in Kombination mit innovativen Wärmeerzeugungsanlagen (siehe „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ unter www.bafa.de).
  • Nutzung von Abwärme: Förderung effizienter Wärmenetze und Einbindung unvermeidbarer Abwärme durch die Innovationsförderung des Landes Hessen.

Weitere Fördermöglichkeiten zur energetischen Modernisierung und dem Neubau hocheffizienter Gebäude bietet die Kommunalrichtlinie Energie sowie für Vermieterinnen und Vermieter das Programm Energieeffizienz im Mietwohnungsbau. (Hinweis: Antragsstopp aufgrund hoher Nachfrage! Neuanträge für die Kommunalrichtlinie Energie können seit dem 01.06.2026 bis auf Weiteres nicht mehr entgegengenommen werden.)

Icon externe Akteurinnen und Akteure

Ihnen fehlt es an finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen? Mit Contracting-Modellen können Kommunen und Unternehmen Einsparpotenziale erschließen, Kosten senken und die eigenen Ressourcen schonen. Nützliche Informationen zum Thema Contracting, einen Leitfaden zu Contracting-Modellen in öffentlichen Liegenschaften und hilfreiche Musterdokumente finden Sie hier.